Pandemie-News aus Europa

Coronavirus: Großbritannien lockert Beschränkungen massiv - Experten warnen

In Europa sind einige Länder besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffen. Die Niederlande greifen nach einem Corona-Ausbruch auf einer Nerzfarm zu drastischen Mitteln. 

Update vom 3. Juli, 14.43 Uhr: In Großbritannien dürfen Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele weitere Einrichtungen von Samstag an wieder öffnen. Gleichzeitig wird die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter verringert, sofern andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. So müssen Pub-Besucher beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt.

Bei der Vorstellung der Pläne hatte Premier Boris Johnson kürzlich gesagt: „Unser langer Winterschlaf kommt zu einem Ende.“ Auch forderte Johnsen die Briten zu verantwortungsbewusstem Verhalten auf. Das Schlimmste sei überstanden. Ein erneuter Ausbruch des Coronavirus Sars-CoV-2 sollte aber vermieden werden. Wie n-tv.de unter Berufung auf den Hörfunksender LBC berichtet, sagte Johnson: „Meine Botschaft lautet: Lasst es uns jetzt nicht vermasseln, Leute, wir haben bisher fantastische Arbeit geleistet, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen.“

Viele Forscher halten die Lockerungen in Großbritannien jedoch für verfrüht. Großbritannien ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Coronavirus in Österreich: Kurz drängt auf schnellere Testergebnisse

Indes drängt Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angesichts der zuletzt gestiegenen Zahl von Coronainfektionen auf schnellere Testergebnisse. Bis zum Vorliegen eines Resultats dauere es oft 48 Stunden oder mehr. „Das darf es nicht geben“, sagte Kurz am Freitag in Wien. Es zähle jede Stunde. Er verwies auf die 390 Millionen Euro, die seine Regierung für das Corona-Screening in die Hand nehme, um auf einen lokalen oder regionalen Ausbruch umgehend reagieren zu können.

Jüngst war es in Oberösterreich im Umfeld einer Freikirche zu zahlreichen neuen Coronainfektionen gekommen. Rund 1400 Menschen mussten in Quarantäne. Schulen und Kindergärten sind seit Freitag im Raum Linz wieder für eine Woche geschlossen. Grundsätzlich will die Regierung aus ÖVP und Grünen mit einem Krisen- und Katastrophenschutzgesetz die Basis schaffen, um künftig besser auf Notsituationen reagieren zu können.

Corona-Ausbruch auf Nerzfarm - Niederlande will tausende Tiere töten

Update vom 3. Juli, 13.57 Uhr: In den Niederlanden haben Behörden einen erneuten Corona-Ausbruch auf einer Nerzfarm gemeldet. Auf der Zuchtfarm in Landhorst sei das Virus entdeckt worden, nachdem die Nerze die typischen Symptome eine Infektion gezeigt hätten, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. 4300 Tiere sollen nun vorsorglich gekeult werden. Damit stieg die Zahl der Farmen mit Corona-Ausbrüchen in der Region bereits auf 18.

Erstmals in Nerz-Zuchtfarmen war ein Ausbruch im April festgestellt worden. Im Mai gaben die Behörden dann bekannt, dass zwei an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte Mitarbeiter sich „sehr wahrscheinlich“ bei den Tieren angesteckt hatten. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es sich um die „ersten bekannten Fälle einer Übertragung“ des neuartigen Coronavirus von Tier zu Mensch handeln.

Corona in Europa: Änderung bei Einreisebeschränkungen?

Update vom 2. Juli, 16:18 Uhr: Wegen der aktuellen Einreisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union hatEU-Innenkommissarin Ylva Johansson sich für Paare ohne Trauschein eingesetzt. Die Schwedin forderte via Twitter am Donnerstag dazu auf, verliebten Paaren keine Steine in den Weg zu legen. 

EU-Staaten und auch Reiseunternehmen sollten den Begriff der „Partnerschaft“ wenn möglich etwas weiter auslegen. Deshalb solle die Einreisebeschränkung nicht auf nachweislich langfristige Partner eines EU-Bürgers angewendet werden, schrieb Johansson.

