Zahl der Opfer steigt

Hurrikan „Florence“: Menschen kämpfen mit verherrenden Überschwemmungen

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Nach dem Hurrikan Florence kämpft der US-Bundesstaat North Carolina mit heftigen Überschwemmungen.

Straßen sind unter Wasser, hunderttausende Menschen ohne Strom - Hurrikan „Florence“ war am Freitag auf die Südostküste der USA getroffen. Der Sturm ist vorbei, doch die Lage bleibt angespannt.

  • Der Hurrikan „Florence“ war am Freitagmorgen (Ortszeit) mit der Kategorie 1 auf den Küstenstaat North Carolina getroffen.
  • Millionen Menschen müssen zuvor ihre Häuser verlassen.
  • Der Südosten der Vereinigten Staaten kämpft nach dem Sturm „Florence“ mit enormen Fluten.
  • Die Zahl der Toten in den drei Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und Virginia steigt weiter an.

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Straßen unpassierbar - US-Stadt Wilmington von der Außenwelt abgeschnitten

Update 18. September 2018: Nach einer Zählung des US-Senders CBS sind inzwischen 31 Menschen in den drei Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und Virginia an den Folgen des Unwetters gestorben. Der entstandene Sachschaden wird von Experten US-Medienberichten zufolge auf mehr als 17 Milliarden Dollar geschätzt.

Die Menschen in der Region kämpfen nach dem Durchzug des Sturmes nun mit weiter ansteigenden Wasserständen der Flüsse. 1500 Straßen sind unpassierbar, wie die Katastrophenschutzbehörde Fema mitteilte. In der Stadt Wilmington sind Hunderte Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die allermeisten US-Bürger sind nicht gegen Überflutungen versichert.

Viele Schulen bleiben weiter geschlossen. Am Montag waren noch 350 Flüge an den Flughäfen der Region gestrichen worden. Die Überbleibsel von „Florence“ brachten am Montag auch noch starke Regenfälle in die Bundesstaaten Mississippi und Tennessee.

Am Dienstag wollte sich US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen ein Bild von der Lage machen. Im Laufe der Woche hatte auch Präsident Donald Trump einen Besuch in der Hochwasserregion angekündigt.

Sturm "Florence" Zahl der Todesopfer steigt auf 23

Update 17. September 2018: Der Tropensturm "Florence" hat auf seinem Kurs durch den Südosten der USA an Wucht verloren - doch ein Ende des Ausnahmezustands ist längst nicht in Sicht. Die Behörden warnten, dass weiterhin Dammbrüche, Erdrutsche und ansteigende Fluten drohten. Die Zahl der Toten durch den Sturm stieg unterdessen bis Montag auf mindestens 23.

"Dies ist ein gewaltiger Sturm, der weitergeht", sagte der Gouverneur des am stärksten betroffenen US-Bundesstaats North Carolina, Roy Cooper. Nach seinen Angaben nahm überall in dem Staat das Hochwasser von Flüssen weiter zu. Viele weitere Straßen drohten nach seinen Angaben, überschwemmt zu werden. Cooper warnte Einwohner der Katastrophengebiete, die vor "Florence" geflohen waren, vor einer voreiligen Rückkehr.

Auch der US-Wetterdienst erklärte, in Teilen von North Carolina und des südlich angrenzenden South Carolina seien weiterhin "katastrophale und lebensbedrohliche Sturzfluten" möglich. Die Katastrophenschutzbehörde Fema sorgte sich um den Zustand der Schutzdämme. Diese seien bereits durch heftige Regenfälle eines Tropensturms von Anfang September äußerst belastet worden, sagte Behördenchef Brock Long dem Sender Fox News.

Sturm "Florence" kostet 17 Menschen das Leben

Update vom 17. September 2018: Nach einer Zählung der "Washington Post" waren am Sonntag bereits 17 Menschen durch Folgen des Unwetters ums Leben gekommen, darunter zwei kleine Kinder. Entwurzelte Bäume waren auf Häuser gestürzt, in denen sie gelebt hatten.

