Bestialische Bande saugt Mordopfern Fett ab und verkauft es

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Ein Polizist zeigt in Peru die Überreste von Mordopfern, die von einer Bande getötet wurden und das abgesaugte Fett an Kosmetikfirmen verkauft wurde.

Lima - Eine Gangsterbande in Peru hat nach Polizeiangaben Menschen ermordet, um den Opfern Fett abzusaugen und dieses an Kosmetikfirmen zu verkaufen. Die Zahl ihrer Opfer ist unbekannt.

Verhaftete Bandenmitglieder hätten fünf Morde gestanden, doch könnten es Dutzende mehr gewesen sein, erklärte Polizeioberst Jorge Mejia. Einer habe ausgesagt, ihre Bande sei nicht die einzige. Allein der noch flüchtige Anführer soll nach Aussage eines Verdächtigen schon seit über 30 Jahren Menschen wegen ihres Fetts töten.

Mediziner reagierten allerdings skeptisch. Die Polizei verpasste der Bande den Namen “Pishtacos“ - nach mythischen Gestalten der peruanischen Sagenwelt, die ihre Opfer mit Macheten gevierteilt und ihnen das Fett ausgesogen haben sollen. Zwei der Verhafteten hatten Mejia zufolge bei ihrer Ergreifung Flaschen mit flüssigem Menschenfett dabei, das nach ihrer Aussage umgerechnet 10.000 Euro pro Liter wert sein soll.

Verkauft wurde das Fett an Mittelsmänner in der Hauptstadt Lima und ging nach Vermutung der Polizei weiter an Kosmetikfirmen in Europa. Beweise dafür hat Mejia allerdings nicht.

Mindestens 60 Vermisste

In der Provinz Huanoco, wo die Bande ihr Unwesen trieb, wurden allein in diesem Jahr mindestens 60 Menschen als vermisst gemeldet. Allerdings sind dort auch Drogenschmuggler und Rebellen zugange. Die Polizei bekam nach Angaben Mejias vor Monaten einen Tipp, dass in Lima Fett aus dem Dschungel verkauft werde. Es gelang, Zugang zu der Bande und schließlich auch eine Probe der bernsteinfarbenen Flüssigkeit zu bekommen.

Eine Laboranalyse bestätigte, dass es sich um menschliches Fett handelte. Anfang November wurden an einer Bushaltestelle in der Hauptstadt zwei Verdächtige mit einem Liter Fett in einer Getränkeflasche gefasst, auf ihre Aussage hin wenige Tage später ein dritter. Nach sechs weiteren, darunter auch Bandenchef Hilario Cudena, wird noch gefahndet. Einer der Verhafteten führte die Beamten in einem Tal voller Kokaplantagen zu dem halbverwesten Kopf eines 27-jährigen Mannes.

Er schilderte laut Mejia, wie die Bande ihren Opfern Kopf, Arme und Beine abzutrennen pflegte. Dann wurde den Angaben zufolge der Torso an Haken über Kerzenflammen aufgehängt und das schmelzende Fett in Wannen aufgefangen.

“Das ergibt überhaupt keinen Sinn“

Fachleute bezweifeln, dass es einen internationalen Schwarzmarkt für menschliches Körperfett gibt. Die Dermatologin Lisa Donofrio von der Universität Yale kann sich das allenfalls in kleinem Maßstab für “Körperfettextrakte“ vorstellen, die die Haut aufpolstern sollen. Wissenschaftlich gesehen seien solche Behandlungen allerdings “kompletter Quatsch“.

Körperfett wird auch benutzt, um beispielsweise Falten zu unterspritzen. Es stammt dann aber von dem Patienten selbst und wird in der Regel aus Bauch oder Gesäß abgesaugt. Würde Körperfett eines anderen Menschen genommen, “bestünde die Gefahr einer Immunreaktion, die lebensbedrohliche Folgen haben könnte“, erklärte Neil Sadick, Dermatologe am Cornell Weill Medical College in New York.

Ungläubig reagierte auch Adam Katz, Professor für Plastische Chirurgie an der Universität von Virginia. “Ich wüsste nicht, warum es einen Schwarzmarkt für Fett geben sollte“, meinte er. “Das ergibt überhaupt keinen Sinn, denn in den meisten Ländern können wir so reichlich Fett von bereitwilligen Spendern bekommen, dass ich nicht erkennen kann, weshalb ausgerechnet dafür ein Schwarzmarkt existieren sollte.“

AP

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