Minister sterben bei Anschlag in Mogadischu

Mogadischu - In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist am Donnerstag ein Bombenanschlag verübt worden. Unter den Opfern sind auch drei Minister der somalischen Übergangsregierung.

Mit ihnen starben mindestens 16 weitere Menschen, als sich am Donnerstag nach Augenzeugenberichten ein Selbstmordattentäter in einem Hotel in die Luft sprengte. Der Nachrichtensender Al-Dschasira gab die Zahl der Toten sogar mit insgesamt 18 an. Zu dem Anschlag während einer Abschlussfeier für Studenten bekannte sich zunächst niemand.

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

In jüngster Zeit hat es in Somalia vermehrt Selbstmordanschläge der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz gegeben, die gegen die vom Westen unterstützte Regierung kämpft. Unter den Toten waren nach offiziellen Angaben die drei Minister für Gesundheit, Bildung und Hochschulen des Krisenstaates. Der Minister für Jugend und Sport wurde schwer verletzt. Ums Leben kamen auch ein Kameramann des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija sowie ein Journalist des somalischen Radiosenders Shabelle. 

Insgesamt hatten mehrere hundert Studenten, deren Angehörige, Dozenten und Regierungsvertreter an der Feier im Hotel “Shamo“ teilgenommen, von denen Dutzende teils schwer verletzt wurden. Das Hotel liegt in dem von der Regierung kontrollierten Gebiet der Hauptstadt und nur einen Kilometer vom Hauptquartier der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) entfernt, die im September selbst Ziel eines schweren Anschlags war.

Augenzeugen berichteten, sie hätten einen Mann gesehen, der das Hotel “Shamo“ betreten und einen am Körper getragen Sprengstoffgürtel gezündet habe. Nach unbestätigten Angaben soll sich der Attentäter als Frau verkleidet haben. Der Nachrichtensenders Al-Dschasira berichtete, er gebe auch Aussagen über eine unter dem Podium versteckte Bombe.

Im September waren in Mogadischu bei einem doppelten Selbstmordanschlag 17 Soldaten der AU-Friedenstruppe getötet und mehr als 40 Menschen verletzt worden. Die Al-Shabaab-Miliz, die von den USA als Terrororganisation mit Verbindungen zu El Kaida eingestuft wird, hat große Teile Somalias einschließlich Mogadischus unter Kontrolle. Die Übergangsregierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed stützt sich vor allem auf die rund 5000 Soldaten der aus Uganda und Burundi stammenden AU-Friedenstruppen.

dpa

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