Landgericht Nürnberg-Fürth

Mithäftling mit Besenstiel vergewaltigt: Haftstrafe!

Nürnberg - Wegen Vergewaltigung und Misshandlung sind zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden hatten ihren Mithäftling mit einem Besen vergewaltigt.

Ein 23-Jähriger wurde am Montag vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt, ein 22-Jähriger zu vier Jahren und drei Monaten.

Die beiden hatten gestanden, ihren 22-jährigen Mitgefangenen geschlagen und gewürgt zu haben. Der ältere der beiden räumte zudem ein, er habe den Zellengenossen mit einem Besenstiel vergewaltigt, um ihn zu bestrafen. Der Jüngere soll ihm dabei geholfen oder die Tat zumindest nicht verhindert haben.

Opfer hat Notruftaste nicht gedrückt 

Das Gericht sprach die beiden Männer wegen Vergewaltigung sowie gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung schuldig. Der Vorsitzende Richter Dieter Weidlich sagte, das Opfer habe die Vergewaltigung über sich ergehen lassen, da es sowieso nicht mit rascher Hilfe gerechnet habe. Darum habe der Mann die Notruf-Taste nicht gedrückt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten ihren Zellengenossen auch geschlagen und gewürgt hatten.

Vergewaltigung kam durch Zufall heraus

Der ältere der beiden sitzt bis Januar 2013 noch eine Haftstrafe ab, weil er bereits in einem anderen Gefängnis einen Mithäftling misshandelt hatte. Der 23-Jährige wurde in Fußfesseln zu dem Prozess gebracht.

Als Grund für die Angriffe hatten die beiden Täter Streitereien in der Zelle angegeben. Zudem hätten sie den jungen Mann nicht gemocht, da dieser angeblich seine Partnerin misshandelt habe. Der Vorfall kam laut Staatsanwaltschaft nur durch einen Zufall heraus: Ein anderer Häftling hatte in einem Brief an einen Verwandten von dem Vorfall berichtet. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt erstattete daraufhin Anzeige.

ap

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