Er stürzte in den Canal Grande

Deutscher fotografiert Brautpaar und stirbt in Venedig

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Gondeln in Venedig (Archivbild).

Venedig - Ein Deutscher hat in Venedig ein Hochzeitspaar fotografiert und ist dabei ins Wasser gestürzt. Weil er sich bei dem Sturz vermutlich am Kopf verletzte, starb er noch am Unglücksort.

Beim Fotografieren eines Hochzeitspaares ist ein Deutscher in Venedig ins Wasser gestürzt und ums Leben gekommen. Der 75-Jährige habe das Paar von einem Anlegesteg an der Station Santa Maria del Giglio fotografieren wollen, als er das Gleichgewicht verlor und in den Canal Grande stürzte, bestätigte ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der Mann habe sich bei dem Unfall am Donnerstagabend vermutlich am Kopf verletzt. Die Polizei untersucht die Umstände des Unglücks.

Zwar seien sofort Gondoliere zur Hilfe geeilt. Sie konnte aber genauso wie die Rettungskräfte nichts mehr für den Mann tun, so die Feuerwehr. Der 22 Jahre alte Kevin Fasan, ein Gondoliere in Ausbildung, war am Unglücksort. „Mein Ausbilder erklärte mir gerade, wie man eine Gondel richtig abdeckt, da hörte ich Schreie“, sagte der Augenzeuge der Lokalzeitung „Corriere del Veneto“.

"Wir versuchten alles, um ihn zu retten"

Er sei zum Unglücksort gerannt und dabei über sechs Gondeln gesprungen, berichtete Fasan. Gemeinsam mit einem Kollegen und dem Hochzeitspaar habe er versucht, den Mann aus dem Wasser zu ziehen. „Ich hatte Angst. Wir versuchten alles, um ihn zu retten.“ Aber er habe ihn nicht herausziehen können. Der Mann sei sehr schwer gewesen.

Das Brautpaar stammte laut Feuerwehr wahrscheinlich auch aus Deutschland. Aus welcher Region die Gruppe kam, konnte der Feuerwehrsprecher nicht sagen. Lokalzeitungen berichteten, dass der Mann sich wohl an einem Geländer stützen wollte. Er habe aber nicht bemerkt, das die Brüstung zu Ende gewesen sei. Dann sei er ins Wasser gefallen.

"Menschen fallen manchmal ins Wasser, aber es ist sehr selten, dass sie ertrinken"

Es sei sehr selten, dass Menschen in Venedigs Kanälen umkämen, sagte Enzo Bon, ein Sprecher der Stadtverwaltung. „Menschen fallen manchmal ins Wasser, aber es ist sehr selten, dass sie ertrinken. Wir haben ein oder zwei Fälle im Jahr, vielleicht sogar weniger“, sagte er der dpa am Samstag.

Er erinnerte an einem Fall aus dem Sommer 2013. Damals starb ein deutscher Tourist nach einem Zusammenstoß von einer Gondel mit einem Wasserbus. Ein Gerichtsentscheid, ob gegen vier der fünf Angeklagten in einem Schnellverfahren verhandelt werden solle, werde für kommenden Dienstag erwartet, sagte er. Schnellverfahren führen meist zu geringeren Strafen.

Bei einem Gala-Event anlässlich der Kunstbiennale kam es in dieser Woche ebenfalls zu einem Zwischenfall. Ein Pier am Canal Grade neigte sich wegen Überfüllung stark. Etwa ein Dutzend Gäste der Ausstellungseröffnung fielen ins Wasser. Niemand wurde ernsthaft verletzt.

Schwere Unglücke beim Fotografieren

  • August 2014: Ein Ehepaar aus Polen stürzt beim Selfie-Knipsen in Portugal vor den Augen seiner fünf und sechs Jahre alten Kinder in den Tod. Am 140 Meter hohen Kap Cabo de Roca am Atlantik waren sie über die Sicherheitsabsperrung gestiegen, um am Klippenrand bessere Bilder machen zu können.
  • August 2014: Ein Wanderer aus der Schweiz will im Zittauer Gebirge in Sachsen ein Foto machen. Dabei gerät er zu nahe an eine Felskante, stürzt 30 Meter in die Tiefe und stirbt noch an der Unfallstelle.
  • August 2014: Beim Knipsen von Selfies stürzen fünf Menschen im spanischen Badeort Sitges bei Barcelona von einer Dachterrasse sechs Meter in die Tiefe auf einen Bürgersteig. Sie werden schwer verletzt.
  • Februar 2004: Ein österreichischer Urlauber macht vom Rand einer Klippe bei Sydney in Australien Fotos, als sich die Felsnase unter seinen Füßen löst und er zu Tode stürzt.

dpa

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