Britische Muslime wegen vereitelter Anschläge schuldig gesprochen

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Tanvir Hussain, einer der Angeklagten.

London - Ein Londoner Gericht hat drei britische Muslime wegen vereitelter Bombenanschläge auf Passagierflugzeuge schuldig gesprochen.

Nach Überzeugung der Geschworenen versuchten Abdulla Ahmed Ali, Assad Sarwar und Tanvir Hussain sieben Flugzeuge mit an Bord geschmuggeltem Flüssigsprengstoff in die Luft zu jagen. 2.000 Passagiere wären getötet worden. Die drei seien die Anführer der größten Verschwörung seit dem 11. September 2001 gewesen, hieß es im Urteil der Jury. Vier Mitangeklagte - laut Staatsanwaltschaft die Personen, die den Sprengstoff als Getränke getarnt an Bord bringen sollten - wurden freigesprochen. Der Prozess begann im Februar. Wann das Strafmaß verkündet wird, blieb am Montag zunächst offen.

Die Verhaftung der Verdächtigen im August 2006 hatte ein großes Reisechaos ausgelöst. Tausende Flugreisende wurden von Flugabsagen überrascht. Als Konsequenz wurden weltweit die Kontrollen von Bordgepäck verschärft. Seitdem dürfen Flüssigkeiten und Gel nur noch in sehr begrenztem Umfang mitgeführt werden.

Nur “politische Aktion“?

Staatsanwalt Peter Wright warf den Angeklagten vor, sie hätten geplant, Selbstmordattentäter in Passagierflugzeuge zu schicken und eine “nahezu beispiellos hohe Opferzahl“ durch Terroranschläge zu erreichen.

Wären die Passagierjets über Großstädten gesprengt worden, hätten unzählige Menschen am Boden getötet werden können. Nur wenige Tage, bevor der Plan hätte umgesetzt werden können, sei die Verschwörung mit Razzien und Festnahmen von 25 Personen vereitelt worden, erklärte Wright. Allerdings konnte die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen, dass die Gruppe eine einzige funktionsfähige Bombe gebaut hätte. Die Angeklagten wiesen zurück, tatsächlich Terrorattacken geplant zu haben. Es sei ihnen nicht um Anschläge, sondern lediglich um eine politische Aktion gegangen. 

ap

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