Vor Haftentlassung: Viagra für Kinderschänder

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Ungalublich aber wahr: In Frankreich bekam ein Kinderschänder kurz vor seiner Entlassung das Potenzmittel Viagra verschrieben.

Paris - Eigentlich sollte er sich einer Sterilisationsbehandlung unterziehen, stattdessen bekam ein Kinderschänder vom Gefängnisarzt Viagra verschrieben. Wenig später verging er sich an einem Jungen.

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Wenige Wochen nach seiner Entlassung vergewaltigte der Kinderschänder nach eigener Aussage einen fünf Jahre alten Jungen. Der 63 Jahre alte Francis E. habe die Tat zum Prozessauftakt am Montag gestanden, berichtete die Website 20minutes.com. Dem Geständigen droht lebenslange Haft. Der Fall hatte eine heftige Debatte ausgelöst, zumal der Mann trotz seiner Vorgeschichte eine Potenzpille verschrieben bekommen hatte. Der Arzt sagte später aus, dass er die Akte des Häftlings nicht gekannt habe.

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Francis E. war im Juli 2007 nach 18 Jahren unter Auflagen aus der Haft entlassen worden. Er sollte medizinisch-psychologisch betreut werden und sich einer Sterilisationsbehandlung unterziehen. Dazu kam es jedoch nicht. Mitte August entführte er den fünf Jahre alten Enis, sperrte ihn in einer Garage ein und betäubte ihn mit Medikamenten. Die Polizei fand das Kind dort später unbekleidet. Bei dem Mann entdeckten die Beamten eine angebrochene Packung Viagra.

Der 63-Jährige, der sowohl die französische als auch die belgische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte bereits mehr als die Hälfte seines Lebens wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hinter Gittern verbracht. Er war mehrfach nach der Entlassung aus der Haft rückfällig geworden.

Präsident Nicolas Sarkozy ließ 2008 ein neues Gesetz verabschieden, nach dem als gefährlich eingestufte Täter nach Haftende in eine Sicherungsverwahrung kommen sollen. Es gilt jedoch erst für Täter, die nach Verabschiedung des Gesetzes verurteilt wurden. Derzeit wird ein weiteres Gesetz vorbereitet, um die Überwachung entlassender Sexualstraftäter mit Hilfe elektronischer Fesseln zu verschärfen.

In der Debatte um den Umgang mit entlassenen Kinderschändern geht es auch um die Frage der sogenannten chemischen Kastration. Francis E. hatte 2004 eine Sterilisationsbehandlung begonnen, aber wieder abgebrochen. Kurz vor Prozessbeginn erregte er mit einem Brief an Sarkozy Aufsehen, in dem er um eine chirurgische Kastration bat - die in Frankreich verboten ist.

dpa

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