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„Promi-Bonus“ für Boris Becker? Anwalt hält Urteil für zu lasch

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Die Geschworenen haben Boris Becker in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Der Tennis-Star muss in Haft. Ein Anwalt spricht von einem „Promi-Bonus“.

Update vom Samstag, 30. April, 08.00 Uhr: Patrick Jacobshagen, Anwalt aus Berlin und Fachmann bezüglich des englischen Rechtssystems, hält das Urteil gegen Boris Becker für zu lasch. Becker habe einen „Promi-Bonus“ erhalten, sagte er dem Nachrichtenportal Focus Online. Kolleginnen und Kollegen hätten mit fünf Jahren Haft für die Tennis-Legende gerechnet, so Jacobshagen im Interview. Becker wurde am Freitag zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.

Becker könne nun innerhalb von 28 Tagen in Berufung gegen das Urteil gehen, so der Berliner Jurist. Doch das dürfte teuer für den 54-Jährigen werden: „Britische Anwälte sind hochbezahlt“, betonte Jacobshagen.

Boris Becker
Boris Becker am Freitag in London. © Mark Thomas/i-Images/Imago Images

Boris Becker: Tennis-Legende zu 2,5 Jahren Haft verurteilt

+++ 19:45 Uhr: Richterin Deborah Taylor warf Becker vor, keine Reue gezeigt und seine Schuld nicht anerkannt zu haben. Seine frühere Verurteilung in Deutschland wegen Steuervergehen sei darüber hinaus ein „erheblicher erschwerender Faktor“. Sie warnte, dass er den auf Bewährung ausgesetzten Rest der Strafe verbüßen müsse, sollte er gegen die Auflagen verstoßen.

Nach Schuldspruch im Londoner Prozess: Boris Becker muss ins Gefängnis

+++ 17.34 Uhr: Dass Boris Becker in vier von 24 Anklagepunkten für schuldig befunden wird, steht schon seit mehreren Wochen fest. Am Freitag verkündete nun eine Richterin am Southwark Crown Court in London, dass er zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wird. Der 54-Jährige muss demnach aber nur die Hälfte der Strafe absitzen. Der Weltstar stehe vor den Trümmern seiner Existenz, wie sein Anwalt Jonathan Laidlaw in emotionalen Schlussworten beschreibt. „Er hat praktisch nichts mehr“, sagt Laidlaw, als er um ein mildes Urteil bittet.

In Großbritannien wird Becker nach wie vor hoch geschätzt – als Sportlegende und als Tennis-Experte, etwa für die BBC. Ob der 54-Jährige die Arbeit nach seiner Strafe fortsetzen kann, ist offen. Er hat nun 28 Tage Zeit, um gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

Update vom Freitag, 29. April, 16.50 Uhr: Der ehemalige Tennisstar Boris Becker ist wegen seiner Insolvenzstraftaten zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in London am Freitag. Nach einem Jahr und drei Monaten – also nach der Hälfte der Haftzeit – kann die Strafe gegebenenfalls auf Bewährung gesetzt werden.

Strafmaß für Boris Becker erwartet: Sitzung startet am Freitag um 13 Uhr

Update vom Freitag, 29. April, 14.19 Uhr: In London hat am Freitag (29. April) gegen 13 Uhr die Gerichtssitzung begonnen, in der das Strafmaß gegen Ex-Tennisstar Boris Becker verkündet wird. Am Gerichtshof Southwark Crown Court herrschte zur Entscheidung großer Andrang. Die Sitzung wurde deshalb kurzfristig in einen deutlich größeren Saal verlegt.

Staatsanwältin Rebecca Chalkley sagte am Freitag, Becker habe einen schweren Vertrauensbruch begangen. Sie verwies zudem darauf, dass er in Deutschland wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden war. Chalkley nannte keine Strafmaßforderung, machte aber deutlich, dass sie eine Bewährungsstrafe nicht für ausreichend hält. Dass er am Tag nach der gerichtlich angeordneten Insolvenz noch hohe Summen überwiesen hatte, ähnele Geldwäsche.

Boris Becker und seine Freundin Lillian vor dem Southwark Crown Court in London: Die Richterin verkündet heute das Strafmaß im Prozess gegen Tennis-Legende.
In London verkündet die Richterin heute das Strafmaß im Prozess gegen Tennis-Legende Boris Becker. © Martyn Wheatley/Imago

Beckers Anwalt Jonathan Laidlaw hingegen bat um Milde. Bei den Überweisungen habe es sich um Zahlungen an seine Ex-Frau sowie seine Gattin Lilly und seine Kinder gehandelt, die von ihm abhängig gewesen seien. Laidlaw räumte ein, dass Becker damit das Gesetz gebrochen hatte, es sei aber kein schwerwiegender Fall. Der 54-Jährige habe sich in einer verzweifelten finanziellen Lage befunden.

