Erneut Manager gekidnappt

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Mitarbeiter des Reifenherstellers Michelin in Frankreich.

Paris - Die Serie radikaler Geiselnahmen in französischen Betrieben reißt nicht ab. Vier Manager des Reifenherstellers Michelin wurden stundenlang von Mitarbeitern festgehalten.

In Frankreich sind abermals Manager als Geiseln genommen worden. Mitarbeiter des Reifenherstellers Michelin hielten in der Nacht zum Mittwoch vier Führungskräfte im Werk Montceau-les-Mines fest und ließen sie erst nach Hause gehen, nachdem der Präfekt seine Vermittlung zugesagt hatte.

Anlass für die Geiselnahme waren Sanktionen gegen einen Angestellten, der sich einem Arbeitsauftrag widersetzt hatte. Das neue “Bossnapping“ ist ein weiteres Signal für die Wut der Beschäftigten. Seit dem Frühjahr reißt die Serie radikaler Aktionen gegen Entlassungen und Werksschließungen in Frankreich nicht ab.

Bei Michelin ist die Lage besonders angespannt, weil das Unternehmen mehr als 1.000 Stellen streichen will, rund die Hälfte davon in Montceaux-les-Mines in Burgund. An der Aktion Dienstagabend waren nach Gewerkschaftsangaben rund 50 Mitarbeiter beteiligt. Nach Unternehmensangaben wurden in einem Verwaltungsgebäude Fenster zerschlagen und Badeinrichtungen verwüstet.

Neben den Managergeiselnahmen war es in der vergangenen Woche in drei Betrieben zu Sprengdrohungen der Belegschaft gekommen. Damit wollten gefeuerte Mitarbeiter höhere außerordentliche Abfindungen durchboxen. In einem Fall hatten sie damit Erfolg. Entlassene Arbeitskräfte des niederländischen Chemiekonzerns Lyondell Basell blockierten am Mittwoch den Zugang zu ihrer Fabrik in Fos-sur-Mer. Sie verlangen eine stärkere Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Job.

AP

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