Bericht: Vermisster Frachter gefunden

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Der vermisste Frachter „Arctic Sea“ (Archivfoto).

Hamburg - Der seit Wochen vermisste Frachter „Arctic Sea“ ist laut eines Medienberichts wieder aufgetaucht. Laut internationalem Schifffahrtsbüro fehle aber weiterhin jede Spur.

Wie die „Financial Times“ berichtet, sei der Holzfrachter in der  Umgebung der Kapverdischen Inseln geortet. Zudem hätten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass der Frachter entführt worden sei.

An Spekulationen über eine mögliche Entführung von Piraten wollte sich Schiffseigner Viktor Matwejew am Freitag zunächst nicht beteiligen. “Ich kann da keine Vermutungen anstellen“, sagte er.

“Es ist ein Rätsel, eine außergewöhnliche Situation.“ Der Direktor der Reederei Solchart Management Ltd. zeigte sich erfreut, dass sich die russische Marine an der Suche nach dem Schiff beteiligt. Mit Blick auf die 15-köpfige russische Besatzung fügte er hinzu: “Wir hoffen und beten.“

Den letzten offiziellen Funkkontakt zu dem Schiff hatte die britische Küstenwache am 28. Juli. Damals durchquerte die “Arctic Sea“ die Straße von Dover. Die Küstenwache schließt eine Entführung durch Seeräuber nicht aus.

Internationales Schifffahrtsbüro dementiert

Das internationalen Schifffahrtsbüros dementiert kurz darauf: Von dem verschollenen Frachter “Arctic Sea“ fehle nach Angaben der Behörde weiter jede Spur. Seiner Organisation lägen keinerlei Erkenntnisse zu Medienberichten vor, nach denen der Frachter mit 15 russischen Seeleuten an Bord vor der westafrikanischen Küste in der Nähe der Kapverdischen Insel gesichtet worden sei, sagte ein Sprecher der zur Internationalen Handelskammer gehörenden Organisation am Freitag in London.

Experte vermutet Waffenschmuggel

Das mysteriöse Verschwinden des Frachters “Arctic Sea“ hat nach Einschätzung eines russischen Experten aller Wahrscheinlichkeit nach einen politischen Hintergrund. “Ich gehe davon aus, dass die Behörden längst wissen, wo das Schiff ist“, sagte der Vizechef der russischen Seefahrergewerkschaft, Sergej Portenko, der Moskauer Boulevardzeitung “Moskowski Komsomolez“ (Freitag). Mit Hilfe von Satelliten sei der Aufenthalt leicht auszumachen. Portenko vermutete, dass die “Artic Sea“ Waffen für den afrikanischen Kontinent geladen hat und gekapert wurde. Nun solle “die Sache vertuscht werden“. Drogenschmuggel hielt er für unwahrscheinlich.

Die “Artic Sea“ mit 15 russischen Seeleute an Bord wird seit Ende Juli vermisst. Die Familien der Matrosen hoffen weiter, dass ihre Angehörigen noch am Leben sind. Der 50 Jahre alte Kapitän Sergej Serezki gilt russischen Medien zufolge als erfahrener Seemann.

“Wir halten ständig Kontakt mit den Familien der Matrosen“, sagte Nikolai Karpenko, Direktor des “Arctic Sea“-Betreibers Solchart Arkhangelsk Ltd nach Angaben der Agentur Interfax. Das Schiff sei technisch einwandfrei und mit Treibstoff und Nahrung für etwa 40 Tage ausgestattet. Der Frachter hat laut Karpenko Holz geladen, das nach Algerien geliefert werden sollte.

len/dpa

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