Hurrikan „Florence“: Sturmwellen überfluten Südosten der USA - Drama um Mutter und ihr Baby 

Das waren die Meldungen vom 15. September 18.47 Uhr:

Weite Landstriche der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina waren am Samstag überschwemmt. Nach Angaben von US-Medien waren fast eine Million Menschen in den beiden Staaten ohne Strom. Mindestens fünf Menschen kamen im Sturm und an seinen Folgen ums Leben. Der heftige Regen kann nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums noch Tage andauern - und damit die Überschwemmungen weiter verschlimmern.

Am Samstag galt der Hurrikan „Florence“ mit Windgeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunden nur noch als Tropensturm. Zerstörerische Kraft entfaltete er dennoch. Die Tücke an „Florence“ ist nicht die Windstärke, sondern die große Menge an Niederschlägen, die der Sturm mit sich bringt.

15. September, 11.42 Uhr:

Auf seinem langsamen Weg ins Landesinnere der USA bringt Wirbelsturm „Florence“ gewaltige Wassermassen mit sich. Weite Landstriche der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina waren am Samstagmorgen (Ortszeit) überschwemmt. Sturmfluten und Überschwemmungen bedrohen Hunderttausende. Die Regenfälle können nach Angaben des US-Hurrikanzentrums noch Tage andauern.

Mindestens fünf Menschen starben bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) durch „Florence“ oder die Folgen des Sturms: Eine Mutter und ihr Kleinkind kamen in der Küstenstadt Wilmington (North Carolina) um, nachdem ein umstürzender Baum auf ihr Haus gekracht war, wie die Polizei mitteilte. Eine Frau starb an einem Herzinfarkt. Ein Mann erlitt einen Stromschlag, als er mit einem Notstromaggregat hantierte. Ein 77-Jähriger in Kinston wurde vom Sturm schlicht umgeblasen - er starb durch den Sturz.

14. September, 22.54 Uhr:

Der Hurrikan "Florence" hat im Südosten der USA zu den ersten Todesopfern geführt. Mindestens vier Menschen starben, darunter eine Mutter und ihr Baby in Wilmington im Bundesstaat North Carolina, als ein Baum auf ihr Haus stürzte, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Vater wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. US-Präsident Donald Trump kündigte für die kommende Woche einen Besuch in den betroffenen Gebieten an.

Im Bezirk Lenoir wurde ein Mensch bei dem Versuch getötet, einen Generator anzuschließen, wie Medien berichteten. Im Bezirk Pender versuchten Rettungskräfte vergeblich, zu einer Frau vorzudringen, die einen Notruf abgesetzt hatte. Bäume versperrten den Rettern den Weg. Die Frau hatte Medienberichten zufolge eine Herzattacke erlitten und verstarb an den Folgen.

14. September, 21.01 Uhr: Der Hurrikan „Florence“ hat in der US-Stadt Wilmington (North Carolina) am Freitag die ersten Todesopfer gefordert. Nach dem Sturz eines Baumes auf ein Wohnhaus starben eine Frau und ihr Kleinkind, wie die Polizei in Wilmington am Freitag mitteilte. Der Vater des Kindes wurde mit erheblichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der Wirbelsturm war am Morgen in der Nähe von Wilmington auf Land getroffen und führt neben starkem Wind erhebliche Wassermassen mit sich.

14. September, 20.24 Uhr: Der Hurrikan "Florence" sorgt im Bundesstaat North Carolina nach Angaben der örtlichen Behörden für schwere Schäden. "Der Sturm richtet Verwüstungen in unserem Staat an", sagte Gouverneur Roy Cooper am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Wir sind zutiefst besorgt, dass ganze Ortschaften ausradiert werden könnten."

Eine halbe Million Menschen im Bundesstaat seien ohne Strom. Der Pegel des Flusses Neuse sei um drei Meter angeschwollen. "Die Rettungskräfte arbeiten unter gefährlichen Bedingungen, die heute nur noch schlimmer werden", sagte Cooper.

Langsam, aber gefährlich: Hurrikan „Florence“ trifft auf die Küste

14. September, 16.56 Uhr: Hurrikan „Florence“ bewegt sich auf dem Land mit einer Windgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern und bewegt sich langsam vorwärts. In North Carolina hat der Sturm eine Spur der Verwüstung hinterlassen, berichtet CNN. Experten warnen vor den Wassermassen, die sich bis zu vier Tage lang über das Land ergießen können. 

