Strikte neue Corona-Regeln

Corona-Lockerungen in Österreich: Harte Vorgaben beim Friseur - Polizei kontrolliert

In Österreich sind die Corona-Zahlen weiter hoch- und trotzdem treten Lockerungen in Kraft. Die Auflagen sind jedoch streng. Auf den Schritt von Kanzler Sebastian Kurz folgt prompt Kritik. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie in Österreich: Die Corona-Zahlen bleiben Anfang Februar hoch.
  • In Österreich ist ein Friseur-Besuch ab Montag (8. Februar) möglich. Doch die Hürden dafür sind einigen zu überzogen (Update vom 3. Februar, 10.01 Uhr).
  • Bei der Kontrolle kommt auch die Spezialeinheit Alpin-Polizei zu Einsatz (siehe Update vom 2. Februar 9.50 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 3. Februar finden Sie hier.

Update vom 3. Februar, 10.01 Uhr: Friseure dürfen ab Montag (8. Februar) in Österreich wieder aufsperren. Für einen Termin gelten jedoch strikte Corona-Regeln. Kunden dürfen nur mit einem negativen Corona-Test (nicht älter als 48 Stunden) bedient werden. Zudem gilt eine FFP2-Maskenpflicht (Strafe soll auf 90 Euro erhöht werden). Auch beim Friseur soll es Polizei-Kontrollen geben.

Corona in Österreich: Polizei kommt auch zum Friseur

Die Kritik auf die neuen Regeln folgte prompt. Auf Facebook machen Nutzer ihrem Ärger Luft. „Na, da pfeiff ich auf den Friseur“, schreibt einer. „Beim Friseur braucht man einen Test, in der Skigondel geht es ohne – na super!“, lautet ein anderer Facebook-Eintrag, wie das Nachrichtenportal oe24.at berichtet.

Corona in Österreich: Gottesdienste ab Sonntag wieder möglich

Update vom 3. Februar, 9.49 Uhr: Tourismus, Sport und Kultur bleiben in Österreich dicht. Über weitere Öffnungsschritte will die Regierung erst am 15. Februar beraten. Gottesdienste sind aber schon ab dem 7. Februar wieder erlaubt, berichtet der österreichische Standard.at. Dann allerdings unter erhöhten Schutzmaßnahmen: FFP2-Masken sind Pflicht, Zwei-Meter-Abstand und Desinfektionsmittel muss bereitstehen. Singen in der Kirche bleibt weiterhin verboten. Die Gottesdienste sollten kurz gehalten werden und die Zahl der Sitzplätze sei zu begrenzen.

Corona-Lockerungen in Österreich: Bußgeld wird deutlich erhöht

Update vom 2. Februar, 15.27 Uhr: Österreich hat am Dienstag seine Corona-Regeln angepasst. Neben den bereits bekannten Änderungen in puncto verschärften Grenzkontrollen, einer Testpflicht für Pendler sowie der neuen Spezialeinheit Alpin-Polizei (siehe vorheriges Update), wird fortan auch die Höhe des Bußgelds bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen angepasst.

Statt bisher 25 beziehungsweise 50 Euro kostet ein Verstoß gegen die Maskenpflicht nun 90 Euro. Zum Vergleich: Im benachbarten Bayern werden bis zu 250 Euro fällig, wenn man ohne Mund- und Nasenschutz erwischt wird. Hier macht es allerdings einen Unterschied, ob gar keine Gesichtsbedeckung getragen wird oder nur eine unzureichende, sprich nicht die seit einigen Wochen (im ÖPNV sowie dem Einzelhandel) obligatorischen FFP-2-Masken.

Die österreichische Polizei werde das Einhalten der Maskenpflicht nun ebenso strikter kontrollieren wie die der Quarantänebestimmungen, betonte Innenminister Karl Nehammer auf einer Pressekonferenz. Wie der ÖVP-Politiker erklärte, seien seit Verschärfung der Maßnahmen am 19. Dezember 2020 fast drei Millionen polizeiliche Grenzkontrollen durchgeführt und mehr als 200.000 Personen in Heimquarantäne geschickt worden.

In Österreich kamen innerhalb eines Tages 1154 Corona-Neuinfektionen hinzu. Die Alpenrepublik zählt damit aktuell 10.087 aktive Fälle, 487 weniger als am Vortag. Insgesamt sind 7847 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, binnen 24 Stunden kamen 69 weitere Todesfälle hinzu (Quelle: Gesundheitsministerium Österreich, Stand: 2. Februar, 8 Uhr).

