Live-Ticker: Die Ereignisse am Sonntag

Die Tragödie in Japan nimmt kein Ende: Die Bevölkerung muss nicht nur gegen die Verwüstung nach dem Tsunami kämpfen. Das Land steht zudem vor einer atomaren Katastrophe. Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse im Live-Ticker:

20.55 Uhr +++ Der Kampf auf Leben und Tod gegen die Kernschmelze am japanischen Atomkraftwerk Fukushima zahlt sich aus. Technikern gelang es am Wochenende, die Reaktorblöcke 5 und 6 der havarierten Atomanlage zu kühlen und zu stabilisieren. Zudem sank die Temperatur in allen Abklingbecken nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo. Sorge bereitete aber weiter die Kühlung des Blocks 3, wo die Brennstäbe aus hochgiftigen Plutonium-Uran-Mischoxiden (MOX) sind. Auch am Block 2 gelang es, Stromkabel zu legen.

18.27 Uhr +++ Die japanische Regierung hat der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima empfohlen, das dortige Leitungswasser nicht zu trinken. Die radioaktive Belastung könnte zu hoch sein. Zuvor waren bereits erhöhte Strahlungswerte im Leitunsgwasser von Tokio und anderen Regionen des Landes festgestellt worden.

17.37 Uhr +++ Immer mehr Blöcke des Atomkraftwerkes Fukushima eins erhalten Strom und Wasser, sie kühlen ab. Die Gefahr ist jedoch keineswegs gebannt: “Die Situation ist nicht stabil, aber es gibt positive Schritte“, sagt Sven Dokter von der Gesellschaft für Anlagen - und Reaktorsicherheit in Köln. Die Menge des Wassers in den Reaktorkernen der Blöcke 1, 2 und 3 sei nach seinen Erkenntnissen “halbwegs stabil“, erläutert Dokter und betont zugleich: “Das ist von der Ferne aber schwer zu beurteilen.“

17.08 Uhr +++ Bei Rückkehrern aus Japan sind auf Deutschlands größtem Airport bisher keine überhöhten Strahlenwerte gemessen worden. Dies berichtete am Sonntag der Sprecher des hessischen Umweltministeriums, Thorsten Neels. Insgesamt haben sich auf dem Frankfurter Flughafen am Freitag und Samstag 14 aus Japan ankommende Passagiere untersuchen lassen.

16.45 Uhr +++ In Japan sind offensichtlich mehr Agrarprodukte radioaktiv verseucht als bisher bekannt. Das Gesundheitsministerium in Tokio teilte am Sonntag mit, Tests hätten ergeben, dass die Strahlenbelastung aus dem verunglückten Atomkomplex von Fukushima vermutlich weiter reiche als angenommen. Der Sprecher des Ministeriums, Yoshifumi Kaji, sagte, Messungen bei Raps hätten “bedeutende Dosen an Strahlung“ ergeben. Die Proben stammten aus Regionen, die bislang mit erhöhter Radioaktivität nicht in Zusammenhang gebracht worden seien.

16.14 Uhr +++ Lebensmittelknappheit und Kälte haben den Menschen in den japanischen Katastrophengebieten weiter zu schaffen gemacht.Vor allem die vielen alten Menschen in den Flüchtlingslagern sind erschöpft.

15.57 Uhr +++ Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihre Pläne für das erste Atomkraftwerk im Land nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima überprüfen. Dies erklärte der Generaldirektor der staatlichen Atomaufsichtsbehörde, William Travers, am Sonntag.

15.18 Uhr +++ Die Temperatur in allen Abklingbecken im havarierten Atomkraftwerk Fukushima erreichte nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag Werte von unter 100 Grad.

15.07 Uhr +++ Die deutschen Kernkraftwerksbetreiber schicken am Montag erste kerntechnische Hilfsgüter nach Japan. Wie das Deutsche Atomforum am Sonntag in Berlin mitteilte, sollen 20 Paletten mit Hilfsgütern von Frankfurt nach Japan geflogen werden. Unter den Materialien sind zum Beispiel Spezialfilter, Masken und Strahlenmessgeräte.

14.59 Uhr +++ Verantwortliche des Atomkomplexes Fukushima haben bekannt gegeben, dass in zwei von sechs Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente in dem Kernkraftwerk die Lage wieder unter Kontrolle sei. Die Temperatur in den Becken sei in einen normalen Bereich abgekühlt.

14.07 Uhr +++ Rettungsmannschaften haben am späten Sonntagabend (Ortszeit) erneut Wasser auf den Reaktorblock 3 des Kernkraftwerkes Fukushima Eins gesprüht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Dieser Reaktor ist wegen seiner MOX-Brennelemente besonders gefährlich.

13.49 Uhr +++ Hamburg stellt wegen der Atomkatastrophe in Japan Seeleuten Jodtabletten zur Verfügung. Damit sollen die Besatzungen von Schiffen ausgerüstet werden, die in das Seegebiet vor Japan fahren, teilte die Innenbehörde am Sonntag mit.

