Japan: Erdbebenopfern droht neue Kältewelle

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Ein Mann gibt seinem Baby in einer der Notunterkünfte ein Fläschchen.

Tokio - Zwei Wochen nach dem Mega-Beben in Japan leben immer noch mehr als 240 000 Menschen in Notunterkünften. Die Lage vor allem der älteren Opfer ist prekär. Jetzt droht auch noch eine Kältewelle.

Es fehle an Wasser, Heizmaterial, Treibstoff und Medikamenten, berichteten japanische Medien am Freitag. Für viele seien anhaltende Schockzustände nach Erdbeben und Tsunami eine zusätzliche Belastung. Die Zahl der Todesfälle infolge von Unterkühlungen, Lungenentzündungen oder Thrombosen steige. Nun droht auch noch eine neue Kältewelle.

In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen laut Angaben der japanischen Wetteragentur vom Freitag in Teilen des Erdbebengebiets auf bis zu minus 5 Grad absinken. In den Notunterkünften müssen die Menschen oft ohne Heizung, heißes Wasser und warmes Essen auskommen. Für viele Senioren sei der Schock nach der Erdbebenkatastrophe und dem Evakuierungsstress zu viel, sagten Ärzte.

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In einer Notunterkunft in einer Sporthalle in Kesennuma in der Präfektur Miyagi starben laut der Tageszeitung “Asahi Shimbun“ innerhalb weniger Tage zehn ältere Opfer. Sie gehörten zu einer Gruppe von 87 überlebenden Patienten eines Pflegeheims, das von Erdbeben und Tsunami zerstört wurde. “Die Kälte und die Tatsache, dass sich ihre Umgebung plötzlich so drastisch veränderte, hat wohl vielen ihre Kräfte geraubt“, sagte der Leiter des Pflegeheims.

Die erste Nacht nach dem Beben hatten die Senioren im Alter von 63 bis 105 Jahren in nassen Kleidern in der Ruine des Pflegeheim auf dem Fußboden gekauert verbringen müssen, bevor sie in einer Notunterkunft unterkamen. Dort hatten die Helfer zunächst nicht genug warme Kleidung für die Opfer, es gab keinen Strom für die Heizung und zum Schlafen nur Pappkartons auf dem kalten Boden. “Wir werden wohl mit der Kälte leben müssen. Und es gibt auch nicht das Essen, das wir wollen. Aber wir wollen zurück ins Pflegeheim. Wir wollen auf Matratzen schlafen“, sagte der 87-jährige Seiji Suzuki.

dpa

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