Diskussionen im Vatikan 

Kardinal wohnt zehn Mal protziger als der Papst

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Kardinal Bertone bei einem Treffen mit Papst Franziskus im März 2013.

Rom - Papst Franziskus ist sauer. Er selbst lebt äußerst bescheiden und fordert eine "arme Kirche". Einem italienischen Kardinal scheint das jedoch egal zu sein: Er bezieht eine riesige Luxus-Wohnung.

Eine fast 700 Quadratmeter große Luxus-Wohnung für den früheren Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone sorgt im Vatikan für Diskussionen. Die Zeitung „La Repubblica“ berichtete, der 79-Jährige werde im Sommer in seine opulente neue Bleibe in dem Kirchenstaat einziehen. Sie sei zehnmal größer als das eher bescheidene 70- Quadratmeter-Apartment von Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta. Neben mehr als 600 Quadratmetern Wohnfläche soll die Immobilie auch eine etwa 100 Quadratmeter große Dachterrasse mit Blick auf die Heilige Stadt haben.

Der argentinische Pontifex, der immer wieder eine „arme Kirche der Armen“ fordert, soll der Zeitung zufolge nicht begeistert darüber gewesen sein. Erst am Gründonnerstag hatte Franziskus in seiner Predigt gefordert: „Die priesterliche Freude ist eine Freude, welche die Armut zur Schwester hat.“

Papst Franziskus zelebriert die Ostermesse - Bilder

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Der vor rund einem halben Jahr als Kardinalstaatssekretär abgetretene Bertone ist im Vatikan nicht unumstritten. Er stand während seiner Amtszeit vor allem wegen seines Umgangs mit Krisen wie dem Missbrauchsskandal und der „Vatileaks“-Affäre um gestohlene Dokumente in der Kritik.

Zuletzt war der Lebensstil von Bischöfen auch in Deutschland in den Fokus gerückt. Nach einer Kostenexplosion beim Um- und Neubau seines Amtssitzes musste Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zurücktreten.

dpa

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