Ölleck stammt von anderer Quelle

Washington - Ein Ölleck in der Nähe des kürzlich abgedichteten Bohrlochs im Golf von Mexiko hat nach Angaben der US-Regierung nichts mit der Katastrophen-Quelle zu tun.

Der Krisenmanager der Regierung, Thad Allen, sagte am Dienstagnachmittag (Ortszeit), in einem Radius von gut drei Kilometern befinde sich noch eine weitere Ölquelle, die aber außer Betrieb sei. Allen zufolge sind zudem fünf weitere Lecks in näherer Umgebung der Verschlusskappe. Sie seien aber sehr klein - “nicht unähnlich einem Ölleck, das Sie vielleicht in ihrem Auto haben“ - und ebenfalls kein Anzeichen dafür, dass die Quelle undicht ist. Seit Donnerstag hindert eine Auffangvorrichtung über dem defekten Bohrloch das Öl daran, ins Meer zu strömen.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Mehrere Aussickerungen haben aber immer wieder die Befürchtung aufkommen lassen, der Verschluss könne neue Lecks im Untergrund hervorrufen - und die Katastrophe noch verschlimmern. Allen ordnete an, dass BP die Kappe einen weiteren Tag testen darf. Die Erkenntnis, dass in der Nähe auslaufendes Öl aus einer anderen Quelle stammt, dürfte indes für Erleichterung sorgen. Sie macht aber auf ein anderes Problem aufmerksam: Eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP hat ergeben, dass die rund 27.000 aufgelassenen Quellen im Golf bisher nicht auf Lecks überprüft werden.

BP verkauft Unternehmensteile an US-Ölunternehmen

Der BP-Konzern verkauft unterdessen einige Geschäftsfelder an ein US-Unternehmen, um die hohen Kosten durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko decken zu können. Das US-Ölunternehmen Apache zahle 7 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro) für Anlagen und Geschäftsteile in den USA, Kanada und Ägypten, teilte BP am Dienstag mit. Der Erlös solle in einen 20 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfonds für die Opfer der Ölpest fließen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, innerhalb von zwölf Monaten Anteile im Wert von bis zu 10 Milliarden Dollar zu verkaufen.

dapd

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