Erste Deutsche aus Haiti ausgereist

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Blick auf die Karte im Auswärtigen Amt: der Botschafter der Republik Haiti in Deutschland, Jean-Robert Saget (li.) und der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Peter Ammon.

Berlin - Nach dem katastrophalen Erdbeben in Haiti haben erste Deutsche das Land verlassen. Ob auch Bundesbürger unter den Todesopfern sind, gibt es noch unklar.

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Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Donnerstagabend, eine Gruppe von sechs Bundesbürgern sei zurück nach Deutschland geflogen. Andere Deutsche seien über denLandweg in die benachbarte Dominikanische Republik ausgereist. Eine genaue Zahl gebe es nicht, weil die deutsche Botschaft in Haiti nicht automatisch über jeden Deutschen, der sich in Haiti aufhalte oder das Land verlasse, informiert sei.

Zu möglichen deutschen Todesopfern gibt es noch keine verlässlichen Angaben. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Donnerstag bei seinem Japan-Besuch in Tokio: “Ich muss zu meinem großen Bedauern zum Ausdruck bringen, dass wir immer noch keine sichere Kenntnis haben, ob Deutsche unter den Opfern sind oder ob nicht.“

Flughafen von Port-au-Prince überlastet

Das Anrollen der internationalen Hilfe für die Erdbebenopfer hat zu einer Überlastung des wichtigsten Flughafens in Haiti geführt. Im Luftraum wurde es eng, und auf dem Vorfeld war kein Platz mehr für gelandete Maschinen, wie die US-Luftwaffe berichtete, die die Kontrolle über den Flugbetrieb auf dem Toussaint-L'Ouverture-Flughafen in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince übernommen hat.

Zudem gab es kaum noch Treibstoff für die Maschinen, die wieder aus Haiti wegfliegen wollten. Der Tower wurde bei dem Beben zerstört. Zeitweise kreisten am Donnerstag elf Flugzeuge über dem Flughafen, ohne dass man für sie nach einer Landung Platz auf dem Vorfeld gefunden hätte. Die US-Flugbehörde ließ vorübergehend keine Maschinen mehr nach Haiti starten. Später wurde das Verbot für Hilfsflüge wieder aufgehoben, für Chartermaschinen blieb es zunächst weiter in Kraft.

Oberstleutnant John Dorrian erklärte, eine Spezialeinheit der US-Luftwaffe habe die Rollbahnen freigeräumt, eine Flugverkehrskontrolle rund um die Uhr auf die Beine gestellt und das Beleuchtungssystem instand gesetzt. Dutzende Frachtmaschinen hätten am Donnerstag starten und landen können, sagte er. Die Schäden auf dem Vorfeld behindern aber nach seinen Worten weiter das Entladen der Flugzeuge. Die Luftwaffe will jetzt Gabelstapler und anderes schweres Gerät nach Haiti bringen, das beim Ausladen von Hilfsgütern helfen soll.

dpa/apn

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