Nummer drei der Al-Kaida bei US-Luftangriff getötet

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Mustafa Abu al Jasid, die Nummer 3 bei Al Kaida, wurde zusammen mit seiner Frau, drei  Töchtern, einem Enkel und weitere Personen bei einem US-Luftangríff getötet.

Washington - Die US-Streitkräfte haben im Kampf gegen die  Al-Kaida offenbar einen wichtigen Erfolg erzielt: Die Nummer drei des Terrornetzwerks wurde Berichten zufolge bei einem Luftangriff in Pakistan getötet.

Der Al-Kaida-Finanzchef Mustafa Abu al Jasid sei zusammen mit seiner Frau, drei Töchtern, einem Enkel und anderen Personen ums Leben gekommen, erklärte das Terrornetzwerk am Montag auf seiner Website. Al Jasid galt hinter Osama bin Laden und Ajman al Sawahri als Nummer drei der Al-Kaida. Sein Tod wäre der wohl größte Erfolg der USA seit Beginn des Kampfes gegen Al-Kaida. Die Al-Kaida bezeichnete ihn als ihren Oberbefehlshaber in Afghanistan.

In US-Regierungskreisen hieß es, al Jasid sei innerhalb der vergangenen zwei Wochen bei einem Angriff mit einer Drohne in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan ums Leben gekommen. Die Al-Kaida nannte in ihrer Erklärung weder Ort noch Zeit des Angriffs. Ein US-Gewährsmann, der anonym bleiben wollte, sagte, die Nachricht vom Tod Al Jasids verbreite sich in Extremistenkreisen.

Die US-Regierung habe gute Gründe zu glauben, dass die Information der Wahrheit entspreche. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, al Jasid sei am 21. Mai bei einem US-Raketenangriff in der Stammesregion Nord-Waziristan getötet worden. Bei dem Angriff in der Nähe der Stadt Miran Schah wurden Berichten zufolge zehn Menschen getötet, darunter zwei Ausländer. Die Gewährsleute wurden nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche über al Jasids Tod informiert, der von lokalen Stammesführern und Taliban-Mitgliedern bestätigt worden sei.

Der 55 Jahre alte al Jasid ist auch unter den Namen Scheich Said und Abu Sajed al Masri bekannt. Er war seit fast 30 Jahren in islamistischen Bewegungen aktiv. Zunächst trat er einer radikalen Studentengruppe bei, die von al Sawahri geführt wurde. In den frühen 80er Jahren saß er drei Jahre in einem ägyptischen Gefängnis. Nach seiner Freilassung ging er nach Afghanistan, wo er nach Angaben der Al-Kaida eines ihrer Gründungsmitglieder wurde. Später folgte al Jasid Osama bin Laden in den Sudan und zurück nach Afghanistan. Er soll geheime Bankkonten verwaltet haben, die bei der Finanzierung der Terroranschläge vom 11. September 2001 benutzt wurden. Nach dem Einmarsch der US-Truppen und ihrer Alliierten tauchte er unter.

Alliierte Truppen erobern Taliban-Gebiet zurück

Einen Tag vor den geplanten Friedensverhandlungen mit den aufständischen Taliban begannen afghanische Soldaten mit der Rückeroberung einer abgelegenen Bergregion nördlich von Kabul. Unterstützt wurden sie dabei von NATO-Truppen. US-Hubschrauber brachten Militärangaben zufolge am Dienstag rund 200 einheimische Elitesoldaten in die Region. Der Bezirk Barg-e-Matal an der Grenze zu Pakistan war am vergangenen Wochenende von hunderten Taliban-Kämpfern überrannt worden. Die dort stationierten Regierungstruppen hatten sich daraufhin aus der Region zurückgezogen. In Kabul sollen am (morgigen) Mittwoch auf Einladung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai Beratungen über einen möglichen Frieden mit den Taliban stattfinden.

dapd

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