Um die Coronavirus-Pandemie so weit wie möglich einzudsämmen, einigten sich die EU-Staaten Mitte März mit Außnahme von Irland und den Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf, ein Verbot für nicht zwingende notwendige Reisen auszusprechen. Eine Lockerung dieser Vorgaben wird seit Anfang Juli in 14 Ländern umgesetzt.

USA hamstern Corona-Medikament Remdesivir - Spahn: „Erwarte, dass Deutschland und Europa versorgt werden“

Update vom 2. Juli, 12.01 Uhr: Am Montag teilte das US-Gesundheitsministerium mit, dass man sich 92 Prozent (über 500.000 Behandlungsdosen) der Produktion des als mögliches Corona-Arzneimittel gehandelten Medikaments Remdesivir gesichert hat. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Hersteller, US-Konzern Gilead, im ZDF-Morgenmagazin nun in die Pflicht genommen, auch Europa zu beliefern. 

Er "erwarte, dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein solches Medikament geht", meinte Spahn am Donnerstag. Falls das Mittel innerhalb der EU für die Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen werde, müsse "die Lieferfähigkeit hergestellt" werden, so Spahn weiter. 

Zudem bekräftigte der Gesundheitsminister, dass die Bundesrepublik trotz der großen Aufkäufe durch die USA über ausreichend Reserven an Remdesivir verfüge. Das Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola angewendet wurde, sei "auf Lager in einer Zentralapotheke des Bundes und gesichert für die nächsten Wochen".

Während Remdesivir in den USA und Japan bereits für die Behandlung von Coronavirus-Infizierten zugelassen ist., gilt dies in Europa noch nicht. Allerdings empfahl dieEU- Arzneimittelbehörde EMA kürzlich, das Medikament hierfür unter Auflagen zuzulassen. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit der Zulassun g in Europa noch in dieser Woche.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn richtet klare Worte in Richtung USA. 

Indes geraten die Corona-Infektionszahlen in den USA völlig außer Kontrolle. Trump spricht jedoch von „großartigen Neuigkeiten“.

Corona-Pandemie in Europa: Starker Anstieg der Fallzahlen in Luxemburg

Update vom 1. Juli, 19.26 Uhr: Bei knapp 6000 Tests wurden in Luxemburg 46 Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Zahlen, die Premierminister Xavier Bettel nicht aufschrecken, ihn jedoch zum Umdenken bewegen. „Diese Zahlen sind nicht alarmierend, aber wir müssen verhindern, dass wir in Zukunft eine Verschlechterung der Lage bekommen“, erläutert er. 

In Luxemburg stieg die Zahl der Neuinfektionen seit Ende vergangener Woche merklich an. Etwa 150 Fälle wurden in sieben Tagen gemeldet. In Luxemburg sind private Feiern wieder erlaubt, der Anstieg wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Bettel berichtet von einer als privat deklarierten Feier in einem Lokal, die zu 24 Infektionen geführt habe und seinem Schluss: „Deshalb werden wir künftig bei Treffen von mehr als 20 Personen wieder verpflichtende Regeln haben, egal ob es sich um private oder öffentliche Treffen handelt.

Die aktuell geltenden Abstandsempfehlungen werden also durch verbindliche Vorschriften ersetzt. Zwar müssen Details des Gesetzes noch geklärt werden, ein konkreter Plan steckt aber schon dahinter. „Das Ziel ist, dass es bei Verstößen auch Sanktionen gibt. Das kann bis zur Schließung eines Lokals gehen“, versichert der Premierminister, „man muss vorsichtig sein und die Regeln respektieren.

Europäische Hauptstadt schafft Mundschutzpflicht ab - 2000 Menschen feiern spontan mit Essen und Getränken 

Update vom 1. Juli, 15.45 Uhr: Nach mehr als drei Monaten Mundschutzpflicht hat Tschechien die Regelung aufgrund der stabilen Fallzahlen nun wieder abgeschafft. Etwa 2000 Menschen feierten den Anlass am Dienstag auf der Prager Karlsbrücke. An einem 500 Meter langen Tisch genossen sie zusammen mitgebrachte Speisen und Getränke. 

