Der Altersunterschied sei zu groß

Amt entscheidet: Kein Visum für 56 Jahre jüngere Ehefrau von Philippinen

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Der sehr hohe Altersunterschied machte die Behörde misstrauisch.

Visum für den Ehepartner? In diesem Fall nicht, entschied das Berliner Verwaltungsamt. Der Grund: Das Amt habe Zweifel daran, dass das Paar in einer ehelichen Gemeinschaft leben wolle.

Berlin - Eine junge Philippinerin, die in ihrer Heimat einen 56 Jahre älteren Deutschen geheiratet hat, darf nicht als Ehefrau in Deutschland leben. Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Visumklage ihres 82-jährigen Mannes abgewiesen. Das Auswärtige Amt habe Zweifel daran gehabt, dass das Paar in Deutschland eine eheliche Lebensgemeinschaft führen wolle, erläuterte Kai-Christian Samel, Sprecher des Gerichts, am Freitag. Der Pensionär hatte die Behörde durch die Klage verpflichten wollen, seiner 26-jährigen Frau das Visum zu erteilen.

Normalerweise funke der Staat beim Nachzug ausländischer Ehepartner nicht in Privatangelegenheiten hinein, wenn Einkommen und Deutschkenntnisse für den Aufenthalt geklärt seien, ergänzte Samel. Bei einem solch großen Altersunterschied aber hätten sich beide Partner Fragen der Behörden gefallen lassen müssen.

In Berlin mit Sitz des Auswärtigen Amts werden pro Jahr rund 2000 Visumklagen verhandelt. „Da geht es zum Beispiel um eine Arbeitserlaubnis, aber auch Ehefälle kommen häufiger vor“, berichtete Samel. Ein sehr großer Altersunterschied bei Ehepartnern mache die Behörden zum Beispiel misstrauisch.

Nach Angaben der „Bild“-Zeitung, die zuvor über den Fall berichtete, hatten sich der 82-Jährige und seine Partnerin über eine Datingplattform im Internet kennengelernt und 2015 in Manila geheiratet.

dpa

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