Coronavirus-Pandemie

Corona und die Immunität: Unerklärliche Fälle in Südkorea - kann sich das Virus „reaktiveren“?

Coronavirus und die Immunität: In Südkorea gab es nun Fälle, bei denen eigentlich genesene Covid-19-Patienten erneut positiv getestet wurden. Liegt es am Test 

München - Der Umgang Südkoreas mit dem Coronavirus führte hier zu Lande hin und wieder zu großen Augen. Denn dort brach das Virus viel früher aus als in anderen Teilen der Welt*, allerdings infizierten sich laut Johns-Hopkins-Universität lediglich 10.480 der 51 Millionen Südkoreaner mit dem Coronavirus - und wiederum „nur“ 211 Menschen starben. 

Darüber hinaus war Südkorea eine der ersten Staaten, die breitflächige Tests durchführten und dadurch die Infizierten konsequent isolieren konnten - auch aus diesem Grund gelang es, eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern. 

Coronavirus und die Immunität: Auffällige Zahlen in Südkorea - Kann sich das Virus „reaktiveren“?

So steuern die USA, Großbritannien oder auch Deutschland noch immer auf den Höhepunkt der Corona-Entwicklung zu, während sich die Lage in Südkorea beruhigt hat. 

Dort bewegt sich die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter auf geringem Niveau. Am Freitag (10. April) seien 30 Fälle hinzugekommen, drei mehr als am Tag davor, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstag mit.

Für beendet kann man die Corona-Krise in Südkorea aber keinesfalls erklären. Sorgen machen den Behörden weiter kleinere lokale Häufungen von Sars-CoV-2-Infektionen und „importierte“ Fälle.

Immun gegen das Coronavirus? Tests geben offenbar keine richtigen Aufschlüsse

Besonders eine Studie bereitet dem weltweiten Kampf gegen das Coronavirus Kopfzerbrechen. Die südkoreanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (ähnlich dem Robert-Koch-Institut in Deutschland) hatten am Freitag von91 Fällen berichtet, in denen bereits als genesen geltende Covid-19-Patienten erneut positiv auf das Virus getestet wurden. Als wahrscheinlich galt, dass das Virus nicht gänzlich vom Körper ausgeschieden worden sei und sich „reaktiviert“ haben könnte.

„Wir sehen eine Reaktivierung des Virus als mögliche Ursache und werden dazu eine umfassende Studie durchführen“, sagte Jeong Eun-kyeong, Leiter der koreanischen Behörde: „Es hat viele Fälle gegeben, in denen ein Patient während der Behandlung an einem Tag negativ und an einem anderen positiv getestet wurde.“ Ein weiteres Problem sei, dass die Ergebnisse der Covid-19-Tests nicht immer so eindeutig seien. Offiziell gilt ein Patient erst als geheilt, wenn er innerhalb von 24 Stunden zwei Mal negativ getestet wird. 

Mit Verbreitungswegen des Virus beschäftigen sich unterdessen deutsche und britische Forscher - und sie stellen eine steile These auf.

Coronavirus in Südkorea: Zahl der Neuerkrankten auf unter 30 gefallen

Mit weiteren Tests soll nun festgestellt werden, ob die Personen nach durchgemachter Infektion eventuell auch Antikörper in sich tragen und weiter ansteckend für andere sind oder nicht.

In Südkorea war die Zahl der Neuerkrankten am Donnerstag erstmals seit Februar auf unter 30 gefallen. Die Behörden sahen in den weiter rückläufigen Fallzahlen ein weiteres „positives Signal“, ohne jedoch Entwarnung zu geben. In einigen Fällen sei die Quelle der Neuinfektion nicht bekannt, hieß es.

Es wird Kritik laut an der Heinsberg-Studie - auch Virologe Christian Drosten mischt mit. Eine weitere Studie untersucht, wie sich die Viren auf der Welt verbreitet haben - und stellt dabei eine steile These zu Italien auf.

smk/dpa

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