Nur in medizinischen und in Sozialeinrichtungen sowie in der U-Bahn muss man in Tschechien noch Mund-Nasen-Schutzmaske tragen. Auch in Regionen mit besonders vielen Coronafällen gibt es weiterhin eine Maskenpflicht

Der Kaffeehausbesitzer Ondrej Kobza hatte das Event initiiert. Bürgermeister Zdenek Hrib betonte, dass die Feierlichkeit nur möglich ist, weil Prag aktuell weniger Touristen hat als es in der Hauptsaison normalerweise der Fall war.

Coronavirus in Europa: In Prag (Tschechien) feiern die Anwohner auf der Karlsbrücke das Ende der Maskenpflicht.

Corona: Erneuter Lockdown in britischer Großstadt - Bürgermeister war dagegen

Update vom 30. Juni, 14.35 Uhr: Medienberichten zufolge könnte es in weiten Teilen Großbritanniens wieder zu einer Verschärfung der Kontaktbeschränkungen kommen. Laut einem Bericht des „Telegraph“ stiegen die Coronavirus-Fälle in insgesamt 36 Städten und Regionen wieder an. 

Nach Angaben von Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock machten die Neuinfektionen in Leicester in der vergangenen Woche allerdings satte zehn Prozent der Gesamtzahl der Fälle in Großbritannien aus. Für die Stadt wurde wieder ein Lockdown verhängt (siehe unten).

Insgesamt sind in Großbritannien 313.470 Menschen mit dem Coronavirus infziert, 43.660 starben an Covid-19. Damit ist Großbritannein in Europa am schwersten von der Pandemie betroffen.

Übrigens: An diesem Mittwoch übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Noch am selben Tag beantwortet Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragen dazu, wie sie Europa durch die Corona-Krise bringen will.

Erneuter Corona-Lockdown in britischer Großstadt - Bürgermeister war dagegen

Update vom 30. Juni, 7.44 Uhr: Die britische Regierung hat wegen anhaltend hoher Corona-Fallzahlen für die mittelenglische Stadt Leicester erneut strikte Beschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt. In den meisten Landesteilen sei die Rate der Infektionsfälle zurückgegangen, doch in Leicester sei sie zuletzt weiter gestiegen, begründete Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament den Schritt.

Coronavirus: Geschäfte und Schulen müssen im britischen Leicester erneut schließen

Deshalb müssen ab diesem Dienstag in Leicester nicht essenzielle Geschäfte schließen, ab Donnerstag auch die Schulen. Die Maßnahmen sollen laut Hancock in zwei Wochen auf den Prüfstand kommen. „Wir müssen dieses Virus kontrollieren. Wir müssen die Menschen schützen“, betonte der Gesundheitsminister. In der nun von einem erneuten Lockdown betroffenen 340.000 Einwohner-Stadt wurden nach Behördenangaben in den vergangenen zwei Wochen 866 weitere Coronavirus-Infektionsfälle registriert. 

Corona-Tests durch das Militär in Leicester. 

Seit der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 in Großbritannien wurden in Leicester insgesamt rund 3000 Ansteckungsfälle verzeichnet. Hancock erläuterte, dass auf Leicester in der vergangenen Woche rund zehn Prozent aller neuen Infektionsfälle im Land entfallen seien. Täglich würden dort sechs bis zehn Menschen wegen der Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Peter Soulsby, der Bürgermeister von Leicester, hatte sich gegen einen erneuten Lockdown in seiner Stadt ausgesprochen. Die höheren Zahlen seien teilweise auf vermehrte Tests zurückzuführen, erklärte er.

Coronavirus: EU hält Einreisebeschränkungen für Menschen aus zahlreichen Drittstaaten aufrecht

Update vom 29. Juni 2020, 16.50 Uhr: Die EU-Länder wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst aufrechterhalten. Lediglich Menschen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach Einleitung eines entsprechenden Beschlussverfahrens von EU-Diplomaten erfuhr.

