Nach Erdbeeben entkommen: 3000 Banditen in Haiti frei

Aus einem solchen Gefängnis sind nach dem Erdbeeben in Haiti 3000 Banditen ausgebrochen.

Port-au-Prince - 3000 Banditen sind aus einem  Gefängnis entkommen, das in Haiti bei dem Erdbeben zerstört wurde. 

Lesen Sie dazu auch:

Baby aus Trümmern gerettet

Wegen Haiti: Handwerk stoppt diesen TV-Spot

UN Zahlt fürs Aufräumen

Der haitische Präsident René Préval hat die Bürger seines vomErdbeben zerstörten Landes aufgerufen, die “schwache Polizei“ gegen Kriminelle zu unterstützen." Das sagte er der Pariser Zeitung “Le Monde“ (Donnerstag).

“Diese Leute sind eine Gefahr, weil für jeden Banditenchef zehn bis 20 andere arbeiten.“ In der Katastrophe gebe es immer Profiteure. Die Bürger müssten sich organisieren, um die Kriminellen anzuzeigen und die Plünderer zur Vernunft zu bringen. Prévals Regierung wird Untätigkeit in der Katastrophe vorgeworfen. Vier seiner Minister starben in dem Erdbeben; Regierungsgebäude wurden zerstört. Préval verwies darauf, dass auch viele Polizeiwachen und Fahrzeuge sowie der Sitz der UN-Truppe zerstört wurden.

Haiti - Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben

“Die Hilfe ist sehr schnell angekommen“, sagte er. “Doch das ist ein Problem, denn wir sind nicht in der Lage, die Hilfe entgegenzunehmen. Wenn ein Flugzeug ankommt, fragt man uns: Wo sind die Lastwagen? Wo sind die Lager?“ Das müsse koordiniert werden. “Ein Land stirbt nicht“ Nach dem Erdbeben habe er seine Minister anrufen wollen, sagte Préval. “Kein Telefon hat geantwortet. Ich wollte sie mit dem Auto erreichen. Alle Straßen waren blockiert.“ Jetzt gehe das besser. “Ja, der Staat war zusammengebrochen. Aber er erhebt sich nach und nach.“ 2009 sei Haiti erstmals von vier Wirbelstürmen verheert worden.

Und so ein starkes Erdbeben habe es in der Region zuvor nie gegeben. Jetzt seien politische Stabilität und Hilfe für den Wiederaufbau nötig. “Ein Land stirbt nicht. Ein Volk stirbt nicht.“ Vorrangig sei die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser, sagte Préval. “Wir müssen alles tun, damit keine Leichen auf den Straßen bleiben. Wir müssen alles Nötige tun, um den Menschen auf der Straße eine Wohnung zu geben.“

Für die Sicherheit seien weiterhin die Polizei und die UN-Truppen verantwortlich, die von den Amerikanern unterstützt würden.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare