Epileptischer Anfall als Kunst

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So berichtet die renpommierte englische Tageszeitung "Daily Telegraph" auf ihrer Internetseite über die umstrittene Aktion von Rita Marcalo.

London - Eine Aktion der portugiesischen Tänzerin Rita Marcalo sorgt für Wirbel: Sie will auf der Bühne einen epileptischen Anfall einleiten und ihn somit zur Kunst erklären.

Marcalo, die selbst an der Krankheit leidet, wird am Freitagnachmittag ihre 24-Stunden-Performance in der englischen Stadt Bradford beginnen. Sie nimmt bereits seit einem Monat ihre speziellen Medikamente nicht mehr. Der Anfall soll durch mehrere Faktoren wie stroboskopisches Licht, Alkohol, Schokolade oder Schlafentzug hervorgerufen werden.

Mit der Aktion wolle die Künstlerin auf ihre “versteckte Krankheit“ aufmerksam machen, erklärte das Theater Bradford Playhouse. Hilfsorganisationen kritisierten das Vorhaben scharf. Das Arts Council, der öffentliche Kunstfonds, unterstützt die Aktion jedoch mit umgerechnet mehr als 15 000 Euro. Das Projekt schärfe das Bewusstsein für eine Behinderung, sagte eine Sprecherin.

Warnung vor Epilepsie-Inszenierung

Wenn es bei der Show “Involuntary Dances“ (unfreiwillige Tänze) zu dem Anfall kommt, sollen die Lichter angehen, ein Alarm schrillt und das Ganze wird von mehreren Kameras aufgenommen. Die Besucher sind aufgerufen, mit ihren Mobiltelefonen zu filmen. Ein geschultes Erste-Hilfe-Team steht den ganzen Tag bereit, betonte das Theater

Die britische Gesellschaft für Epilepsie (National Society for Epilepsy) wies jedoch auf die Gefahren eines Anfalls hin. Dieser könne Verletzungen hervorrufen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Auch könnten andere Menschen dem Beispiel folgen, was “tragische Konsequenzen“ hätte. Auch die Organisation Charity Epilepsy Action verurteilte die Show und rief die Künstlerin auf, davon abzulassen.

dpa

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