Einreisen dürfen Menschen aus Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll nur unter der Voraussetzung berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug auf Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Mit einer offiziellen Bekanntgabe des Beschlusses wird am Dienstag gerechnet. Dass die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zusammenkommt gilt als sicher, weil sonst das schriftliche Verfahren für den Beschluss nicht eingeleitet worden wäre.

Entscheidend für die Lockerung der Einreisebeschränkungen ist nach der Beschlussvorlage künftig vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in den zwei Wochen zuvor. Zudem sollen unter anderem der Trend im gleichen Zeitraum sowie der Umgang des jeweiligen Staates mit der Pandemie eine Rolle spielen.

Corona: Impfstoff schneller da als erwartet? - Russland verkündet überraschenden Plan

Update vom 29. Juni 2020, 14.26 Uhr: Während weltweit Wissenschaftler unter Hochdruck Forschung zur Herstellung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus betreiben, soll es in Russland erste Erfolge geben.

Eigener Darstellung nach macht Russland bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus Fortschritte. Mitte Juni war eine erste Gruppe Soldaten geimpft worden (siehe Update im verlinkten Artikel vom 13. Juni, 15.55 Uhr). Der zweiten Gruppe wurde der Stoff kurz darauf mit einer zusätzlichen Komponente verabreicht, hieß es.

Wie die Armeezeitung Krasnaja Swesda am Montag berichtete, sei nun die zweite Gruppe Soldaten getestet worden. Alle fühlten sich gut, und es seien bislang keine Nebenwirkungen bei dem sogenannten Vektor-Impfstoff aufgetreten, sagten die behandelnden Ärzte. Ob er bereits eine Immunreaktion ausgelöst hat, teilten sie nicht mit. Die Soldaten hätten sich freiwillig dafür gemeldet. Die klinischen Tests sollen demnach bis Ende Juli abgeschlossen werden.

Coronavirus: Baldige Massenproduktion eines Impfstoffes in Russland?

Eine Studie zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff haben die Forscher bisher nicht vorgelegt. Es gibt deshalb keine unabhängige Bewertung der Aussagen. Allgemein wird von Wissenschaftlern jedoch immer wieder die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch in Sachen Impfstoff gedämpft.

Russische Behörden sprachen jedoch bereits davon, im Spätsommer mit der Massenproduktion des Impfstoffes zu beginnen. Michail Muraschko, der russische Gesundheitsminister, betonte kürzlich, dass der Impfstoff dann weltweit zur Verfügung gestellt werden soll.

Corona: Österreich rudert bei Reisewarnung zurück - Tests für bestimmte Urlauber werden Pflicht

Update vom 29. Juni 2020, 7.20 Uhr: Nach dem Coronavirus-Massenausbruch beim Fleischkonzern Tönnies dürfen Urlauber aus dem Kreis Gütersloh aktuell nur mit einem negativen Corona-Test nach Österreich reisen. Das kündigte der dortige Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntagabend in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ an. 

Österreich verhalte sich mit diesen Plänen analog zu deutschen Bestimmungen. „Wir machen da eine gemeinsame Linie“, sagte der Grünen-Politiker. Der Test dürfe dabei nicht älter als 48 Stunden sein.

Menschen aus dieser Region müssten an Flughäfen, aber auch bei der Einreise per Auto mit Kontrollen rechnen, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Die Pläne gelten nicht für Reisende aus dem angrenzenden Kreis Warendorf, wo sich die Zahl der Corona-Infektionsfälle deutlich besser entwickelt habe, hieß es.

Beim Fleischfabrikanten Tönnies im Kreis Gütersloh hatten sich mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden gibt es inzwischen auch außerhalb der Belegschaft einen merklichen Anstieg neuer Fälle.

Coronavirus in Gütersloh: Österreich nimmt generelle Reisewarnung zurück

Eine generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen wird dagegen offenbar von Österreich zurückgenommen. Nach Informationen aus NRW-Regierungskreisen in Düsseldorf wurde die Reisewarnung auf die vom Infektionsgeschehen betroffenen Kreise beschränkt. 

Aus NRW-Regierungskreisen hieß es, Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe am Wochenende mehrfach mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz telefoniert und die Lage mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie erörtert. 

