Flugzeugabsturz im Mittelmeer: Offenbar 90 Tote

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Auf dem Flughafen von Beirut versammelten sich unterdessen verzweifelte Angehörige.

Beirut - Ein äthiopisches Passagierflugzeug mit 90 Menschen an Bord ist am Montag vor der libanesischen Küste ins Meer gestürzt. Das Unglück ereignete sich wenige Minuten nach dem Start in Beirut.

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Berichte, wonach am Morgen sieben Überlebende geborgen worden seien, bestätigten sich zunächst nicht. An Bord der Boeing 737-800 habe es ein Feuer gegeben, erklärten die libanesischen Streitkräfte. Der libanesische Präsident Michel Suleiman sagte, bislang deute nichts auf einen Terroranschlag hin. Ersten Ermittlungen zufolge könnten Unwetter eine Rolle gespielt haben. “Zweifellos war das Wetter sehr schlecht“, sagte der libanesische Verkehrsminister Ghasi Aridi. Seit Sonntag fiel in Beirut starker Regen, und es gab Gewitter. Präsident Suleiman erklärte im Hinblick auf die mögliche Absturzursache: “Sabotage schließen wir derzeit aus.“

Bilder zum Flugzeugunglück

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Die Maschine der Ethiopian Airlines startete gegen 02:30 Uhr Ortszeit (01:30 Uhr MEZ) in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Kurz nach dem Start habe das Flugzeug in Flammen gestanden, teilten die Streitkräfte mit. Hubschrauber und Marineschiffe suchten an der Absturzstelle, die rund 3,5 Kilometer vor der Küste liegt, nach Opfern. Auch Zypern schickte Rettungskräfte. In den ersten Stunden nach dem Unglück wurden 18 Leichen geborgen. Auch Wrackteile seien gefunden worden, sagte eine zyprische Polizeisprecherin. An Bord der Maschine waren nach libanesischen Angaben 83 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Ethiopian Airlines sprach von 82 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern. Unter den Fluggästen waren 54 Libanesen und 22 Äthiopier.

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Auch die Frau des französischen Botschafters im Libanon soll an Bord gewesen sein. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde die Unglücksmaschine zuletzt vor einem Monat gewartet. Die Inspektion habe keine Mängel ergeben. Auf dem Flughafen von Beirut versammelten sich unterdessen verzweifelte Angehörige. Sie wurden von Mitarbeitern in den VIP-Bereich geführt. Der libanesische Ministerpräsident Saed Hariri kündigte einen nationalen Trauertag an.

dapd

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