Weihnachtsmesse im Petersdom

Papst von Frau attackiert und zu Boden gestoßen

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Papst Benedikt XVI. wurde nach dem Zwischenfall sofort wieder aufgerichtet und ging offensichtlich unverletzt zum Altar, so als sei nichts geschehen.

Rom - Dramatische Sekunden zu Beginn der Weihnachtsmesse: Eine wohl geistig verwirrte Frau durchbrach die Absperrungen und stürmte auf Papst Benedikt XVI. zu. Der Pontifex stürzte zu Boden.

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Als der Papst mit seinen Kardinälen in den Petersdom einzog, übersprang eine Frau (25) die Absperrungen und stürzte sich auf das katholische Kirchenoberhaupt. Sie riss den Pontifex zu Boden. Benedikt XVI. blieb aber unverletzt, wie Vatikansprecher Ciro Benedettini am Donnerstagabend mitteilte. Leibwächter konnten die Frau überwältigen.

Auf youtube gibt es ein Amateurvideo des Angriffs zu sehen.

Papst Benedikt XVI. geht es nach dem Sturz gut, wie der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, am Freitag erklärte. Er bereite sich darauf vor, am Mittag des Weihnachtstages seine Botschaft von der Loggia des Petersdoms zu verkünden und den Segen “Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) zu erteilten.

Schwerer getroffen in dem Getümmel wurde der französische Kardinal Roger Etchegeray, der sich bei seinem Sturz den Oberschenkel brach. Der 87 Jahre alte Kardinal muss in einem Krankenhaus operiert werden, sagte Lombardi. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, fügte der Vatikan-Sprecher an.

Der Pontifex wirkte erschüttert von dem Angriff

Der Papst verlor bei dem Angriff seine Mitra und seinen Bischofsstab. Der Papst wurde sofort wieder aufgerichtet. Kurz darauf begleiteten ihn Personenschützer zum Altar. Der 82-Jährige wirkte erschüttert und musste sich bei Gehilfen abstützen.

Papst Benedikt erwähnte den Zwischenfall zu Beginn seiner Messe aber nicht. Er bewältigte die gut zweistündige Messe dennoch problemlos.

Die Frau soll einen konfusen und aufgeregten Eindruck gemacht und erklärt haben, sie habe den Papst nur umarmen wollen. Die Frau wurde von der vatikanischen Polizei festgenommen, berichteten italienische Medien. Die Frau habe die Schweizer und die italienische Staatsbürgerschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Es könnte sich um dieselbe Person handeln, die vor einem Jahr - am Ende der Mitternachtsmesse - ähnlich resolut auf das Kirchenoberhaupt zusteuerte, allerdings ohne dass der Papst dabei zu Fall kam. Die Sicherheitsbeamten betrachteten die Episode damals als unerheblich. Es geschieht öfters, dass Gläubige während der Messen und Auftritte versuchen, Sperren zu überwinden, um sich Benedikt nähern zu können.

In seiner Weihnachtspredigt rief Benedikt die Menschen dazu auf, den Egoismus zu überwinden und Gott höchste Priorität einzuräumen. “Der Streit in der Welt, die Unversöhnlichkeit miteinander rührt daher, dass wir eingeschlossen sind in die eigenen Interessen und Meinungen“, erklärte er im dicht besetzten Petersdom. Der Mensch könne Gott ähnlich werden, aber nur, wenn er Demut und so die wahre Größe lerne. Es gehe darum, der Gewalt zu entsagen “und nur die Waffen der Wahrheit und der Liebe zu benutzen“, fügte Benedikt an.

Die meisten Menschen wohnten aber weit weg von Jesus Christus, dem Menschgewordenen, beklagte der Papst. “Wir leben in Philosophien, in Geschäften und Arbeiten, die uns ganz ausfüllen und von denen aus der Weg zur Krippe weit ist“, erläuterte er. In der Liste der Prioritäten stehe Gott also häufig so ziemlich an letzter Stelle, obwohl doch das Evangelium sage, dass er höchsten Vorrang habe: “Wenn irgendetwas in unserem Leben Eile ohne Aufschub verdient, dann doch allein die Sache Gottes.“ Das aber erscheine den meisten Menschen nicht vordringlich.

Auf dem Petersplatz vor der Basilika verfolgten Tausende Menschen die Weihnachtsmesse zur Geburt Jesu bei Regenwetter und starkem Scirocco-Wind auf Videoleinwänden. Zuvor wurde auf dem Petersplatz die traditionelle Krippe enthüllt. Die Messe wurde von zahllosen TV- und Radio-Sendern weltweit meist live gezeigt.

Zwischenfall im vergangenen Jahr

Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass es bei der Christmette einen Zwischenfall gab. Im vergangenen Jahr übersprang eine Frau die Absperrung und wurde von Sicherheitsleuten gestoppt, bevor sie in die Nähe des Papstes gelangen konnte. Zunächst war unklar, ob es sich um dieselbe Frau handelte. Beide Angreiferinnen trugen einen roten Kapuzenpullover.

Mit Rücksicht auf das Alter des 82-Jährigen fand die Mitternachtsmesse bereits um 22.00 Uhr statt. Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten in Rom ist am (heutigen) Freitag der Weihnachtsgottesdienst des Papstes mit dem anschließenden Segen “Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis).

dpa/ap

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