Corona: Österreich lockert überraschend, setzt auf eine Spezialeinheit und hat massive Auflagen an der Grenze

Update vom 2. Februar, 9.50 Uhr: Wie werden die neuen Corona-Regeln in Österreich ausgelegt? In Wien spricht zur Stunde Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Und er spricht sehr deutlich auf einer Pressekonferenz.

Mit Blick auf Regelbrüche in den Skigebieten kündigt Nehammer an: „Es gibt eine Spezialeinheit: die Alpin-Polizei. Wer die Regeln nicht befolgt, bekommt die Anzeige.“ Zuletzt hatten sowohl eine angebliche laxe Auslegung der Covid-19-Maßnahmen als auch Ski-Party-Touristen aus Skandinavien und Großbritannien für Ärger gesorgt.

Ferner soll es die erwarteten verschärften Grenzkontrollen geben - und die betreffen nicht zuletzt Berufspendler aus Deutschland. Zum Beispiel aus dem Chiemgau ins Salzburger Land, aus dem Allgäu nach Vorarlberg, oder aus Niederbayern ins österreichische Innviertel.

So wird es für Pendler die Verpflichtungen geben, einen sieben Tage alten negativen Corona-Test vorzulegen und sich registrieren zu lassen. Und zwar immer, wenn sie einreisen wollen. Nur Reisende, die unter Ausnahmeregeln fallen, müssen keinen negativen Test vorzeigen. Grundsätzlich gelte laut Nehammer: „Jeder, der einreist, muss einen negativen Test vorweisen und danach auch in Quarantäne“

Corona-Krise auf der Straße: Gesundheitskontrollen zwischen Deutschland und Österreich.

Coronavirus-Pandemie: Österreich geht in den Lockdown light

Update vom 2. Februar, 6.16 Uhr: Es war keine leichte Entscheidung. Doch der Druck von Wirtschaft und Bürger groß: Österreich öffnet nach sechs Wochen Lockdown ab 8. Februar wieder alle Geschäfte. Es gelten aber verschärfte Vorsichtsmaßnahmen (siehe auch Updates vom 1. Februar).

Das Tragen von FFP2-Masken ist Pflicht“, sagte Kanzler Sebastian Kurz. Außerdem sind weniger Kunden erlaubt. Auch Friseure dürfen wieder arbeiten. Für einen Termin bei den körpernahen Dienstleistungen ist allerdings ein negativer Corona-Test nötig. Der darf nicht älter als 48 Stunden sein. Auch Mitarbeiter müssen sich regelmäßig testen lassen.

Viele Friseure sind jetzt schon ausgebucht, berichten österreichische Medien. Kein Wunder: In Österreich sind die Betriebe seit dem 24. Dezember geschlossen. Auch der Friseur von Kanzler Kurz, hat die nächsten Wochen keinen Termin mehr frei, berichtet das Nachrichtenportal oe24.at. „Wir sind die nächsten fünf Wochen so richtig ausgebucht und voll“, sagt Josef Winkler oe24.at. Dabei habe sein Geschäft in den nächsten drei Wochen nur am Sonntag geschlossen und auch täglich zwei Stunden länger geöffnet. Ob Kanzler Kurz bereits einen Termin habe, wollte er allerdings nicht verraten. Der Kanzler sei seit Dezember nicht mehr bei ihm gewesen, betonte er.

Die Schulen gehen wieder in den Präsenzunterricht über, teils allerdings in einem Schicht-System und mit Corona-Tests. 

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Drei verschiedene Phasen für Covid-19-Impfungen

Update vom 1. Februar, 19.30 Uhr: Der Impfplan wird angepasst, da das Nationale Impfgremium das Serum von Astrazeneca nicht für Menschen ab 65 Jahren empfiehlt. Somit werde dieses vorrangig den 18- bis 64-Jährigen verabreicht.

In diesem Zuge berechnet oe24, dass das neu zugelassene Vakzin für 5.664.816 Österreicher zugelassen ist, der Impfstoff von Biontech und Pfizer - für alle ab 16 Jahren geeignet - für 7.531.239 Bürger und das Serum von Moderna - hier geht es um alle ab 18 Jahren - für 7.358.443 Menschen in der Alpenrepublik.

