Opposition übernimmt Macht in Kirgistan

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Opposition übernimmt offenbar Macht in Kirgistan.

Bischkek - Nach den blutigen Unruhen mit Dutzenden Toten hat in der zentralasiatische Republik Kirgistan offenbar die Opposition die Macht übernommen. Präsident Kurmanbek Bakijew flüchtete vermutlich.

Oppositionsführerin Rosa Otunbajewa erklärte sich zur Chefin einer Übergangsregierung. Sie will sich am (heutigen) Donnerstag mit einer Rede an das Parlament in Bischkek wenden. Die Regierung von Präsident Kurmanbek Bakijew flüchtete vermutlich aus der Hauptstadt. Die Opposition übernahm die Kontrolle über den Regierungssitz, vor dem sich hunderte jubelnde Bewohner versammelten. Am Mittwoch hatten tausende Demonstranten das Gebäude gestürmt, das Büro des Staatsanwalts in Brand gesetzt und die Zentrale des staatlichen Fernsehens geplündert.

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In der Hauptstadt feuerten Polizisten in eine aufgebrachte Menge, die den Sitz der Regierung angriff. Nach Oppositionsangaben wurden dabei 100 Menschen getötet. Das Gesundheitsministerium sprach dagegen von 68 Toten und 400 Verletzten. Ausgelöst wurden die Proteste von einer massiven Erhöhung der Strom- und Heizkosten. Die Demonstranten forderten den Rücktritt Bakijews. Der Präsident kam 2005 selbst an der Spitze einer Protestbewegung an die Macht. Die sogenannte Tulpenrevolution führte zum Sturz seines Vorgängers Askar Akajew, dem Korruption und Günstlingswirtschaft vorgeworfen wurden. Inzwischen sieht sich Bakijew aber mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert.

DAPD

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