Lörrach: Opfer des Amoklaufs beigesetzt

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Kerzen zum Gedenken an die Opfer: Am Samstag werden Ehemann und Sohn der Amokläuferin beigesetzt

Lörrach - Der bei einem Amoklauf im baden-württembergischen Lörrach getötete Ehemann und der fünfjährige Sohn der Täterin sind am Samstag in Schopfheim zu Grabe getragen worden.

Beide Beerdigungen fanden im kleinsten Kreis statt. Wann die Amokläuferin Sabine R. (41)  beigesetzt werden soll, ist noch unklar. Das dritte Opfer der Rechtsanwältin, ein Krankenpfleger, war bereits am Freitag bestattet worden. Für den Abend ist in Lörrach eine ökumenische Gedenkfeier für die Opfer des Amoklaufs geplant.

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Lörrach: Amoklauf im Krankenhaus

Bei dem Blutbad am vergangenen Sonntag hatte die Frau zunächst ihren getrennt lebenden Ehemann erschossen und dann vermutlich den gemeinsamen fünfjährigen Sohn Roman bewusstlos geschlagen und mit einer Plastiktüte erstickt. Daraufhin setzte sie die Wohnung in Brand. Anschließend ging sie zum St.-Elisabethen-Krankenhaus, wobei sie auf mehrere Passanten schoss und zwei Männer verletzte. Im Krankenhaus bahnte sie sich ihren Weg zur gynäkologischen Abteilung, wo sie den 56-jährigen Krankenpfleger tötete. Als die Polizei eintraf, kam es zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf die Frau 17 Mal getroffen wurde und starb.

Amokläuferin: Persönliche Verbindungen zum Tatort

Auslöser für die Tat waren offenbar familiäre Probleme. Das Paar hatte sich erst im Juni getrennt, der Sohn lebte beim Vater, besuchte die Mutter aber am Wochenende. Einen Sorgerechtsstreit gab es nach Angaben der Ermittler nicht. Weshalb die Frau zur gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses ging, ist nicht klar. 2004 hatte sie sich dort behandeln lassen, nachdem sie eine Fehlgeburt erlitten hatte. Indes stellte sich auch heraus, dass sich die Frau 2006 vergeblich im St.-Elisabethen-Krankenhaus beworben hatte. Ein Sprecher der Polizei sagte, dass die Frau sich in der Verwaltung beworben hatte, als Juristin allerdings überqualifiziert gewesen und daher abgelehnt worden sei.

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