Gefährliche Hoffnung auf ein besseres Leben

Erneut Flüchtling im Eurotunnel ums Leben gekommen

London - Die britische Polizei hat im Eurotunnel die Leiche eines Teenagers geborgen. Es soll sich um einen Migranten handeln, der illegal mit dem Zug aus dem französischen Calais nach Südengland kommen wollte.

Im Tunnel unter dem Ärmelkanal ist offenbar erneut ein Flüchtling ums Leben gekommen. Die Leiche eines jungen Mannes sei am Donnerstagmorgen am Tunneleingang auf britischer Seite auf einem Zug entdeckt worden, teilte die Betreiberfirma mit. Der Tote lag laut Angaben der Polizei der Grafschaft Kent auf der Laderampe des Shuttlezugs. Die britische Polizei leitete Ermittlungen zur Todesursache ein.

In Calais, in dessen Nähe sich der Eingang zum Eurotunnel befindet, sind tausende Flüchtlinge gestrandet. Sie wollen auf Fähren oder durch den Tunnel nach Großbritannien gelangen, wo sie auf ein besseres Leben hoffen. In den vergangenen Wochen starben mehrere Flüchtlinge bei dem Versuch, mit einem Zug von Frankreich durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Die Boulevardzeitung „Sun“ verbreitete am Freitag Bilder von Migranten, die auf leeren Wagen von Güterzügen mitfahren. Lastwagenfahrer berichten, dass verzweifelte Menschen versuchten, auf Ladeflächen zu klettern.

Die Betreibergesellschaft des Eurotunnels errichtete unter anderem neue Barrieren, um Flüchtlinge vom Tunnel fernzuhalten. Sie verlangte von Frankreich und Großbritannien 9,7 Millionen Euro für den Schutz vor Flüchtlingen in Calais. Eine Eurotunnel-Sprecherin warnte davor, dass der Versuch, durch den Tunnel nach Großbritannien zu gelangen, "äußerst gefährlich sei".

AFP/dpa

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