Mutter Angelica: Das tolle Leben der TV-Nonne

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Birmingham - "Sister Act" war gestern! Die berühmteste Nonne der USA heißt Mutter Angelica (89) - und sie hat TV-Geschichte geschrieben. Ein Buch schildert ihr unglaubliches Leben. Unser Tipp zu Ostern:

Mit Gottes Hilfe ist alles möglich! Dieses Motto prägte das Leben von Mutter Angelica. Ihr Leben beginnt nahezu hoffnungslos. Durch ihren Glauben an Gott überwindet sie alle schwere Krankheiten und Widerstände gegen ihr Lebenswerk: Die größte religiöse Medienorganisation, nämlich den katholischen TV-Sender EWTN aufzubauen. Für das renommierte US-Nachrichtenmagazin "Time" ist sie "wohl die einflussreichste katholische Frau in Amerika".  "Das faszinierende Buch "Mutter Angelica: Eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte" schildert ihr bewegtes Leben - das 1923 in tiefer Not in der US-Stadt Canton (Ohio) beginnt. In den USA stand das Buch monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times.

Mutter Angelica: Die besten Sprüche der berühmtesten TV-Nonne

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Das Buch von Raymond Arroyo  „Mutter Angelica – Eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte“ ist im Media Maria Verlag erschienen (www.media-maria.de. 440 Seiten. 19,90 €)

Während der Weltwirtschaftskrise kommt die Italo-Amerikanerin als Rita Rizzo im Einwanderer-Ghetto zur Welt. In den Augen ihres Vaters ist sie ein unerwünschtes Kind. Als sie 9 Jahre alt ist, verlässt er die Familie. Die kleine Rita wächst in Armut bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die von Depressionen gequält wird. Mit 18 Jahren erkrankt Rita auch noch an einem schweren Magengenleiden. Schmerzen und Krämpfe zwingen die junge Frau in ein Korsett. Am Tiefpunkt ihres Leben ruft Rita Gott um Hilfe an - und sie erhält eine Antwort in Form eines Wunders.

Nach intensivem Gebet verschwindet ihre Magenkrankheit von einem Moment auf den anderen. Eine Stimme befiehlt Rita, das Korsett abzulegen und aufzustehen. Sie folgt dem Befehl. Ihr zuvor blau verfärbter Unterleib hat eine gesunde Farbe angenommen. Eine Geschwulst von der Größe einer Zitrone ist verschwunden. Die abgemagerte Rita bekommt wieder Appetit zurück und nimmt schnell zu. Die Ärzte haben keine Erklärung für diese Heilung.

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Diese Heilserfahrung bringt Rita Rizzo dazu, ihr Leben Gott zu weihen. 1944, ein Jahr nach ihrer spektakulären Genesung, tritt sie in den Orden der "Klarissen der Ewigen Anbetung" ein, wo sie den Ordensnamen "Mary Angelica" annimmt.

Als junge Nonne macht sie abermals im Leiden eine intensive Gotteserfahrung: Mary Angelica sürzt bei der Arbeit im Kloster und erleidet eine schwere Rückgratsverletzung. "Schwester Angelica, die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig, dass Sie nie mehr gehen können", eröffnet ihr ein Arzt vor der unumgänglichen Operation. Sie spricht zu Gott: "Herr, wenn Du mich wieder gehen lässt, dann werde ich Dir ein Kloster im Süden bauen."

Mary Angelica wird gesund und sie hält ihr Wort: 1962 erricht sie das Kloster "Unserer lieben Frau von den Engeln" in der Stadt Irondale im US-Südstaat Alabama.

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1976 folgt der nächste spektakuläre Coup der mutigen Nonne: Im Fernsehzeitalter sucht Angelica, die als Kloster-Oberin nun den Titel "Mutter" trägt, einen modernen Weg, die Botschaft Jesu Christi zu verbreiten. Ihr Plan: Ein TV-Sender soll den Amerikanern die Lehre der Kirche vermitteln! Eine damals revolutionäre Idee, allerings mit minimalen Erfolgsaussichten. Die 58-jährige Nonne besitzt keinerlei Fernseherfahrung. Ihr fehlt zudem technisch geschultes Personal. Und an Eigenkapital bringt sie läppische 200 Dollar mit, die auf ihrem Konto liegen.