Laschet habe die Maßnahmen der betroffenen Kreise und des Landes zur Eindämmung des Ausbruchs sowie die Anstrengungen zur massiven Testung der Tönnies-Mitarbeiter, ihres Umfelds und der Gesamtbevölkerung erläutert. Kurz hat demnach seine Anerkennung dafür zum Ausdruck gebracht sowie das konsequente und umfassende Vorgehen begrüßt.

Sobald die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auch in Gütersloh unter 50 falle, solle auch hier die Beschränkung aufgehoben werden.

Was ist in Deutschland erlaubt und was nicht? Ein Überblick über die Corona-Regeln aller Bundesländer.

Corona: 300 Menschen nach Club-Besuch in Zürich in Quarantäne - wilde Corona-Party in Bern

Update vom 28. Juni, 16.43 Uhr: Gerade erst musste die Schweiz mehr als 300 Menschen nach einem Clubbesuch unter Quarantäne stellen. Nun verunsichern Nachrichten aus Bern das Land:

Augenzeugen berichten gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung 20min, dass tausende Menschen dicht gedrängt bis in die Nacht feierten, ohne sich an Schutzmaßnahmen zu halten. Wie es zu der Party kam - ob sie organisiert war oder aus einer kleineren Veranstaltung hervorging - ist demnach noch unklar. Erst am Samstagnachmittag war es zu Demonstrationen gegen Corona-Auflagen, sowie Gegendemonstrationen „gegen rechte Hetze“ gekommen. 

Coronavirus - Proteste in der Schweiz

In Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson unterdessen in einem Interview mit der Mail on Sunday seine Fitness demonstriert - nach überstandener Coronavirus-Infektion sei er wieder in der Lage, Liegestützen zu machen. Er fühle sich „fit wie ein Metzgershund“, soll er, angesprochen auf seinen Gesundheitszustand, gesagt haben und dann in die Knie gegangen sein, um eine Liegestütze zu machen. Am Dienstag soll ein umfassendes Konjunkturpaket vorgestellt werden.

Coronavirus in der Schweiz: 300 Menschen nach Clubbesuch in Quarantäne

Update vom 28. Juni, 9.00 Uhr: In der Schweiz ist es zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen: 300 Menschen müssen dort nach dem Besuch eines Clubs vorsorglich in eine zehntägige Quarantäne. Zuvor waren mehrere Gäste des Betriebs in der Hauptstadt Zürich positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich am Samstagabend mit. Da der Clubbetreiber den Behörden eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni aushändigen konnte, war eine schnelle Kontaktnachverfolgung möglich. 

Das Contact-Tracing-Team habe dank dieser Liste die Gäste am Samstag über die notwendige Quarantäne informieren können, hieß es. In der Schweiz hat die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder zugenommen. Binnen eines Tages wurden 69 neue Fälle bekannt, etwa drei Mal mehr als noch zu Wochenbeginn. 

Coronavirus in Europa: Trotz Todeszahl-Rekord lockert Großbritanniens Premier Johnson weiter die Beschränkungen

Update vom 27. Juni, 12.08 Uhr: Großbritannien hält in Europa einen traurigen Rekord. Kein anderes europäisches Land hat bisher so viele Corona-Tote zu verkraften. Dennoch lockert Premierminister Boris Johnson weiter. Jetzt soll für einige Länder auch die umstrittene Isolationspflicht fallen. 

Bislang starben mehr als 43.500 Menschen in Großbritannien, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Zahl der Sterbefälle, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 54.000. Es dürfte aber noch viele unerkannte oder indirekte Fälle gegeben haben: Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt im Vereinigten Königreich bei über 65.000.

Das Land ist aber auch wirtschaftlich stark angeschlagen. Die britische Regierung will nun Reisende aus einer Reihe von Ländern von der Pflicht befreien, nach der Einreise  14 Tage in Isolation zu verbringen. Das berichteten mehrere Medien am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach soll am Montag eine Liste von Staaten vorgelegt werden, die vom 6. Juli an von der Regelung ausgenommen sind. Dazu sollen unter anderem Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und auch Deutschland gehören, so die Berichte. Reisende aus Portugal, Schweden und den USA müssen sich demnach hingegen weiterhin nach Betreten des Landes für zwei Wochen isolieren.

Allgemein scheint ein guter Teil der britischen Angst vor dem Coronavirus verflogen zu sein. Nachdem an den britischen Stränden bereits Menschenmassen die Sonne genossen, feierten Hunderte Fans des FC-Liverpool am Freitag Abend vor dem Royal Liver Building, nachdem ihre Mannschaft nach der 1:2-Niederlage von Manchester City gegen Chelsea am Donnnerstagabend (25. Juni) als Meister der Premier League feststeht. (dpa/nai)

Coronavirus in Europa: „Wir sind absolut entsetzt über die Szenen“ - Briten stürmen Strände

Update vom 26. Juni, 11.10 Uhr: Während in Ländern wie Großbritannien Lockerungen beschlossen werden, geht es in Portugal in die andere Richtung. Das Land ist bislang vergleichweise gut durch die Corona-Krise gekommen. 40.415 Fälle meldet die Johns-Hopkins-Universität (Stand: 26. Juni 11 Uhr). Doch nun zeigt das Land eine rückläufige Bewegung. Besonders der  Großraum Lissabon entwickelt sich zum neuen Hotspot. Die Angst vor einer zweiten Welle wächst.

Von den 311 Fällen, die Portugal am Donnerstag meldete, fielen rund 77 Prozent auf die Regionen um Lissabon, so die faz.

Coronavirus in Europa: Anstieg in Portugal - neuer Lockdown beschlossen

Wegen des Anstiegs verhängte der portugiesische Ministerpräsident António Costa nun einen erneuten Lockdown. Ab dem 1. Juli gelten für 19 Gemeinden rund um die Hauptstadt für zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen. Lediglich Einkäufe, der Gang zur Arbeit und Arztbesuche sind weiterhin erlaubt. 

„Die einzige wirksame Form, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, ist, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben und stets die soziale Distanz sowie alle Schutz- und Hygienestandards einhalten“, sagte Costa am Donnerstag.

Coronavirus in Europa: „Wir sind absolut entsetzt über die Szenen“ - Briten stürmen Strände in Corona-Zeiten

Update vom 25. Juni, 22.50 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat auf die überfüllten Strandszenen auf Twitter reagiert und appelliert an die Bevölkerung. 

„Wir alle wollen draußen sein und den herrlichen Sonnenschein genießen. Aber wenn Sie unterwegs sind, verhalten Sie sich sicher und halten Sie die Regeln zur sozialen Distanz ein“, twittert Hancock. Der Gesundheitsminister verweist zudem darauf, dass es England Fortschritte beim Kampf gegen das Coronavirus gemacht habe und bestimmt keiner wolle, dass diese harte Arbeit zunichtegemacht würde. 

Zudem drohte der Gesundheitsminister nach der Missachtung der Vorschriften mit der Schießung der Strände. „Das letzte, was die Leute wollen, ist, dass das Virus wieder kommt“, sagte er gegenüber einem Radiosender. Die Vorschriften müssten eingehalten und eine zweite Welle verhindert werden. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, müsse die Regierung handeln. „Wir dürfen nicht rückwärts gehen ... Wir müssen diese Krankheit stoppen.“

Coronavirus in Europa: Briten stürmen Strände 

Update vom 25. Juni, 18.09 Uhr: Zehntausende Briten sind am Donnerstag an die Küsten im Süden ihres Landes gestürmt - trotz Corona. Auf Twitter sind Fotos von Menschenmassen an Strände zu finden. Dicht an dicht drängen sich die Briten. Mindestabstand, Masken oder sonstige Regeln scheinen vergessen. Dabei ist Großbritannien aktuell das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Bournemouth löste nach eigenen Angaben eine „Notfallreaktion“ aus, weil die Lage nicht mehr beherrschbar war. 

„Wir sind absolut entsetzt über die Szenen, die an unseren Stränden, insbesondere in Bournemouth und Sandbanks, in den letzten 24 bis 48 Stunden zu sehen waren“, teilte die Ratsvorsitzende Vikki Slade mit. 

Die Stadt hatte nach eigenen Angaben an allen Fronten zu kämpfen: Neben einem Verkehrschaos, unzähligen Falschparkern war der Strand vermüllt. Obendrein seien viele Ausflügler betrunken gewesen und es seinen Schlägereien gemeldet worden. Einsatzkräfte seien völlig überfordert gewesen. Die Behörden bitten die Menschen Bournemouth fernzubleiben.

Der Donnerstag war der bisher heißeste Tag des Jahres in England. Am Nachmittag wurden über 33 Grad am Großflughafen London-Heathrow gemessen. Innerhalb Englands sind in der Corona-Krise Tagesausflüge erlaubt. 

Menschen so weit das Auge reicht. Bei der Hitzewelle in Großbritannien fallen trotz Corona alle Regeln, wie etwa Abstandsregeln.  

Coronavirus: Niederlande wagen riesigen Schritt früher als gedacht - nur ein „Aber“ bleibt

Update vom 24. Juni, 22.00 Uhr: Die Niederlande wagen einen sehr, sehr großen Schritt zurück zu Normalität und Alltag schon viel früher als gedacht. Am Mittwochabend kündigte Ministerpräsident Mark Rutte weitreichende Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen Verkehr und Freizeit an. 

Ab dem 1. Juli dürfen Kinos, Theater, Kirchen und Gaststätten wieder unbegrenzt Besucher empfangen. Das bisherige Maximum von 30 Gästen ist also schon nächste Woche passé. 

Am selben Tag werden auch beinahe alle Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr aufgehoben. Jahrmärkte sowie Festivals im Freien dürfen wieder öffnen und sogar das Rotlichtmillieu darf den Betrieb wieder aufnehmen. 

Coronavirus: Niederlande beschließen Mega-Lockerungen - sie waren erst in zwei Monaten geplant

Diese Lockerungen kommen ganze zwei Monate früher als bislang geplant. Seit einigen Wochen sind die Infektionszahlen in den Niederlanden aber stark rückläufig. Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern bleibe aber weiterhin die Norm und auch das verpflichtende Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung im Nahverkehr werde vorerst nicht abgeschafft. Premierminister Rutte erinnert an das Risiko einer zweiten Welle.  

Nach den Sommerferien werden die Schulen vollständig zum normalen Betrieb zurückkehren, Schüler wieder direkt nebeneinander sitzen. Und am 1. September dürfen sich vor allem Fußballfans über die nächste große Lockerung freuen. Kommt nichts dazwischen, sind Spiele vor Publikum dann wieder erlaubt. Das Einhalten von Sicherheitsabstand wird aber weiterhin gefordert sein. Darüber hinaus werden die Fans nicht singen dürfen.

Coronavirus: Die Niederlande beschließen weitreichende Lockerungen - viel früher als geplant.

Corona in Österreich: Mega-Lockerungen bei Stadien und Konzerten - aber Kurz mahnt

Update vom 24. Juni, 18.10 Uhr: Mitten in der Coronavirus-Pandemie: Russland feiert den Sieg über Nazi-Deutschland mit zehntausenden Soldaten und Zuschauern. Nicht nur Wladimir Putin trägt keine Mundschutzmaske. Abstandsregeln gibt es trotz hoher Corona-Zahlen keine.

Corona in Großbritannien: Experten entgeistert über Lockerungen durch Johnson-Regierung - „Echtes Risiko“

Update vom 24. Juni, 14.15 Uhr: Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor einer zweiten Welle in Großbritannien, das in Europa am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen ist. Es bestehe ein „echtes Risiko“, schrieben sie in einem am Mittwoch vom „British Medical Journal“ veröffentlichten Brief. Den Appell unterzeichneten unter anderem die Präsidenten medizinischer Fachgesellschaften.

