Blutiger Anschlag auf Revolutionsgarden im Iran

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Bei einem Selbstmordanschlag im Iran sind am Sonntag mindestens 20 Menschen getötet worden (Archivbild).

Teheran - Bei einem Selbstmordanschlag auf die Revolutionsgarden im Iran sind nach staatlichen Medienberichten am Sonntag Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden.

Mindestens sechs Kommandeure der paramilitärischen Truppe seien unter den Toten, berichtete das Staatsfernsehen. Der Anschlag ereignete sich am Morgen in Provinz Sistan-Balutschistan im Südosten des Landes. Auch mehrere Stammesführer sollen unter den Toten sein.

Nach Angaben der Agentur Fars kamen vermutlich 40 bis 50 Revolutionsgardisten ums Leben. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA meldete, mindestens 60 Angehörige der sogenannten Pasdaran seien getötet oder verletzt worden.

Die Gardisten wollten sich mit sunnitischen Stammesführern in Pischin treffen. Das Staatsfernsehen berichtete, die Gruppe sei von einem einzelnen Selbstmordattentäter angegriffen worden. Zu dem Blutbad bekannte sich zunächst niemand.

Die Pasdaran warfen in einer Erklärung “Elementen mit Bezug zur globalen Arroganz“ - gemeint sind die USA und Großbritannien - vor, für den Anschlag verantwortlich zu sein, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Parlamentsabgeordnete für die Provinzhauptstadt Zahedan, Payman Forusesch, erklärte, “Feinde der Revolution“ wollten Zwietracht zwischen Schiiten, die im Iran in der Mehrheit sind, und Sunniten im Südosten des Landes säen.

Die Behörden haben in der Vergangenheit die radikale sunnitische Gruppe Dschundallah (Gottessoldaten) für Drogenhandel und Terroranschläge in der Provinz verantwortlich gemacht. Im Mai starben bei einem Anschlag auf eine Moschee in Zahedan 25 Gläubige, rund 80 wurden verletzt. Zwischen der Dschundallah und Sicherheitskräften kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen. Das Drei-Länder-Eck gilt als Hauptroute von Drogenhändlern, die Rauschgift aus Pakistan und Afghanistan nach Europa schmuggeln.

Erst im Juli waren 13 Dschundallah-Mitglieder in Zahedan hingerichtet worden. Derzeit sitzt Abdul-Hamid Rigi, der Bruder von Dschundallah-Anführer Abdulmalik Rigi, wegen Mordes, Entführung und Drogenhandel in der Todeszelle.

dpa

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