Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan 

Peshawar - Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten von Pakistan sind am Freitag mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden mehr als 60 weitere Menschen verletzt, als der Täter auf einem Basar am Rande der Stadt Kohat ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Luft sprengte. Durch die Wucht der Explosion seien zahlreiche Geschäfte und ein Hotel zerstört worden. Unter den Trümmern werden weitere Opfer befürchtet. Der Anschlag ereignete sich in einem von Schiiten bewohnten Viertel. Bei Angriffen im Nachbarland Afghanistan starben zwei NATO-Soldaten.

Die schlimmsten Anschläge seit dem 11. September

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

Zu der Tat in Kohat bekannte sich eine den radikal-islamischen Taliban nahestehende sunnitische Extremistengruppe. Ein Sprecher erklärte gegenüber pakistanischen Medien, der Angriff sei aus “Rache“ für den Mord an einem sunnitischen Geistlichen verübt worden. In Pakistan kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit. Etwa 80 Prozent der mehr als 150 Millionen Pakistaner sind Sunniten. Die Region Kohat liegt grenzt an die halbautonomen Stammesgebiete zu Afghanistan. Diese gelten als Hochburg der Taliban.

Bei zwei Anschlägen im benachbarten Afghanistan kamen mindestens zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben. Wie die NATO-geführte ISAF am Freitag mitteilte, starben die Männer am Vortag in Südafghanistan. In beiden Fällen seien am Straßenrand versteckte Sprengsätze explodiert. Ebenfalls am Donnerstag waren in der Hauptstadt Kabul 16 Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet worden, darunter sechs italienischen ISAF-Soldaten.

Der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad hat unterdessen ungeachtet der massiven Kritik an der Präsidentenwahl in Afghanistan seinem Amtskollegen Hamid Karsai zur “Wiederwahl“ gratuliert. In einer am Freitag in Kabul verbreiteten Mitteilung Karsais heißt es, Ahmadinedschad habe in dem Telefonat am Vorabend das afghanische Volk zu der “erfolgreichen Wahl“ beglückwünscht und erklärt, er hoffe, die Wahl werde zu “weiterem Wohlstand und Fortschritt“ im Land führen. Wie Karsai in Afghanistan wird Ahmadinedschad von der Opposition im Iran des Wahlbetrugs beschuldigt.

Nach dem am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Endergebnis kam Karsai bei der Abstimmung am 20. August auf 54,6 Prozent der Stimmen, sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah erhielt 27,8 Prozent. Bevor ein amtliches Endergebnis und damit der Wahlsieger verkündet werden können, müssen nach Anordnung der Beschwerdekommission (ECC) jedoch die Stimmen aus fast jedem zehnten Wahllokal neu gezählt und überprüft werden. Nach Angaben der EU- Wahlbeobachtermission sind 1,5 Millionen Stimmen gefälscht oder zumindest verdächtig.

dpa

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