Mordkommission gebildet

Verdacht auf Totschlag: Oberarzt aus Essen soll zwei Corona-Patienten mit Medikamenten getötet haben

Das Foto zeigt den Eingangsbereich des Universitätsklinikums.
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Im Universitätsklinikum Essen erhielten zwei Corona-Patienten wohl todbringende Medikamente.

Die Staatsanwaltschaft Essen hat einen Oberarzt des Universitätsklinikums verhaftet. Mutmaßlich ist er für den Tod zweier schwer kranker Corona-Patienten verantwortlich sein.

  • Im Universitätsklinikum Essen sind zwei schwer kranke Corona*-Patienten getötet worden.
  • Ein Oberarzt soll ihnen todbringende Medikamente verabreicht haben.
  • Der Mediziner sitzt nun in Untersuchungshaft.

Update vom 21. November, 11.30 Uhr: Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz hat eine Aufarbeitung aller Sterbefälle im Umfeld des Oberarztes der Essener Uniklinik gefordert, dem von der Polizei Totschlag vorgeworfen wird. „Da der Arzt auch in leitender Funktion war, müssen alle Sterbefälle der letzten Jahre aufgearbeitet werden, in denen der Mediziner Dienst hatte“, sagte Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Krankenhäuser seien auch Orte des täglichen Sterbens, erklärte Brysch weiter. „Für Täter ist deshalb die Gefahr gering, schnell überführt zu werden.“ Bei tödlich verlaufenden Krankheiten sei es die Aufgabe der Ärzte, „in Abstimmung mit den Patienten leidenslindernde palliative Hilfe beim Sterben“ zu ermöglichen. Im Fall des Oberarztes in Essen bestünden nun „berechtigte Zweifel, ob das die Motive des Mediziners waren.“

Nach Informationen des WDR soll es sich bei dem in Untersuchungshaft sitzenden Mediziner um einen Anästhesisten handeln. Er soll schon länger psychisch auffällig gewesen sein. Nach mehreren Personalgesprächen soll er auf eine Corona*-Station versetzt worden sein. Dort sollen auch die beiden Opfer gestorben sein.

Essen: Oberarzt des Universitätsklinikums soll zwei Corona-Patienten getötet haben

Erstmeldung vom 20. November: Essen - Ein Oberarzt des Universitätsklinikums in Essen soll zwei Corona*-Patienten durch das Spritzen von Medikamenten getötet haben. Der Mann wurde am Mittwoch verhaftet, wie die Polizei Essen in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Totschlag in zwei Fällen gegen den 44-jährigen Mediziner.

Ihm wird vorgeworfen zwei schwerstkranken Männern vorsätzlich und rechtswidrig Medikamente gegeben zu haben, die „zu deren sofortigen Tod führten“, so die Polizei. Beide Patienten lagen auf der Corona-Intensivstation des Oberarztes und befanden sich vor ihrem Tod in einem sehr kritischen gesundheitlichen Zustand.

Die Männer waren 47 und 50 Jahre alt und sollen am 13. und 17. November 2020 verstorben sein. Einen Tag nach dem zweiten Tod ist der verdächtige Arzt in Gewahrsam genommen worden. Mittlerweile wurde er der Staatsanwaltschaft und einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft angeordnet hat. Die Polizei Essen hat zur Untersuchung der beiden Fälle eine Mordkommission eingerichtet.

Kurz vor seiner mutmaßlichen Tat verständigte der Arzt noch die Angehörigen

Angeblich soll er kurz vor seiner Tat die jeweiligen Familien der kranken Männer verständigt haben, damit sie sich von ihren Liebsten verabschieden können. Das berichtet Bild. Der verhaftete Mediziner hat bisher nur zu einem der beiden Fälle Angaben gemacht. Er habe das Leiden des Patienten und seiner Angehörigen beenden wollen, sagte er den Polizeibeamten. (mam) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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