Keine Ölbohrungen im Arktischen Ozean

Washington - Als Konsequenz aus der Ölpest im Golf von Mexiko will die US-Regierung die Ölforderung im Arktischen Ozean vorerst auf Eis legen. Es stehen noch Untersuchungen aus.

US-Präsident Barack Obama will als Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko ein Moratorium für neue Ölbohrungen in tiefen Gewässern um zunächst sechs weitere Monate verlängern. Das verlautete am Donnerstag aus dem Weißen Haus in Washington. Obama hatte am Samstag eine Kommission eingesetzt, die das Unglück untersuchen und ihm dann Bericht erstatten soll. Mit der Verlängerung des Stopps von neuen Bohrungen könnte sich ein grundsätzlicher Wandel in der Haltung der Regierung zu den Offshore-Bohrungen andeuten.

Auf Eis gelegt werden soll zunächst auch die Ölforderung im Arktischen Ozean. Innenminister Ken Salazar fordert nach Angaben aus Regierungskreisen weitere Untersuchungen zur Bohrtechnologie und möglichen Reaktionen auf einen sogenannten Blowout, also das unkontrollierte Austreten von Öl ins Meer. Er lehnt demnach Genehmigungen für Explorationsbohrungen in der Arktis vor 2011 ab. Der Ölkonzern Shell wollte damit eigentlich in diesem Sommer beginnen.

Erfolgschancen für “Top Kill“ bei 60 bis 70 Prozent

Der Ölkonzern BP kommt unterdessen beim jüngsten Versuch zur Abdichtung des Öllecks im Golf von Mexiko offenbar gut voran. Konkrete Erkenntnisse, ob das Top Kill genannte Verfahren tatsächlich Wirkung zeigt, würden aber frühestens am Donnerstagabend erwartet, sagte BP-Chef Tony Hayward in Houston. BP hat am Mittwoch damit begonnen, Schlamm und Zement in die undichten Stellen am Meeresboden zu pumpen. Misslingt dies, fließt im schlimmsten Fall noch mehr Öl als bisher ins Meer. Bislang gebe es keine Probleme, erklärte der Mineralölkonzern.

BP-Manager Doug Suttles versicherte, das Unternehmen tue alles, um zu verhindern, dass weiter Öl ins Meer ströme. “Wir erledigen diesen Top-Kill-Job so zügig und effizient wie möglich“, sagte er. BP bezifferte die Erfolgschancen der Aktion auf 60 bis 70 Prozent. “Keine Nachrichten sind gute Nachrichten“, sagte Admiral Thad Allen von der US-Küstenwacht, der die umstrittene Operation überwacht. Nun müsse man abwarten. Niemand weiß genau, wie viel Öl seit der Explosion der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ Mitte April bereits ausgetreten ist. Experten gehen von mindestens 26,5 Millionen Litern aus.

dapd

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