Sie kritisierten damit die bisher umfangreichste Lockerung der Pandemie-Maßnahmen in England. Premier Boris Johnson hatte sie am Vortag bekanntgegeben. Pubs, Restaurants, Hotels, Museen, Galerien, Kinos, Bibliotheken, Friseursalons und Kirchen dürfen unter bestimmten Auflagen ab 4. Juli wieder in England öffnen. Gleichzeitig hatte Johnson angekündigt, die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter zu verringern. Selbst Regierungsberater aus dem Medizin-Bereich hatten die Lockerungen als „nicht risikofrei“ bezeichnet. 

Großbritanniens Premier Boris Johnson steht wegen der Corona-Lockerungen seiner Regierung in der Kritik

Corona in Österreich: Mega-Lockerungen bei Stadien und Konzerten - aber Kurz mahnt

Update vom 24. Juni, 11.36 Uhr: „Genießen und aufpassen“ hat Österreichs Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) aktuell als Motto ausgegeben - angesichts der erheblichen geplanten Corona-Lockerungen in dem Land. Ab dem 1. Juli ist beispielsweise wieder jeder Sport erlaubt. 

Ab September sollen unter bestimmten Voraussetzungen wieder Events im Freien mit bis zu 10.000 Teilnehmern und drinnen mit bis zu 5000 Teilnehmern erlaubt sein. Somit sind Besucher in Stadien und bei Konzerten auch wieder erlaubt. Allerdings muss es für sie zugewiesene Sitzplätze geben, auch Abstandsregeln müssten eingehalten werden. Dazu werde auf freiwilliges Tracking gesetzt. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bat Kellner, die nun ab Juli keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen müssen (siehe Erstmeldung), übrigens darum, „die Maske bitte nicht wegzuwerfen, wir werden sie noch brauchen“. Vor allem im Spätherbst könne es wieder eine schwierige Situation geben, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Corona in Österreich: Drastische Lockerungen erwartet - Kurz ändert seinen Kurs massiv

Erstmeldung vom 24. Juni: Wien - In Österreich hat sich die Corona*-Lage weitgehend stabilisiert. An diesem Mittwoch will die Regierung nun wohl einige weitere Lockerungen bekanntgeben. Wie das österreichische Nachrichtenportal oe24.at unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur APA berichtet, sollen die neuen Regeln nach dem Ministerrat verkündet werden. 

Corona in Österreich: Weitere Lockerungen für Events und Gastro bahnen sich an

Unter bestimmten Voraussetzungen werden ab September demnach Events im Freien mit bis zu 10.000 und drinnen mit bis zu 5000 Teilnehmern erlaubt - das gilt für den Sportbereich und für kulturelle Veranstaltungen. Die Bedingungen: Es muss für die Besucher zugewiesene Sitzplätze geben, auch müssen Abstandsregeln eingehalten werden. Außerdem soll offenbar bereits Anfang Juli die Maskenpflicht* für Kellner zurückgenommen werden, berichtet oe24.at.

Weiter wird wohl auch die Sperrstunde für geschlossene Veranstaltungen mit Anfang Juli aufgehoben. Dadurch kann zum Beispiel auf Hochzeiten wieder zeitlich unbeschränkt gefeiert werden. Einhergehend mit den neuesten Lockerungen soll es auch einen Beschluss in den Bereichen „Containment“ und „Contact Tracing“ geben. Dadurch soll eine möglichst schnelle und effiziente Eindämmung bei auftretenden Erkrankungsclustern möglich werden. 

Übrigens: Eine Möglichkeit zur Kontaktnachverfolgung hat die deutsche Bundesregierung in der vergangenen Woche vorgestellt: Die Corona-Warn-App* für Deutschland ging an den Start.

Corona-Zahlen für Österreich: Mehr als 17.000 Infektionen und 693 Todesfälle

Laut aktuellen Informationen der Johns-Hopkins-Universität wurden in Österreich seit Beginn der Pandemie insgesamt 17.408 Corona-Infektionen gemeldet. Die Infektion überwunden haben demnach 16.261 Personen, außerdem sind 693 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Personen gestorben. Welche Maßnahmen die österreichische Regierung in den letzten Monaten ergriffen hat, um das Virus einzudämmen. sehen Sie im nachfolgenden Video. (dpa,AFP,cia,ml)

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Rubriklistenbild: © dpa / Frank Augstein

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