Kreuzfahrtschiff setzt Fahrt fort - Auch Deutsche an Bord

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Das Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" auf einem Archivbild aus dem Jahr 2010

Manila - Ein Feuer hat auf einem Kreuzfahrtschiff einen Motorschaden verursacht. Jetzt hat die “Azamara Quest“ seine Fahrt in Südostasien fortgesetzt. An Bord sind auch Deutsche.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes “Azamara Quest“ sind ausweislich der Passagierliste 36 Deutsche. Das teilte die Sprecherin der Reederei Azamara Club Cruises, Marina Noble, am Samstag in Frankfurt am Main mit.

Nach Angeben des Außenministeriums stehen das Amt selbst und mehrere Botschaften in Kontakt mit der Reederei und den zuständigen Behörden. “Die Botschaften bereiten sich darauf vor, die Deutschen an Bord konsularisch zu betreuen, sobald sie an Land gegangen sind“, hieß es in einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes.

Nach dem gelöschten Brand im Maschinenraum ist die “Azamara Quest“ inzwischen auf dem Weg in den Hafen der Stadt Sandakan im Norden Malaysias, wo die Reise enden soll. Dies wird vermutlich ein bis zwei Tage dauern, teilte die Reederei auf ihrer Website mit

Es ist der dritte Notfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr: Auf einem Luxusliner mit rund 1000 Menschen an Bord ist vor der Küste von Borneo ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Maschinenraum der „Azamara Quest“ habe schnell gelöscht werden können, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises auf ihrer Webseite mit. Fünf Mitglieder der Besatzung seien am Freitagabend durch eine Rauchgasvergiftung verletzt worden, einer von ihnen schwer. Alle 600 Passagiere, die vorwiegend aus den USA und Europa stammen, seien wohlauf.

Die „Azamara Quest“ trieb laut Reederei rund 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nach dem Brand sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, heißt es in der Mitteilung der Reederei. Die Arbeiten an der Maschine dauerten noch.

Jeder Gast soll Reisepreis erstattet bekommen

Wann die „Azamara Quest“ aus eigener Kraft weiterfahren kann, ist unklar. Auf jeden Fall soll das Schiff die Reise dann in Sandakan in Malaysia an der Nordspitze die riesigen Insel Borneo beenden. Das schwerer verletzte Crew-Mitglied muss nach Informationen der philippinischen Küstenwache, die das Schiff eskortiert, auch nicht in ein Krankenhaus geflogen werden.

Azamara Club Cruises ist eine Marke des Kreuzfahrtkonzerns Royal Carribean, der insgesamt 40 Schiffe besitzt. Azamara-Präsident Larry Pimentel werde ab Montag in Malaysia die Passagiere persönlich erwarten, um deren Weiter- oder Heimreise sicherzustellen, hieß es am Samstag. Neben der vollen Erstattung des Reisepreises soll jeder Gast einen Kreuzfahrt-Gutschein in gleicher Höhe erhalten.

Fünf-Sterne-Schiff war unterwegs nach Singapur

Das Fünf-Sterne-Schiff hatte Hongkong am 26. März verlassen und war nach einem Stopp in Manila auf den Philippinen auf einem großen Südostasien-Trip unterwegs nach Singapur.

Azamara Club Cruises betreiben zwei Schiffe, die „Quest“ mit Platz für bis zu 694 Passagiere und mehr als 300 Crewmitglieder, und das Schwesterschiff „Azamara Journey“. Beide sind relativ klein, werben mit einer persönlichen Atmosphäre und luxuriösem Service, und können auch kleinere Häfen anlaufen. Die „Quest“ wurde nach Angaben der Reederei im Mai 2000 in den Dienst gestellt.

Deutsche Kreuzfahrt-Veranstalter immer noch erfolgreich

Die Havarie ist der dritte größere Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Am 13. Januar lief die „Costa Concordia“ wahrscheinlich durch einen Fehler des Kapitäns vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Dabei starben 32 Menschen, noch immer bergen Taucher Leichen aus dem überfluteten Wrack.

Gut sechs Wochen danach, Ende Februar, havarierte das Schwesterschiff „Costa Allegra“ nach einem Brand vor den Seychellen. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.

Deutsche Kreuzfahrt-Veranstalter verzeichneten dennoch laut dem Deutschen Reiseverband keinen nennenswerten Rückgang bei den Buchungen. Im Gegensatz dazu berichteten die Kreuzfahrtkonzerne Carnival, zu dem die Schiffe von Costa Cruises gehören, und Royal Carribean über deutliche Umsatzeinbußen.

dpad/dpa

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