Die Regierung plant mit drei verschiedenen Phasen, wobei die erste nochmal in zwei Abschnitte unterteilt ist. Auch hier werden zunächst die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zunächst in den Pieks-Genuss kommen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Kurz verkündet Lockerungen - nächster Gipfel am 15. Februar

Update vom 1. Februar, 18.20 Uhr: Bereits am 15. Februar würde über mögliche weitere Lockerungen beraten. Allerdings warnte Kurz auch, dass es dabei durchaus auch um Verschärfungen gehen könne, sollten sich die Zahlen nicht wie erhofft entwickeln. Damit liegt es in gewisser Weise nun in der Hand der Bürger, wie viel Freiheit ihnen in den kommenden Wochen zugestanden wird. Entsprechend gibt die Regierung Kurz die Verantwortung dafür auch an die Bevölkerung weiter. Damit ist der Auftritt des Kanzlers beendet.

Update vom 1. Februar, 18.17 Uhr: Verschärft werden sollen die Strafen bei Verstößen, denn in diesen Fällen würden schließlich auch die Mitbürger gefährdet. Kurz nennt hier neben Maskenmuffeln und Abstandsverweigerern auch Personen, die andere anspucken. Zudem würden die Grenzkontrollen verschärft, gerade auch mit Blick auf die Mutationen. In Kraft bleiben darüberhinaus die Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr.

Update vom 1. Februar, 18.15 Uhr: Künftig dürfen sich wieder bis zu vier Personen aus zwei Haushalten treffen, dabei gehe es laut Kurz um Erwachsene. Heißt: Jeder Haushalt kann wieder zwei Personen als Gäste empfangen. Dabei betont der Kanzler jedoch, dass weiterhin das Gebot gelte, Kontakte möglichst zu vermeiden.

Update vom 1. Februar, 18.12 Uhr: Öffnen dürfen auch der Einzelhandel sowie Museen und Tierparks. Für Erstere gilt eine FFP2-Maskenpflicht, dazu müssten pro Kunde statt zehn nun 20 Meter Platz geschaffen werden. Auch körpernahe Dienstleistungen werden wieder angeboten, hier müssen Kunden jedoch einen höchstens 48 Stunden alten Test vorweisen. Damit können sich die Österreicher also wieder frisieren lassen.

Update vom 1. Februar, 18.10 Uhr: Kurz spricht nun. Es werde ein ausgeklügeltes Testkonzept für die Öffnung der Schulen geben. Es werde Präsenzunterricht im Wechsel geben. So würde eine Hälfte der Schüler am Montag und Dienstag vor Ort unterrichtet, die andere Hälfte am Mittwoch und Donnerstag.

Update vom 1. Februar, 17.50 Uhr: Schon vor Beginn der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz sickern die ersten Details durch. So sollen laut oe24 die Schulen ab 8. Februar wieder öffnen, gleiches gilt für den Einzelhandel und wahrscheinlich auch die Friseure. Dagegen sei bezüglich anderer körpernaher Dienstleistungen wie Nagelstudios noch nicht entschieden worden. Museen und Bibliotheken könnten womöglich unter strenger FFP2-Maskenpflicht sowie mit begrenzter Besucherzahl ebenso wieder öffnen. Weiterhin geschlossen bleiben wohl die Gastrobetriebe.

Etwas überraschend kommen diese Lockerungen schon, da das eigentliche Ziel von 700 Neuansteckungen pro Tag bislang deutlich verfehlt wurde und wohl in der ersten Februar-Woche auch nicht erreicht wird. Die Statistik spuckte diesmal 1100 Neuinfektionen binnen 24 Stunden aus.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Schärfere Kontrollen an deutscher Grenze geplant

Update vom 1. Februar, 16.40 Uhr: Österreich schirmt sich in der Coronavirus-Pandemie aus Furcht vor den Mutationen zunehmend ab.

Nachdem es bereits seit Wochen scharfe Grenzkontrollen wegen der Covid-19-Varianten zur Slowakei und zu Tschechien gibt, soll jetzt auch an der deutsch-österreichischen Grenze zwischen Bregenz und Lindau schärfer kontrolliert werden. Das berichtet die Schwäbische aus Oberschwaben.