Delfine haben sich in den Hafen von North Carolina verirrt, wie in einem Twitter-Video zu sehen ist. 

14.13 Uhr: Mehr als 200.000 Haushalte sind in North Carolina ohne Strom. Es könne Tage oder gar Wochen dauern bis das Stromnetz wiederhergestellt sei, erwartet das Energieunternehmen Duke Energy.

Die Gefahr bei „Florence“ ist nach Angaben von Meteorologen weniger der Wind als das Wasser. Extreme Regenfälle drohen. Die Behörden befürchten Sturmfluten sowie Überschwemmungen auch in Inlandsgebieten. In Teilen North Carolinas werden zudem Tornados erwartet. Google hat zum Hurrikan „Florence“ eigens eine Krisen-Karte veröffentlicht. 

 

11.57 Uhr: Hurrikane „Florence“ zeigt seine Kraft. Der heftige Sturm hat eine Tankstelle in Wilmington, North Carolina, verwüstet, wie ABC News via Twitter berichtet.

11.40 Uhr: Das Auge des Hurrikans „Florence“ bewegte sich nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums NHC mit einer Geschwindigkeit von neun Kilometern in der Stunde. Der Sturm hat Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern, knapp unterhalb von Hurrikan-Stufe 2. Einen kleinen Hurrikane wird es auch nächste Woche in Deutschland geben, doch dieser wird wieder für heiße Temperaturen sorgen. 

11.02 Uhr: Während „Florence“ die US-Ostküste in Atem hält, bereiten sich die Philippinen auf die Ankunft des gefährlichen Super-Taifuns „Mangkhut“ vor.  Meteorologen erwarten, dass der bislang stärkste Taifun dieses Jahres mit bis zu 255 Stundenkilometer starken Windböen über die Philippinen hinwegfegen wird. 

14. September, 10.27 Uhr: Das Auge von Hurrikan „Florence“ hat die US-Ostküste North Carolina hat erreicht, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) via Twitter mit. Zuvor hatte „Florence“ erneut an Kraft verloren. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte den Sturm am späten Donnerstagabend (Ortszeit) auf die Stufe 1 der fünfstufigen Skala herab.

14. September, 7.17 Uhr: Mit peitschendem Regen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde hat Hurrikan „Florence“ noch vor seinem eigentlichen Auftreffen die US-Ostküste heimgesucht. Als eine der ersten Gegenden wurden die Outer Banks getroffen, eine dem Festland vorgelagerte Inselkette im Bundesstaat North Carolina. Auch New Bern wurde von einer Sturmflut getroffen. Erste Flüsse traten über die Ufer, Uferstraßen wurden überspült. In etlichen Haushalten fiel bereits der Strom aus. 

Hurrikan „Florence“ hat jedoch vor seinem Auftreffen an der US-Ostküste weiter an Windgeschwindigkeit eingebüßt. Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde entsprechen laut Definition des Nationalen Hurrikan-Zentrums einem Hurrikan der Kategorie eins und damit der niedrigsten Hurrikan-Stufe.

Hurrikan "Florence" trifft auf die Südostküste der USA

Video: „Florence“ auf Kategorie 1 herunter gestuft 

Wegen Hurrikan „Florence“ in den USA: Atomkraftwerk vom Netz genommen

13. September, 20.50 Uhr: Das US-Energieunternehmen Duke Energy nimmt in Erwartung des Hurrikans „Florence“ an der Südostküste der Vereinigten Staaten sein Atomkraftwerk Brunswick vom Netz. Die Anlage ist direkt an der Atlantikküste südlich der Stadt Wilmington in North Carolina gelegen. In dieser Gegend wird am Freitag mit dem Auftreffen des Hurrikans aufs Festland gerechnet.

Im Einzugsgebiet des Sturmes liegen mindestens fünf weitere Kernkraftwerke. Es gebe weder bei der Anlage in Brunswick noch bei den anderen Sicherheitsbedenken, hieß es von den Betreibern. „Unsere Leute spielen sich Ereignisse ständig in Simulationen durch“, sagte der Sicherheitsbeauftragte von Duke Energy, Howard Fowler.

