Hamburgs Senatorin weist Kritik an Gurken-Warnung zurück

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Hamburg - Seit Dienstag ist sicher: Der EHEC-Erreger kommt nicht aus Spanien. Doch Hamburgs Gesundheitssenatorin verteidigt ihre frühzeitige Warnung vor spanischen Gurken.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hat Kritik an ihrer Warnung vor spanischen Gurken zurückgewiesen. “Nein, wir haben nicht zu früh gewarnt“, sagte Prüfer-Storcks am Mittwoch.

“Wir hätten immer unseren EHEC-Befund melden müssen, in Deutschland an alle Behörden und an die EU.“ Das Hamburger Hygiene-Institut hatte vor einigen Tagen auf insgesamt vier Gurken - drei davon aus Spanien - EHEC-Erreger festgestellt. Am Dienstag gab Prüfer-Storcks bekannt, dass die EHEC-Keime auf zwei dieser spanischen Gurken nicht vom derzeit grassierenden Typ O104 sind; dennoch stellten die Gurken aber eine Gesundheitsgefahr dar. “Diese Gurken müssen aus dem Verkehr gezogen werden“, betonte die Senatorin auch am Mittwoch. “Und wenn weiter EHEC-befallene Gurken dort produziert werden, dann muss der spanische Staat da auch einschreiten. Also als spanische Agrarministerin würde ich schon jetzt der Frage nachgehen, wie kommen EHEC-Erreger auf spanische Gurken.“

Spanien hatte nach Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse am Dienstag die sofortige Wiederaufnahme des Handels mit spanischem Gemüse gefordert. “Nun zeigt sich, dass spanische Gurken nicht der Auslöser der EHEC-Infektionen waren“, hatte Agrarministerin Rosa Aguilar erklärt. “Wir haben recht gehabt.“ Spanien will nun Schadenersatz für die Millionenverluste verlangen, die spanischen Landwirten infolge der EHEC-Krise entstanden sind. Madrid schließe auch rechtliche Schritte gegen die Behörden in Hamburg nicht aus, sagte der spanische Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba am Mittwoch.

Unterdessen sind laut Robert Koch-Institut die Gesundheitsgefahren keinesfalls gebannt. Es gebe keinen Anlass für Entwarnung, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Reinhard Burger, bei einer Sondersitzung des Bundestags-Verbraucherausschusses am Mittwoch in Berlin. Die Quelle sei nicht konkret identifiziert. Es sei zudem nicht auszuschließen, dass sie weiter zu Infektionen führe. Erst in einigen Tagen könne beurteilt werden, ob die vor etwa einer Woche ausgesprochenen Warnungen für den Verzehr von rohen Tomaten, Gurken und Salat wirkten und die Zahl der Infektionen sinke.

Mitterweile gebe es auch “erste Hinweise, dass eine Mensch-zu- Mensch-Übertragung erfolgen kann“, erläuterte Burger. Dies gelte bei unzureichender Hygiene bei der Pflege von Angehörigen mit starkem Durchfall. Auch Krankenhauspersonal könne sich anstecken. Dies sei “nicht verwunderlich“ und zeige, wie wichtig strikte Hygiene sei.

Mittlerweile seien alle Bundesländer von EHEC betroffen. Besonders viele Fälle gebe es in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die anfängliche Eingrenzung auf bestimmte Lebensmittel als Ausgangspunkt habe sich bestätigt. “Es gibt keine anderen Gruppen, wo ein solch deutliches Signal für erhöhtes Risiko anzutreffen war.

dpa

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