12.56 Uhr +++ Rettungskräfte haben am Sonntag Meerwasser in das Abklingbecken des Reaktorblocks 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins gepumpt. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Zuvor war der Reaktor an das Notstromnetz angeschlossen worden.

12.40 Uhr +++ Aus dem Atomkraftwerk Fukushima kommen gute und schlechte Nachrichten: Der Reaktorblock 2 hat wieder Strom. Im gefährlichen Reaktorblock 3 war der Druck am Sonntag jedoch gestiegen.

12.22 Uhr +++ Der Reaktorblock 6 der havarierten Atomanlage Fukushima Eins ist in einer stabilen Lage (“cold shutdown“). Das berichtete am Sonntag die Nachrichtenagentur Kyodo. Bei einem sogenannten “cold shutdown“ funktioniert die Kühlung des abgeschalteten Atommeilers wieder. Die Temperatur des Kühlwassers liegt unter 100 Grad Celsius und ist damit zunächst so niedrig, dass keine Gefahr mehr droht.

11.59 Uhr+++ Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat vor drastisch steigenden Strompreisen bei einem raschen Ausstieg aus der Atomenergie gewarnt. “Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben“, sagte der FDP-Politiker der “WirtschaftsWoche“.

11.26 +++ Japans Regierung will nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami möglicherweise Banken in den betroffenen Gebieten mit Steuergeld unterstützen. Die Regierung bestätigte entsprechende Überlegungen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag berichtete.

11.02 Uhr +++ Der schwere Atomunfall nach dem Erdbeben in Japan hat keine Auswirkungen auf Australiens Uran-Exporte. Das betonte Premierministerin Julia Gillard am Sonntag.

10.22 Uhr +++ Die japanischen Rettungskräfte haben am Sonntag im Katastrophengebiet eine 80-jährige Frau und einen 16 Jahre alten Jungen aus Trümmern gerettet. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, wirkten die beiden geschwächt, hätten jedoch auf Rufe der Polizei reagiert. Die beiden wurden in Ishinomaki, in der mit am schwersten betroffenen Provinz Miyagi gefunden und ins Krankenhaus gebracht.

10.10 Uhr +++ Der Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson wertet die Katastrophe in Japan als Strafe und als Warnung Gottes.

9.35 Uhr +++ Nach einem vorübergehenden Anstieg des Drucks in einem der japanischen Unglücksreaktoren im Atomkraftwerk Fukushima hat sich die Lage nach Angaben der Betreiberfirma wieder stabilisiert. Von Plänen, zur Druckentlastung etwas radioaktives Gas abzulassen, rückte das Unternehmen deshalb am Sonntag wieder ab.

9.22 Uhr +++ Bei Milch und Spinat in Japan sind erneut stark verstrahlte Produkte registriert worden. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Sonntag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo. Diese Lebensmittel seien aber nicht in den Verkauf gekommen, hieß es weiter. Die Regierung wolle am Montag entscheiden, ob sie eine Verordnung zu Agrarprodukten, die in der Nähe von Atomkraftwerken angebaut wurden, erlasse.

7.52 Uhr +++ Neun Tage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan ist die Zahl der Toten und Vermissten auf mehr als 20 000 gestiegen. Die Polizeiführung teilte am Sonntag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit, dass mindestens 8133 Menschen in den Tod gerissen wurden. 12 272 gelten offiziell als vermisst.

Japan-Katastrophe: Bilder vom Wochenende

Japan-Katastrophe: Bilder vom Wochenende

6.01 Uhr +++ Eine Versicherung für Atomunfälle ist aus Sicht des weltgrößten Rückversicherers Munich Re für Versicherer und Kraftwerksbetreiber nicht tragbar. “Grundsätzlich gibt es für jede Versicherung einen Preis. Bei großer Unsicherheit der Berechnung ist er aber außerordentlich hoch“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard der “Welt am Sonntag“.

4.45 Uhr +++ Das Ausland hat Decken und weitere Hilfsgüter für rund 360.000 Erdbeben- und Tsunamiopfer in den Notunterkünften nach Japan geschickt. Wie Kyodo am Sonntag berichtete, trafen Hilfsgüter aus 13 Ländern ein, darunter 25 000 Decken aus Kanada, 30 000 Reispäckchen sowie 230 000 Wasserflaschen aus Südkorea und 500 Stromgeneratoren aus Taiwan.

2.21 Uhr +++ Die Einsatzkräfte im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben am Sonntag versucht, die besonders kritischen Reaktorblöcke 3 und 4 unter Wasser zu setzen. In beiden Reaktoren ist der Wasserstand der Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe gefährlich niedrig, wie aus einem Statusbericht des Japanischen Atomenergieforums (JAIF) für Sonntag 10.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ) hervorgeht.

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