Das Unternehmen geht davon aus, dass mehrere Millionen Haushalte ohne Strom sein werden. „Nicht für Tage, sondern für Wochen“, fügte der North-Carolina-Chef von Dukes Energy, David Fountain, hinzu. Allein sein Unternehmen habe 11 000 Arbeiter zusammengezogen, um die Energieversorgung nach dem Sturm wieder herzustellen, sagte Fowler.

Hurrikan "Florence": Aufnahme aus der ISS

„Florence" schwächt sich ab - Sturmfluten und Tornados drohen   

Update vom 13. September, 8.06 Uhr:

Trotz einer neuerlichen Abschwächung des Hurrikans "Florence" bedroht der Wirbelsturm weiterhin die US-Ostküste. Es sei nach wie vor von einer "lebensbedrohlichen Situation" auszugehen, warnte das Nationale Hurrikanzentrum der USA (NHC) am späten Mittwochabend (Ortszeit). Das NHC stufte den Sturm auf die Kategorie 2 von insgesamt fünf herunter, warnte aber vor gefährlichen Regenfällen und Überschwemmungen.

Dem NHC zufolge bringt "Florence" aktuell Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern mit sich. Damit dürfte der Sturm die US-Ostküste noch immer hart treffen. Übrigens: Von einem Hurrikan ist die Rede, sobald die Windgeschwindigkeit 118,4 Stundenkilometer erreicht.

Nach Einschätzung der Meteorologen wird der Hurrikan am Donnerstagabend oder Freitagmorgen auf Land treffen. In den Bundesstaaten North und South Carolina, Maryland, Virginia, Georgia und der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen.

Der Vorhersage zufolge dürfte in einigen Regionen von North und South Carolina bis zu ein Meter Regen fallen. Dadurch könne es katastrophale Springfluten geben, Flüsse könnten über die Ufer treten, warnte das NHC. Zudem drohten Sturmfluten und Tornados.

Trump mahnt die Bürger vor Hurrikan „Florence“ in den USA

Update vom 12. September 2018:

Massenflucht vor "Florence": Tausende Bewohner des Südostens der USA haben angesichts des näherrückenden Hurrikans ihre Wohnorte verlassen. Auf den Straßen bildeten sich am Mittwoch lange Staus. Manche Einwohner waren trotz der Evakuierungsanordnungen jedoch weiterhin nicht gewillt, ihre Häuser zu verlassen. 

Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema warnte, "Florence" werde die Küste mit der Wucht eines "Mike-Tyson-Schlages" treffen - eine Anspielung auf den früheren Boxweltmeister. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um "einen der stärksten Hurrikane der vergangenen Jahrzehnte". Sie warnten vor lebensgefährlichen meterhohen Überschwemmungen und Sturzfluten, massiven Regenfällen sowie wochenlangen Stromausfällen und Straßenblockaden. Der US-amerikanische TV-Sender CNN spricht sogar von einem „Monster, das wie kein anderes sei“.

„Florence“ aus dem All. Alexander Gerst hat beeindruckende Fotos von dem Hurrikan getwittert.

Fema-Vertreter Jeff Byard mahnte die Bevölkerung, die Warnungen der Behörden ernst zu nehmen, "Florence" werde kein bloßer "Streifhieb" sein.

Auch Präsident Donald Trump mahnte die Bürger: "Wenn Sie aufgefordert werden zu gehen, dann raus da." Zugleich versicherte er, die Behörden seien ausreichend auf den Wirbelsturm vorbereitet.

Alexander Gerst beschreibt Ausmaß von Hurrikan „Florence“ in den USA

Update vom 12. September 2018:

Alexander Gerst ist gerade auf der internationalen Raumstation ISS. Im Rahmen seiner Mission konnte der deutsche Astronaut einen Blick direkt in das Auge des Hurrikan „Florence“ werfen. Auf seinem Twitter-Account hat der 42-Jährige beeindruckende Fotos aus 400 Kilometer Höhe veröffentlicht und diese mit deutlichen Worten kommentiert.

„Pass auf, Amerika! Hurrikan Florence ist so enorm, wir konnten sie nur mit einem Superweitwinkelobjektiv von der Raumstation, 400 km direkt über dem Auge, einfangen. Bereitet euch an der Ostküste vor, das ist ohne Spaß ein Alptraum“, schreibt Alexander Gerst.

