Gestohlener Flick-Sarg wieder bei Familie

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Das Flick Mausoleum auf dem Friedhof in Velden, fotografiert am 19. November 2008.

Wien - Der vor über einem Jahr gestohlene und jetzt aufgespürte Sarg des deutsch-österreichischen Multimilliardärs Friedrich Karl Flick ist wieder seiner Familie übergeben worden.

Es müsse jedoch noch geklärt werden, ob die sterblichen Überreste in dem Zinnsarg tatsächlich die des 2006 gestorbenen Großindustriellen seien, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Dienstag.

Die Hintergründe des Diebstahls waren unterdessen weiter unklar. Das Bundeskriminalamt (BK) in Wien wollte sich weder zu eventuellen Lösegeldzahlungen noch zu Medienberichten über mehrere Festnahmen äußern, “um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, sagte ein BK- Sprecher der dpa.

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Die Untersuchungen seien vermutlich bald abgeschlossen, hieß es. Eventuell würden bereits am Mittwoch Einzelheiten bekannt. Der Sprecher der Familie Flick, Jörg-Andreas Lohr, widersprach einem Bericht der Zeitung “Österreich“, die von einer hohen Lösegeldzahlung berichtete. Ein Insider behauptete in dem Blatt, Flicks Witwe Ingrid habe von den Sarg-Entführern mehrere Erpresser-E-Mails erhalten und sei den Forderungen nachgekommen.

Die “Kronen Zeitung“ berichtete, der Raub sei “ein Auftragswerk von Familienangehörigen“ gewesen, das von “einer fünfköpfigen ungarisch-rumänischen Profi-Bande“ ausgeführt worden sei. Ungarische Fahnder hätten unter Mithilfe eines deutschen Detektivs die Bande ausgehoben und den Sarg sichergestellt. Hintergrund der Tat sei, dass Flick seiner Tochter bei einer Wanderung gestanden habe, er wolle in seinem Jagdrevier bei Donnersbachwald in der Steiermark begraben werden. Es gebe Mutmaßungen, wonach mit dem Diebstahl der letzte Wunsch des Vaters erfüllt werden sollte. Die Polizei machte dazu keine Angaben.

Der Sarg war am Sonntag in Ungarn sichergestellt worden. Er war samt der Leiche des Ex-Chefs des Flick-Konzerns im November 2008 von Unbekannten aus einem Mausoleum im österreichischen Bundesland Kärnten gestohlen worden. Die Täter hatten eine mehrere hundert Kilogramm schwere Granitplatte zur Seite gerückt und den Sarg wegtransportiert. Die Wiener Zeitung “Der Standard“ kommentierte, der ganze Fall sei von Anfang an “höchst mysteriös“ gewesen.

Der Multimilliardär war 1985 nach dem Verkauf des Flick- Firmenimperiums in das steuerlich günstigere Österreich gezogen und heiratete dort in dritter Ehe die um 30 Jahre jüngere Kärntnerin Ingrid Ragger. Flick hinterließ seiner Familie ein geschätztes Vermögen in Höhe von fünf bis sechs Milliarden Euro.

dpa

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