Macht nichts! Ihr Motto lautet: Ich knie mich rein. Den Rest wird der Herrgott richten. Ab 1981 überträgt Eternal Word Television Network (EWTN) seine erste Sendung aus der Garage von Mutter Angelicas Kloster. Schnell werden ihre Auftritte TV-Kult und EWTN bald im ganzen Land empfangbar. Ihre direkten Wort werden zu ihrem Markenzeichen: Sie benutzt einen Jargon, den man eher bei einem Friseur hört als in einer Kathedrale.

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Als eine Anruferin Mutter Angelica während einer Sendung mitteilt, dass ihr Mann eine andere Frau mit nach Hause gebracht hatte, damit sie bei ihnen wohne, rät Mutter Angelica ihr in aller Deutlichkeit: „Werfen Sie ihn hinaus! Sie steuern auf die Hölle zu! Schicken Sie sie zum Teufel!"

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Mutter Angelicas Auftritte haben nichts mit den hochtrabenden Ausführungen mancher weltabgewandter Theologen zu tun. In ihren Sendungen greift sie Probleme wie Drogensucht, Alkoholismus, Scheidungsschmerz und Einsamkeit auf. Sie streicht geistlichen Balsam auf die Wunden der einfachen Menschen. Die "Verwundeten und Verletzten" sind die Menschen, denen sie sich zugehörig fühlt. Sie weiß, was Leid ist - das macht sie authentisch

Und sie setzt sich gegen die Diskriminierung der Schwarzen in den USA ein. Noch in den 1950er-Jahren, als die Rassentrennung zum Alltag in Amerika gehörte, schrieb sie in einem Brief, sie wolle "unaufhörlich Wiedergutmachung für all die Beledigungen und Verfolgungen leisten, die das Geschlecht der Neger erleidet und Gottes Segen und Gnade auf ein Volk herabflehen, das dem Herzen Gottes lieb und teuer ist".

Das klingt zwar politisch ziemlich unkorrekt - aber Mutter Angelica spricht immer so, wie ihr der Mund gewachsen ist. Ihr Motto: „Jesus sprach die Sprache des Volkes – die man verstehen konnte; auch die Kinder konnten sie verstehen. Wir in der Kirche sprechen allzu oft nur zu uns selbst.“

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In der Kirche passt ihr vor allem eines nicht: Allzu liberale Theologen. Sie ist eine konservative Katholikin - und sie steht dazu. Als bei einem Kreuzweg während des Weltjugendtages 1993 Jesus Christus von einer Frau dargestellt wurde, tobt sie vor laufender Kamera. Im Studio wettert Mutter Angelica immer heftiger gegen die "Progressiven" in der Kirche.

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Heute erreicht der von Mutter Angelica gegründete Sender EWTN über 150 Millionen Haushalte in mehr als 140 Ländern auf allen Kontinenten. Mit seinen Fernseh-, Radio- und Internetdiensten ist der Sender die größte religiöse Medienorganisation der Welt. Auch in Deutschland ist EWTN empfangbar. (Folgen Sie diesem Link) EWTN wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Einzig auf die göttliche Vorsehung vertrauend, baute Mutter Angelica ein Imperium auf, ohne sich Gedanken über Haushaltspläne oder Spendenkampagnen zu machen und erreichte damit das, was sogar die höchsten Ebenen der katholischen Kirche nicht geschafft hatten.

Trotz ihrer großen Erfolge bleibt Mutter Angelica bescheiden. Über sich selbst sagt sie: "Gott benutzt Trottel: Menschen, die bereit sind, sich lächerlich zu machen, damit Gott das Wunderbare vollbringen kann. In mir hat er einen gefunden!"

Nach zwei Schlaganfällen zieht Mutter Angelica sich 2003 aus dem Fernsehen zurück. 2009 wird sie von Papst Benedikt XVI. für ihre herausragenden Verdienste um die Kirche mit dem Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ („Für die Kirche und den Papst“) ausgezeichnet. Noch immer lebt sie in ihrem Kloster in Birmingham/Alabama. Im kommenden Jahr feiert sie ihren 90. Geburtstag. Vermutlich würde Mutter Angelica an dieser Stelle sagen: "So Gott will!"

Raymond Arroyo, Nachrichtendirektor und Chefmoderator von EWTN, hat ihr Leben aufgezeichnet. Ein fesselndes Buch, das eine Frau zeigt, die den christlichen Glauben wirklich lebt - und deren Vertrauen auf Gott ihr geholfen hat, die größten Herausforderungen zu bewältigen.

Das Buch von Raymond Arroyo  „Mutter Angelica – Eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte“ ist im Media Maria Verlag erschienen (www.media-maria.de. 440 Seiten. 19,90 €)

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fro

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