Hurrikan-Experten warnen vor katastrophalen Auswirkungen

Meldung vom 11. September 2018:

Miami/Washington - Der Wirbelsturm „Florence“ soll am Donnerstag die Küstenstaaten North Carolina, South Carolina und Virginia erreichen.

Hurrikan Florence: Evakuierung für Millionen Menschen notwendig

Gefährdete Küstenbereiche sollen komplett evakuiert werden. Mehr als eine Million Menschen sind laut US-Medien davon betroffen. Die Prognosen der Meteorologen lassen Schlimmes befürchten: Sie warnen vor extremen Regenfällen, großflächigen Stromausfällen, lebensgefährlichen Sturmfluten und Überschwemmungen. „Florence" bedroht auch historische Städte und beliebte Strände.

Das macht den Hurrikan „Florence“ so gefährlich

„Florence“ war in den vergangenen Tagen zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen - mit Windgeschwindigkeiten bis 220 Stundenkilometer. Am Dienstag ließ der Sturm zwar zunächst ein wenig an Stärke nach. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami (Florida) mahnte jedoch, eine weitere Steigerung sei zu erwarten, bevor „Florence“ am Donnerstag auf die Küste treffe.

Die Nasa hat eine Aufnahme (10. September 2018) aus der ISS von Hurrikan Florence veröffentlicht. 

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der Stärke 5 entwickelt. Dies ist die höchste Kategorie bei der Einstufung und gilt ab Windgeschwindigkeiten jenseits von 250 Stundenkilometern.

Der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, mahnte, ein paar Stundenkilometer machten am Ende keinen großen Unterschied. Es sei oder so mit katastrophalen Auswirkungen zu rechnen, sagte er dem Fernsehsender CNN. „Das betrifft auch nicht nur die Küste.“ Das Wasser, das der Sturm an die Küste dränge, könne sich über Flussläufe zum Teil weiter ins Land hineindrücken. Auch seien nicht nur Sturmfluten an der Küste eine Bedrohung, sondern auch die extremen Regenfälle, die der Hurrikan mit sich bringe.

Dunkle Wolken am Horizont: Hurrikan Florence soll am Donnerstag die Küstenstaaten North Carolina, South Carolina und Virginia erreichen.

Notstand in drei Bundesstaaten ausgerufen

Viele Menschen in der Region bereiten sich auf die Ankunft des schweren Sturms vor. US-Fernsehsender zeigten am Dienstag Bilder von leergekauften Supermarktregalen und langen Schlangen vor Tankstellen. Die Behörden riefen die Menschen in den bedrohten Gebieten an der Küste auf, ihre Häuser zu verlassen und vorübergehend landeinwärts Schutz zu suchen - bei Verwandten, Freunden oder in öffentlichen Notunterkünften, die die Behörden eingerichtet haben.

Hurrikan "Florence" steuert auf USA zu.

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, sagte CNN: „Wir stellen uns auf das Schlimmste ein und hoffen doch das Beste.“ Es sei ein großer Aufwand, in kurzer Zeit so viele Menschen in Sicherheit zu bringen und zum Beispiel Krankenhäuser und Altenheime zu evakuieren. Er sprach von einem „logistischen Albtraum“, betonte aber: „Wir wollen kein einziges Leben in South Carolina aufs Spiel setzen.“

Die Bürgermeisterin von Myrtle Beach, einem Urlaubsort an der Küste in South Carolina, beklagte, viele nähmen die Aufrufe nicht ernst genug und weigerten sich, die Stadt zu verlassen. Sie rufe alle eindringlich auf, das zu tun, sagte Brenda Bethune dem Sender. „Es gibt genug Notunterkünfte.“

Präsident Donald Trump sicherte Unterstützung der US-Regierung zu. Wegen des Hurrikans sagte er für Ende der Woche mehrere Wahlkampfauftritte ab.

Auch weiter südlich im Atlantik droht Ungemach: Dort bewegt sich der Sturm „Isaac“ auf die Karibikinseln zu. Er hat bislang aber noch keine Hurrikan-Stärke erreicht. Ungefähr 1500 Kilometer östlich von „Isaac“ tobt derzeit auch noch Hurrikan „Helene“ mit Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde im Atlantik. Wegen seines prognostizierten Nordkurses, der ihn in kältere Gewässer führt, birgt er aber kaum Gefahr, jemals Land zu erreichen.