Demnach will Vorarlbergs Sicherheits-Landesrat Christian Gantner ausdrücklich keine Einkaufs- und Tanktouristen mehr von der anderen Seite des Bodensees rein lassen. Bei Hörbranz gibt es direkt am See einen Grenzübergang, unweit ist zudem der Grenzübergang am Pfändertunnel, an dem die deutsche Autobahn A96 in die österreichische A14 (Rheintal Autobahn) mündet.

Dies ist insbesondere eine beliebte Strecke bei Touristen, die in die Skigebiete Vorarlbergs und Tirols oder weiter in den Süden in Richtung Italien wollen. Wie der ORF am Freitag (29. Januar) berichtete, hatte die österreichische Polizei zwischen diesem Tag und dem 19. Dezember wegen Covid-19 130.000 Kontrollen an den Grenzen durchgeführt und rund 6570 Mal die Einreise verweigert.

Grenzkontrollen in der Corona-Krise: die A96 zwischen Vorarlberg, Bodensee und Westallgäu, hier auf der deutschen Seite.

Update vom 1. Februar, 16.30 Uhr: Und gerade erreicht uns ein Update aus Wien. Die Pressekonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu den geplanten Lockerungen und Öffnungen in Österreich verschiebt sich von ursprünglich 16 auf 18 Uhr. Es wird offenbar stark gerungen in der Donaumetropole.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Handel, Schulen und Friseure könnten bald wieder öffnen

Update vom 1. Februar, 16.05 Uhr: Erste Ergebnisse aus dem Bundeskanzleramt am Wiener Ballhausplatz sickern durch.

Laut oe24.at wird erwartet, dass ab dem 8. Februar der Handel und Friseure in Österreich wohl wieder öffnen dürfen. Zudem soll an Schulen wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt werden.

Fix sind die Lockerungen jedoch noch nicht, vor allem zum möglichen Restart der Friseure soll ordentlich gestritten werden.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Zähe Verhandlungen über Lockerungen in Schulen und Handel

Update vom 1. Februar, 15.45 Uhr: Zwischen Wien, Eisenstadt, St. Pölten, Graz, Klagenfurt am Wörthersee, Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz wird in diesen Minuten hauptsächlich digital über mögliche Lockerungen in der Corona-Pandemie in Österreich gerungen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) berät sich mit den Länderchefs zwischen Burgenland und Vorarlberg.

Pamela Rendi-Wagner, Oppositionspolitikerin und Medizinerin, hat in dieser Gemengelage vor zu weitreichenden Lockerungen in der Alpenrepublik gewarnt. 

„Jetzt zu öffnen, ist der falsche Weg“, sagte die SPÖ-Chefin. Rendi-Wagner mahnte vor allem mit Blick auf die kursierenden Mutationen und die ihrer Meinung nach niedrige Impfquote.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: 57 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19

Update vom 1. Februar, 13.46 Uhr: Von Sonntag auf Montag wurden in Österreich 1124 neue Corona-Fälle gemeldet. Zudem gab es 57 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Das ursprüngliche Lockdown-Ziel der Regierung um Kanzler Sebastian Kurz war es, die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 700 zu senken. Das hat man nicht geschafft. Dennoch bahnen sich erste Öffnungsschritte ab dem 8. Februar an.

Die meisten neuen Corona-Fälle gab es in Wien. Die Zahl der Neuinfektionen in allen Bundesländern im Überblick.

  • Wien: 252
  • Niederösterreich: 222
  • Oberösterreich: 157
  • Steiermark: 140
  • Salzburg: 113
  • Tirol: 95
  • Kärnten: 78
  • Vorarlberg: 42
  • Burgenland: 25

Corona in Österreich: Kurz noch heute mit Lockdown-Lockerungen?

Erstmeldung vom 1. Februar: Wien - Seit dem 26. Dezember befindet sich Österreich im harten Corona-Lockdown. Die Regierung um Kanzler Sebastian Kurz (FPÖ) will nach Beratungen mit Experten, Landeshauptleuten und der Opposition am Montag (1. Februar) über mögliche Lockerungen ab dem 8. Februar beraten.