Nach Schuldspruch im Londoner Prozess: Strafmaß für Boris Becker wird verkündet

Update vom Freitag, 29. April, 12.42 Uhr: Schicksalstag für eine Tennis-Legende: Im Strafprozess gegen Boris Becker wird am Freitag mit Spannung das Strafmaß erwartet. Dem früheren Ausnahmesportler drohen theoretisch bis zu sieben Jahre Haft, weil er Vermögen im Wert von mehr als einer Million Euro in seinem Insolvenzverfahren nicht offengelegt hatte. Becker war vor drei Wochen von einer Jury in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Er kann nach dem Urteilsspruch allerdings noch Rechtsmittel einlegen – sowohl gegen den Schuldspruch als auch gegen das Strafmaß. Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten. Auch wenn Boris Becker gegen eine Gefängnisstrafe in Berufung geht, käme er nach der Urteilsverkündung voraussichtlich zunächst in Haft.

Becker war im Juni 2017 für insolvent erklärt worden, in der Folge soll er seiner Pflicht zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse nicht vollständig nachgekommen sein. 2002 war Becker in München wegen Steuerhinterziehung zur einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Prozess in London: Geschworene befinden Boris Becker für schuldig

+++ 15.15 Uhr: Im Londoner Strafprozess gegen Boris Becker haben die Geschworenen den deutschen Ex-Tennisstar in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden. Der 54-Jährige habe seinem Insolvenzverwalter Teile seines Vermögens vorenthalten, entschied die Jury am Freitag (08.04.2022). Becker könnte damit theoretisch eine Haftstrafe drohen. Das Strafmaß soll am 29. April verkündet werden. Becker verfolgte die Urteilsverkündung mit hochrotem Kopf. Er kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Becker war am 21. Juni 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt worden. Die Geschworenen kamen nun zu dem Schluss, dass er in 4 von 24 Anklagepunkten entgegen der gesetzlichen Vorgaben nicht seinen gesamten Besitz offenlegte. Bei den Vorwürfen ging es um Konten und Immobilien sowie mehrere Trophäen, darunter den Wimbledon-Pokal von Beckers erstem Sieg bei dem wichtigen Grand-Slam-Turnier 1985.

Boris Becker: Tennis-Legende muss im Londoner Strafprozess weiter zittern

Update vom Freitag, 8. April, 11.50 Uhr:  Im Londoner Strafprozess muss Boris Becker vor seinem Urteilsspruch weiter zittern. Die elf Geschworenen zogen sich am Freitagvormittag den dritten Tag in Folge am Southwark Crown Court zurück, um darüber zu diskutieren, ob sie den Ex-Tennisprofi schuldig oder freisprechen.
Wie lange es noch dauern wird, bis die Jury ihr Urteil fällt, ist völlig unklar. Am Mittwoch (06.04.2022) hatten die Beratungen hinter geschlossenen Türen begonnen.

Becker muss sich während der Beratungen im Gerichtsgebäude bereithalten, weil jederzeit die Entscheidung verkündet werden kann. Am Freitag erschien er erneut mit seiner Freundin und seinem Sohn Noah vor Gericht.
Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, Becker habe das Vermögen absichtlich verschwiegen und schiebe die Schuld seinen Beratern zu, die sich nach seinen Angaben um alle finanziellen Fragen kümmerten. Beckers Verteidiger betonte hingegen, sein Mandant sei zwar naiv und habe sich nicht um seine Finanzen gekümmert - er sei aber unschuldig. Es sei kein Verbrechen, sich auf Berater zu verlassen.

Urteil im Prozess gegen Boris Becker erwartet: Jury zieht sich zur Beratung zurück

Erstmeldung vom Mittwoch, 6. April: London (dpa) – Im Strafprozess gegen Boris Becker hat sich die Jury zur Beratung zurückgezogen. Richterin Deborah Taylor forderte die Geschworenen im Londoner Southwark Crown Court am Mittwochnachmittag auf, alles im Prozess Gehörte zu berücksichtigen und eine gemeinsame Entscheidung zu finden. Wie lange es dauert, bis die Jury ihr Urteil darüber fällt, ob sie Becker in den 24 Anklagepunkten jeweils für schuldig befindet oder nicht, war aber zunächst völlig unklar. Dies kann theoretisch binnen Minuten geschehen, aber auch tagelange Diskussionen hinter geschlossenen Türen sind möglich.

Dem Ex-Tennisprofi wird vorgeworfen, in seinem Insolvenzverfahren Vermögen verschleiert zu haben. Ein Aspekt des Prozesses sei der Umstand, dass Becker seine Finanzen von anderen habe organisieren lassen, hielt Richterin Taylor in ihrer Zusammenfassung fest. Beckers Verteidiger hatte in seinem Plädoyer betont, es sei kein Verbrechen, sich auf Berater zu verlassen. Der Wahl-Londoner weist den Vorwurf der Anklage, die Vermögensbestandteile absichtlich verschwiegen zu haben, entschieden zurück. Theoretisch könnten dem 54-Jährigen bis zu sieben Jahre Haft drohen.

Prozess gegen Boris Becker: Urteil rückt näher

Becker erschien am Mittwoch erneut in Begleitung seiner Freundin und seines Sohnes Noah vor Gericht. Im Nadelstreifenanzug verfolgte er aus einem Glaskasten innerhalb des Gerichtssaals das Geschehen. (red mit dpa/AFP)

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