Mondlandung: Die wildesten Verschwörungstheorien

+
Bild vom Mond oder Studioaufnahme? Zu Apollo 11 gibt es wilde Verschwörungstheorien.

Washington - Neil Armstrong setzte im Juli 1969 als erster Menschen einen Fuß auf den Mond - oder vielleicht doch nicht? Um die Apollo-Missionen ranken sich wilde Verschwörungstheorien.

Lesen Sie hierzu auch:

Apollo 11: "Ein Riesensprung für die Menschheit"

Könnte es nicht sein, dass das Ereignis bloß vor einer Hollywood-Kulisse stattfand, inszeniert in der Wüste von Nevada von Regie-Genies wie Stanley Kubrick? Um die Sowjets zu erschrecken und vom Desaster in Vietnam abzulenken? Wie kaum ein anderes geschichtliches Ereignis hat die Mondlandung der Fantasie von Verschwörungstheoretikern Flügel verliehen - und das bis heute. Es begann 1974: Mit seinem im Selbstverlag erschienenen Buch “We never went to the moon“ (“Wir sind gar nicht zum Mond geflogen“) sorgte der bis dahin völlig unbekannte Ratgeber-Autor Bill Kaysing für Aufsehen. Kaysing, selbst kein Wissenschaftler, hatte einige Jahre als eine Art Archivar für eine Zulieferfirma der NASA gearbeitet.

Wilde Verschwörungstheorien - und ihre Erklärung

Die wildesten Verschwörungstheorien zur Mondlandung

Nun behauptete er, die US-Raumfahrt sei technisch weit davon entfernt gewesen, Menschen zum Mond zu fliegen. Und schon gar nicht sicher zurück. Stattdessen sei ein “30 Milliarden Dollar-Schwindel“ inszeniert worden. Tatsächlich boten Kaysings Thesen alles, was eine erfolgreiche Verschwörungstheorie braucht.

Erstens Motive: Mitte der 60er lagen die USA im Weltraum-Wettrennen mit den Sowjets demütigend weit zurück, zusätzlich standen sie wegen Kennedys Mondlandungs-Versprechen von 1961 unter enormem Druck, ein Erfolg musste her. Zweitens eine gewisse Plausibilität: Bis kurz vor dem Mond-Coup hatte die NASA immer wieder verheerende Rückschläge erlitten, etwa den Brand in der Apollo-1-Kapsel mit drei toten Astronauten 1967. Drittens präsentierte Kaysing eine ganze Reihe mutmaßlicher Beweise, darunter angebliche Unstimmigkeiten auf von der NASA präsentierten Mondfotos und -filmen. Und viertens ignorierte er die tatsächlichen Beweise für die Landungen: die von den Apollo-Missionen auf dem Mond hinterlassenen Lichtreflektoren beispielsweise oder das mitgebrachte Mondgestein, das eine Zusammensetzung aufweist, wie sie auf der Erde nicht vorkommt.

“Fotos beweisen nichts“

“Ein paar Fotos und Behauptungen von Leuten, die ihr ganzes Leben unter dem Einfluss des Militärs standen, beweisen gar nichts“, sagte Kaysing. Sämtliche Apollo-Missionen inklusive der Beinahe-Katastrophe von Apollo 13 seien erfunden. Dass es im Fall einer Verschwörung mindestens Hunderte, vielleicht sogar Tausende Mitwisser geben müsste, irritierte Kaysing nicht, im Gegenteil: Er sah in der Mondlandung ein gigantisches, von NASA , CIA und der “verlotterten“ Regierung in Washington errichtetes Lügengebäude, dessen Konstrukteure nicht einmal davor zurückschreckten, Unfälle wie die “Challenger“-Katastrophe zu inszenieren, um Zweifler für immer zum Schweigen zu bringen.

Chronik: Stationen auf dem Weg zum Mond

Chronik: Stationen auf dem Weg zum Mond

Gegen eine Mondlandung, so der 2005 gestorbene Kaysing, sprächen nicht nur die technischen Probleme der NASA und die Gefahren durch solare und kosmische Strahlung. Merkwürdig seien auch die Berichte von Neil Armstrong & Co: “Kein einziges Mal hat einer von ihnen gesagt, wie überwältigend der Anblick der Sterne war. Es ist, als wenn Sie die Niagarafälle besuchen und hinterher davon erzählen, wie der Hamburger dort geschmeckt hat.“ Das sei aber dann nicht verwunderlich, wenn die drei “Astro-Nots“ in Wirklichkeit fast einen Monat isoliert auf irgendeiner Militär-Basis verbringen mussten, ehe man sie über dem Pazifik abwarf, um sie anschließend als Helden feiern zu lassen.

Lady Di bis 11. September: Alles nur ein Fake?

Lady Di bis 11. September: Alles Verschwörung?

Die angeblich fehlenden Sterne auf den Mondfotos sind der wohl am häufigsten vorgebrachte “Beweis“ der Verschwörungstheoretiker. Tatsächlich sind Armstrong und Buzz Aldrin vor einem pechschwarzen Nachthimmel zu sehen. Kaysing sah darin die Rückwand eines Filmstudios im legendären Sperrgebiet “Area 51“ in Nevada. Er kam zu dem Schluss, dass die Sterne weggelassen worden seien, weil ein astronomisch auch nur halbwegs korrektes Hintergrundbild nicht zu fälschen gewesen sei. Tatsächlich liegt die Erklärung für die fehlenden Sterne einfach in der kurzen Belichtungszeit: Nur sie ermöglichte scharfe Bilder von den Astronauten.

Die Fahne wehte nicht

Ohnehin, so Kaysing, hätten die verwendeten Filme bei den auf dem Mond herrschenden Temperaturen von bis zu 140 Grad einfach schmelzen müssen. Tatsächlich fanden die Landungen jedoch bei weit gemäßigteren Temperaturen statt. Doch wie kann es sein, dass Fotos deutlich eine “wehende“ US-Flagge zeigen, obwohl auf dem Mond bekanntlich nicht das leiseste Lüftchen weht, fragten viele Verschwörungstheoretiker. Tatsächlich war die von Aldrin in den Boden gerammte Fahne gerafft und faltig, so dass es nach einem Wehen aussah. Dass der Faltenwurf auf allen Fotos gleich aussieht, beweist jedoch eindeutig, dass die Fahne nicht im Wind wehte.

Mondlandung live im Internet

Im Internet ist die Mondlandung derzeit nochmals unter wechoosethemoon.org in Realtime mitzuverfolgen.

ap

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare