Gescheiterter Attentäter ein "frommer Einzelgänger"

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Umar Faruk Abdulmutallab

Nairobi/Abuja - Freunde haben den gescheiterten nigerianischen Selbstmordattentäter Umar Faruk Abdulmutallab als frommen Einzelgänger beschrieben.

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Er habe oft über Religion in Alltagssituationen und über moralische Fragen gesprochen, nicht aber über Politik, sagte ein Jugendfreund der nigerianischen Zeitung “Daily Trust“. Ein Schulfreund beschrieb ihn als einen zurückgezogen lebenden jungen Mann, der nur wenig Freunde hatte und Frauen nicht einmal zur Begrüßung die Hand geben wollte. Ein anderer Freund schilderte, der Sohn eines ehemaligen Ministers und Bankchefs habe viele religiöse Bücher gekauft.

Abdulmutallab hatte Nigeria Anfang des Jahres verlassen, um in Dubai einen Hochschulabschluss zu erwerben. Vor zwei Monaten reiste er nach Jemen - angeblich, um seine Arabischkenntnisse zu verbessern. Doch unmittelbar nach seiner Ankunft brach er alle Kontakte zu seiner Familie ab. Sein Vater hatte angeblich die US-Behörden gewarnt, weil er sich über den zunehmenden religiösen Extremismus seines Sohnes sorgte. In nigerianischen Medien wurde diese Warnung am Montag als mutig gelobt.

Abdulmutallab in Gefängnis verlegt

Der verhinderte mutmaßliche Flugzeugattentäter ist nach Angaben einer Anwältin in ein Bundesgefängnis verlegt worden. Miriam Siefer erklärte am Sonntag in Detroit, Umar Farouk Abdulmutallab befinde sich seit seiner Entlassung aus einem Krankenhaus in dem Gefängnis rund 80 Kilometer außerhalb von Detroit. In dem Krankenhaus war er wegen Brandverletzungen behandelt worden, die er bei dem versuchten Anschlag erlitt. Die Regierung habe beantragt, eine DNA-Probe von Abdulmutallab zu erhalten. Sie werde bei einer Anhörung am Montag versuchen, dies zu verhindern, kündigte Siefer an.

Ticket in bar bezahlt

Unterdessen wurde bekannt, dass Abdulmutallab sein Ticket für den Flug von Lagos über Amsterdam nach Detroit acht Tage vor Weihnachten in Ghana gekauft. Der Flugschein sei von einem Schalter der niederländischen Airline KLM aus der ghanaischen Hauptstadt Accra gekommen, teilte die nigerianische Flugaufsichtsbehörde am Montag mit. Abdulmutallab habe die 2.831 Dollar für den Flug in bar bezahlt.

Einreiseverbot in England

In Großbritannien stand Abdulmutallab auf einer Liste von Verdächtigen und hatte ein Einreiseverbot. Er machte im vergangenen Jahr einen Universitätsabschluss in Ingenieurwissenschaften und Finanzgeschäften in London. Anschließend wollte er an einem anderen Londoner Institut weiterstudieren. Doch die britischen Behörden verweigerten ihm die Wiedereinreise und setzten ihn auf eine Liste von Verdächtigen, wie Innenminister Alan Johnson am Montag erklärte. Die Einrichtung, an der Abdulmutallab angeblich weiterstudieren wollte, kam den Behörden verdächtig vor. Seitdem konnte der Nigerianer Großbritannien nur als Transitland nutzen. Die US-Behörden hätten davon wissen müssen, dass der Mann in Großbritannien als Verdächtiger eingestuft worden sei, sagte Johson der BBC in London.

dpa

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