Wann beginnt die Hurrikan-Saison?

Die Hurrikan-Saison hatte Anfang Juni begonnen. Die Tropenstürme im Atlantik und Pazifik werden jedes Jahr in alphabetischer Reihenfolge benannt. „Florence“ ist damit der sechste in dieser Saison - er hat sich allerdings Zeit gelassen auf seinem Weg an die Küste. Der Sturm „Gordon“, der sich erst nach „Florence“ gebildet hatte, war bereits Anfang September von Mexiko aus auf die Südküste der USA getroffen und hatte dort gewütet - ein Kind kam ums Leben. Nun bewegt sich der nächste schwere Hurrikan auf die USA zu.

Was ist ein Hurrikan?

Bei tropischen Wirbelstürmen über dem Atlantik sprechen Experten von Hurrikanen, im Südpazifik und im Indischen Ozean von Zyklonen. In Asien werden sie Taifune genannt. Die Namen beschreiben ein Wetterphänomen, das durch schwere tropische Tiefdruckgebiete hervorgerufen wird.

Die Wirbelstürme können nur über warmen Meeren entstehen und kommen durch das Zusammentreffen mehrerer Bedingungen zustande: warmes Meerwasser von mindestens 26,5 Grad Celsius, genügend Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre und ein tropisches Tief mit kreisenden Winden.

Diese mit Wasserdampf beladene Luft führt zu Wolkenbildung und Gewittern, die mit zunehmender Wärme und Feuchtigkeit immer heftiger werden. Die potenziell vernichtenden Sturmtiefs erreichen einen Umfang von 300 Metern bis zu tausend Kilometern.

Von einem Hurrikan ist die Rede, sobald die Windgeschwindigkeit 118,4 Stundenkilometer erreicht. Je nach Windstärke und erwarteten Schäden werden die Stürme dann in fünf Kategorien unterteilt. Die mit einem Hurrikan einhergehenden starken Winde, Wellen und Regenfälle können zu Sturmfluten und Überschwemmungen führen.

Was bedeutet eigentlich Hurrikan der Kategorie 1?

Die Stärke eines Hurrikans wird nach einer von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala bemessen:

  • Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht Windgeschwindigkeit bis 153 Stundenkilometer. 
  • Ein Hurrikan der Kategorie 2 gilt bis zu einer Windgeschwindigkeit von 177 Stundenkilometer
  • Ein Hurrikan der Kategorie 3 bis 208 Stundenkilometer
  • Ein Hurrikan der Kategorie 4 bis 251 Stundenkilometer 
  • Ein Hurrikan der Kategorie 5 ab 252 Stundenkilometer

Wirbelstürme in den USA

Von Mai bis Ende November ziehen regelmäßig tropische Wirbelstürme durch die Region - oft mit verheerenden Folgen:

  • „HARVEY“ trifft im August 2017 auf die Ostküste des US-Staates Texas und setzt weite Landstriche unter Wasser, darunter die viertgrößte US-Metropole Houston. Dutzende Menschen sterben. Schadensbilanz: 125 Milliarden US-Dollar - übertroffen nur von Hurrikan „Katrina“ (2005).
  • „MATTHEW“ wütet im Herbst 2016 in den USA, 34 Menschen kommen ums Leben - die meisten in North Carolina. Drei Millionen müssen ihre Häuser verlassen. In der Karibik sterben insgesamt 585 Menschen - vor allem auf Haiti.
  • „SANDY“ wirbelt im Oktober 2012 die US-Ostküste entlang. Der Sturm, der zunächst in der Karibik wütet, hinterlässt vor allem in den Staaten New York und New Jersey ein Bild der Verwüstung. In New York City stehen ganze Stadtteile unter Wasser, es gibt insgesamt rund 150 Todesopfer.
  • „KATRINA“ wütet im August 2005 entlang der Golfküste, mehr als 1800 Menschen kommen ums Leben. Besonders betroffen ist New Orleans. Der Sturm führte zur bislang teuersten Hurrikan-Katastrophe in den USA - mit 160 Milliarden Dollar unter Berücksichtigung der Inflation.

dpa

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