Corona-Variante

Omikron „tötet Menschen“: WHO-Chef schlägt Alarm

Die Omikron-Variante verbreitet sich schnell in Deutschland. Der WHO-Chef warnt vor einer Relativierung der Gefahr.

+++ 11.30 Uhr: Die WHO hat die Warnung vor der Omikron-Variante erneuert. Die Corona-Mutation sei alles andere als „mild“, hieß es in einem Statement. „Genau wie vorangegangene Varianten müssen Menschen wegen Omikron ins Krankenhaus, und es tötet Menschen“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Direktor der Weltgesundheitsorganisation. Auch wenn die Omikron-Variante wohl meist zu weniger schweren Krankheitsverläufen von Covid-19 führe als die bisher vorherrschende Delta-Variante, dürfe die Variante deshalb nicht als „mild“ eingestuft werden.

Eine Illustration des Coronavirus Sars-CoV-2.

Derzeit erlebe man eine „Flutwelle“ an Corona-Neuinfektionen durch die Omikron-Variante, so der WHO-Chef. Die Mutation sei „riesig“ sowie „schnell“ und führe weltweit zu Überlastungen von Gesundheitssystemen, warnte Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Omikron: Anteil der Corona-Variante steigt rasend schnell

Erstmeldung von Freitag, 07.01.2022, 09.00 Uhr: Berlin – Dem Robert Koch-Institut liegen neue Zahlen und Daten zum Coronavirus vor. Demnach breitet sich die Corona-Variante* Omikron weiter in Deutschland aus – wie von Fachleuten erwartet rasend schnell.

Zudem hat das RKI Neuigkeiten, was die Wirksamkeit der Booster-Impfung betrifft. Dazu hat das Institut in Berlin Zahlen zu Krankenhauseinweisungen ausgewertet.

Corona: Booster-Impfung erhöht Schutz bei Älteren deutlich

Ältere Geimpfte mit einem vollständigen Grundschutz, also in der Regel zwei Corona-Impfungen, haben im Schnitt ein deutlich höheres Risiko einer Krankenhauseinweisung als Menschen mit zusätzlicher Auffrischimpfung – auch Booster genannt. Das zeigen die jüngsten Daten des RKI. So lag die Hospitalisierungsinzidenz, die die Krankenhauseinweisungen pro Woche und 100.000 Einwohner wiedergibt, bei Geboosterten ab 60 Jahren in Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) bei 1,3.

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. (Symbolfoto)

Für Seniorinnen und Senioren mit einem vollständigem Grundschutz war der Wert dreimal so hoch. Das weitaus größte Risiko, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen, hatten aber Ungeimpfte mit einer Inzidenz von 29,1. Für Kalenderwoche 51 werden noch Nachmeldungen erwartet.

Omikron: Geimpfte ohne Booster schlechter geschützt

Es gibt Anzeichen dafür, dass insbesondere der Schutz vor Erkrankung bei Menschen mit vollständigem Grundschutz mit der Zeit abnimmt, wie das RKI am 06.01.2022 in seinem Wochenbericht schrieb. Vor einer Hospitalisierung oder gar einem tödlichem Verlauf sei diese Gruppe aber weiterhin sehr gut geschützt. Zudem schreibt das RKI: „In Bezug auf den Schutz vor Hospitalisierung kann durch die Auffrischimpfung eine Steigerung der Effektivität bei den ab 60-Jährigen gezeigt werden.“

Wie gut eine Booster-Impfung gegen die als hochansteckend geltende Omikron-Variante schützt, könne man laut RKI noch nicht zuverlässig einschätzen. Geimpfte ohne Booster sind Studien zufolge vor Omikron schlechter geschützt. Doch das RKI betont: „Es deutet sich an, dass der Impfschutz gegen schwere Erkrankung bei Immungesunden nach jetzigem Kenntnisstand erheblich weniger beeinträchtigt ist als der Schutz vor Infektion / Transmission.“

Die Corona-Variante Omikron war erstmals im November in Südafrika entdeckt worden. Sie ist deutlich ansteckender als die Delta-Variante, die derzeit in Deutschland dominiert. Fachleute gehen davon aus, dass Omikron zu milderen Verläufen infolge einer Infektion* führt. Infizierte müssen demnach seltener in eine Klinik.

Omikron: Corona-Variante verdrängt Delta

Das RKI teilt nun mit, dass der Anteil von Omikron am Infektionsgeschehen in Deutschland rasend schnell zunimmt. In Kalenderwoche 52 (bis 02.01.2022) gingen laut Meldedaten aus den Bundesländern 44,3 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück. In der Vorwoche hatte das RKI diesen Wert noch mit 15,8 Prozent angegeben. Bei der Zählung werden sowohl Nachweise mittels Erbgut-Analyse (Gesamtgenomsequenzierung) als auch Verdachtsfälle aufgrund sogenannter variantenspezifischer PCR-Tests berücksichtigt.

Im Corona-Wochenbericht des RKI steht dazu geschrieben: „Das aktuelle Geschehen in Deutschland wird zunehmend auch von der besorgniserregenden Variante Omikron bestimmt.“ Der Anteil der Delta-Variante, die das Infektionsgeschehen bis vor wenigen Wochen fast ausschließlich dominiert hatte, werde kontinuierlich geringer.

Corona: RKI warnt weiter vor Omikron-Variante

Aussagekräftiger, dafür aber weniger aktuell als die Meldedaten, sind die sogenannten Stichproben-Daten. Hier fließen ausschließlich Gesamtgenomsequenzen von zufällig ausgewählten Proben ein. Der Omikron-Anteil in Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) lag demnach laut RKI bei 20 Prozent im Vergleich zu 9 Prozent in der Vorwoche.

Durch die Omikron-Variante kann es in Deutschland „zu einer schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle und einer schnellen Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls weiterer Versorgungsbereiche“ kommen, warnt das RKI weiterhin. Das Institut schätzt die Gefährdung durch Covid-19 in Deutschland insgesamt als „sehr hoch“ ein.

Am Freitag (07.01.2022) beraten Bund und Länder bei einem Corona-Gipfel über neue Maßnahmen, um die Ausbreitung der Omikron-Variante einzudämmen. (lrg/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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