Der Zeitplan für den Entscheidungstag über die Lockdown*-Lockerungen in Österreich:

  • ab 10 Uhr: Beratung der Bundesregierung mit Experten
  • ab 11.30 Uhr: Videokonferenz der Bundesregierung mit der Opposition
  • ab 13 Uhr: Treffen der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten
  • ab 16 Uhr: Präsentation der Ergebnisse auf einer Pressekonferenz mit Kanzler Kurz und Regierungsvertretern
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Corona in Österreich: Zahlen sprechen gegen Lockerungen - SPÖ-Chefin sieht „nicht kontrollierbares Risiko“

Die aktuellen Corona*-Zahlen sprechen eigentlich gegen eine Lockerung des Lockdowns in Österreich. Die Regierung wollte auf maximal 700 Neuinfektionen pro Tag kommen, derzeit steht man aber etwa beim Doppelten. Zudem kommt es aufgrund von Lieferproblemen bei AstraZeneca zu Verzögerungen bei den Corona-Impfungen*. Die Empfehlung, den Impfstoff nur an die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen zu verimpfen, kommt erschwerend hinzu. Die Ausbreitung der Corona-Mutationen* in Österreich bereitet zusätzliche Sorgen.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner äußerte sich am Sonntag daher skeptisch zu möglichen Lockerungen der Corona*-Maßnahmen und warnte vor einer dritten Infektionswelle. „Wir müssen eine dritte Welle mit einem noch infektiöseren Virus verhindern. Das ist kein rein virologischer Ansatz, sondern lebenswichtig - in gesundheitlicher, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht.“

Die Frage des Öffnens sei eine Frage des Risikos. „Dieses Risiko ist kein abstraktes, es ist brutal real. Messbar in Zahlen der Infizierten, Erkrankten, Toten. Das Ziel der Regierung waren rund 700 Infektionen pro Tag, gestern waren es 1400. Die Zahlen sind zu hoch. Jetzt zu lockern bedeutet die Bevölkerung einem nicht kontrollierbaren Risiko auszusetzen“, warnte Rendi-Wagner eindringlich.

Parteichefin der SPÖ: Pamela Rendi-Wagner.

Corona-Lockdown in Österreich: Schulen und Handel dürfen wohl ab dem 8. Februar öffnen

Kurz kündigte am vergangenen Freitag an, man wolle „alles öffnen, was nur irgendwie zu öffnen geht“. Dennoch wolle man dabei nicht unverantwortlich handeln. Am Sonntagabend beriet sich Kurz laut oe24.at bereits mit Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Bildungsminister Heinz Faßmann.

Demnach sollen ab dem 8. Februar Schulen und Handel unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen öffnen. Die Schüler der Volksschulen und Unterstufen sollen im Schichtbetrieb in den Präsenzunterricht zurückkehren. Laut oe24.at hätte Bildungsminister Faßmann gerne auch die Oberstufen geöffnet – das bleibt jedoch weiterhin fraglich. Auch Museen, Galerien sowie Bibliotheken sollen wieder aufsperren dürfen.

Corona-Lockdown in Österreich: „Körpernahe“ Dienstleistungen umstritten - Gastronomie wohl weiter zu

Die Öffnung von „körpernahen“ Dienstleistungen, wie beispielsweise Friseuren oder Nagelstudios, ist hingegen weiterhin umstritten. Die Gastronomie soll weiterhin geschlossen bleiben und wohl frühestens im März öffnen dürfen. Um die Ausbreitung der Virus-Mutationen* zu bremsen, sollen laut Medienberichten schärfere Einreiseregeln und mehr Grenzkontrollen eingeführt werden. So plant man Landeverbote für Flieger aus Ländern, in denen die Mutation stark verbreitet ist – neben Großbritannien etwa Spanien oder Portugal.

Corona in Österreich: Ruf nach Lockerungen wird lauter - Proteste in Wien

Zuletzt war der Druck auf die Regierung um Kanzler Kurz gestiegen. Mehrere Landeshauptleute haben sich am Wochenende für Lockerungen ausgesprochen. Dabei wurden Argumente gegen den „Lagerkoller“ und ähnliches vorgebracht. In Wien haben am Sonntag trotz eines Verbots etwa 5000 Personen versammelt, um gegen die Corona*-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren.

In Wien gab es am vergangenen Sonntag Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.

Unter den Protestierenden fanden sich unter anderem auch Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme. Nach Angaben der Polizei seien einige Personen festgenommen worden und es habe etwa 850 Anzeigen gegeben, teils wegen des Verdachts des Widerstands gegen die Staatsgewalt und wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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