Opferzahl nach Schlammlawinen auf Sizilien steigt

Messina - Auf Sizilien steigt die Zahl der Opfer nach den verheerenden Schlammlawinen in den Vororten der Hafenstadt Messina auf mittlerweile 19. Befürchtet werden 50 Tote.

Im Süden der Stadt bargen Feuerwehr und Zivilschutz am Samstag die Leiche einer Frau. Sie ist das 19. Todesopfer der Katastrophe. Unterdessen ging die Suche nach Vermissten in den von Überschwemmung und Erdrutschen heimgesuchten Gebieten weiter. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Freitag von noch 30 Vermissten gesprochen, so dass die Zahl der Toten alles in allem auf mindestens 50 ansteigen werde.

Bilder aus Messina und Umgebung

Sizilien: Chaos nach Schlammlawinen

Staatspräsident Giorgio Napolitano forderte die Regierung auf, mehr in die Sicherheit des Landes als in “pharaonische Bauwerke“ zu investieren. Berlusconi plant bei Messina eine Milliarden-Brücke, um Sizilien mit dem Festland zu verbinden.

Obwohl Regenfälle die Bergungsarbeiten bei Messina am Samstag behinderten, gruben Rettungsmannschaften in den besonders schwer betroffenen Orten Scaletta und Giamilieri im Süden der sizilianischen Stadt im Schlamm nach sieben allein dort noch vermissten Menschen.

Heftige Unwetter hatten in der Nacht zum Freitag in mehreren Vororten Messinas schwere Erdrutsche ausgelöst. 80 Menschen wurden verletzt. Die 435 Sizilianer, die sich in Giampilieri in eine Grundschule geflüchtet hatten, sind inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Sie wurden auf Hotels und Gasthöfe in Messina verteilt. Der Zivilschutz musste dafür eine Verbindungsstraße von den Schlammmassen befreien.

In Messina trat ein Krisenrat der Region zusammen. Die Regierung in Rom hatte am Freitag den Ausnahmezustand für die Region ausgerufen.

dpa

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