John Lennox

Mathematiker: Gott erschuf die Welt - Hawking ist unlogisch

+
John Lennox ist Professor für Mathematik an der Universität Oxford, Dozent für Wissenschaftsphilosophie - und bekennender Christ.

Oxford - Für die Entstehung des Universums ist laut dem englischen Astrophysiker Stephen Hawking kein Gott notwendig gewesen. Widerspruch kommt jetzt von einem Professor aus Oxford: Er hält Hawkings Argumentation für unlogisch.

John Lennox ist Professor für Mathematik an der Universität Oxford, Dozent für Wissenschaftsphilosophie - und ein bekennender Christ. Er kritisiert die These des Astrophysikers Hawking, wonach sich das Universum selbst aus dem Nichts erschaffen habe und Gott dafür nicht nötig gewesen sei. Lennox hat in der englischen Zeitung "Daily Mail" eine ausführliche Erwiderung auf Hawkings Thesen verfasst.

Der Physiker erliege einer Reihe elementarer Missverständnisse, schreibt der Mathematiker. Nach John Lennox' Überzeugung kann man die Welt nicht ohne Gott erklären.

Hawking argumentiert in seinem neuen Buch „Der große Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums“, (seit 7. September in Deutschland erhältlich), das Universum könne sich selbst erschaffen, weil es Naturgesetze wie die Schwerkraft gebe. Der Urknall sei eine unausweichliche Konsequenz der physikalischen Gesetze. Die „Hand Gottes“ sei dafür nicht nötig, behauptet Hawking.

John Lennox: Hawkings Gottesbild ist fehlerhaft

Doch wie John Lennox in seiner Erwiderung hervorhebt, ist bereits Hawkings Vorstellung von Gott fehlerhaft. Er sehe ihn als Lückenbüßer, der immer dann herhalten müsse, wenn man keine naturwissenschaftliche Erklärung für ein Phänomen finde. Doch für Christen sei Gott "der Autor der ganzen Show – sowohl von den Teilen, die wir nicht verstehen als auch von denen, die wir verstehen."

"Als Wissenschaftler und Christ würde ich sagen, dass Hawkings Behauptung fehlgeleitet ist", schreibt John Lennox  in der englischen Zeitung. "Er möchte, dass wir zwischen Gott und den Gesetzen der Physik wählen, so als würden sie in einem Gegensatz zueinander stehen."

John Lennox: Die Schöpfung und ihren Schöpfer verstehen

Das aber sei aber eine falsche Alternative, betont der Mathematik-Professor. So wie man die Arbeit eines Ingenieurs umso mehr bewundere, je besser man sie verstehe, so wachse auch die Ehrfurcht vor dem Schöpfer, je mehr man dessen Schöpfung verstehe.

Lennox liefert für seine These auch ein anschauliches Beispiel: "Wenn er (Hawking; Anm. d. Red.) uns dazu aufruft, uns zwischen Gott und den Gesetzen der Physik zu entscheiden, dann ist das so, als ob jemand möchte, dass man sich zwischen dem Luftfahrt-Ingenieur Sir Frank Whittle und den Gesetzen der Physik entscheiden sollte, um zu erklären, wie eine Raketendüse funktioniert. Er bringt hier die Kategorien durcheinander. Die Gesetze der Physik können erklären, wie eine Flugzeugdüse funktioniert, aber jemand muss sie bauen, mit Treibstoff füllen und sie zünden. Das Flugzeug konnte nicht von selbst ohne die Gesetze der Physik erbaut werden, sondern die Entwicklung und der Bau dieser Düse bedurfte des Genies eines Mannes wie Whittle. Genauso konnten die Gesetze der Physik das Universum nicht erschaffen."

John Lennox: Kein Widerspruch zwischen Wissenschaft und Religion

Außerdem fragt Lennox: "Woher kam die Schwerkraft, und was war die schöpferische Kraft ihrer Geburt?" Hawkings Denken gründe auf der Annahme, dass sich Naturwissenschaft und Religion widersprechen. Doch für ihn als Christen, so John Lennox, gebe es da keinen Widerspruch. Vielmehr stärke "die Schönheit der Naturgesetze" den Glauben an einen intelligenten, göttlichen Schöpfer.

Hawkings Argument, wonach die Existenz der Schwerkraft auf die Erschaffung des Universums aus sich heraus deute, erscheine vor diesem Hintergrund noch unlogischer.

Grundsätzlich, so behauptet der Mathematiker, ergebe der christliche Glaube auch naturwissenschaftlich einen Sinn. Laut Lennox reichen Hinweise auf die Existenz Gottes über die Naturwissenschaften hinaus. Gott habe sich selbst den Menschen in Jesus Christus vor zwei Jahrtausenden offenbart. Dies sei nicht nur in den Schriften der Bibel gut belegt, sondern auch durch eine Fülle archäologischer Funde. Der Professor aus Oxford betont: "Mein Glaube an Gott beruht nicht nur auf Erkenntnissen der Naturwissenschaft sondern auch auf dem historischen Zeugnis, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist."

Die Botschaft des Atheismus, wonach der Mensch nur nach Selbstbelohnung und Überleben strebe, habe schon immer einen depressiven Eindruck hinterlassen. John Lennox: „Atheismus ist ein hoffnungsloser Glaube. Hingegen gibt die christliche Botschaft, fest gegründet in der Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Hoffnung für die Zukunft."

John Lennox ist Autor der Bücher:

"Hat die Wissenschaft Gott begraben?: Eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen" 

"Stephen Hawking, das Universum und Gott"

"Gott im Fadenkreuz Warum der Neue Atheismus nicht trifft"

"Sieben Tage, das Universum und Gott"

(Alle im Verlag Verlag: SCM R.Brockhaus erschienen) 

fro

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare