An der Westküste

Mega-Entdeckung unter Meeresoberfläche: Forscher machen erstaunliche Funde - mehr als 8500 Jahre alt

Vor der Westküste Australiens begaben sich Forscher auf die Suche nach Überresten alter Aborigine-Zivilisationen. Sie machten dabei erstaunliche Funde.

  • Ein Forschungsteam suchte vor der Westküste Australiens nach archäologischen Überresten ehemaliger Aborigine-Stätten.
  • Rund um den Dampier-Archipel fanden sie uraltes Aborigines-Werkzeug.
  • Die Forscher vermuten noch mehr Fundstücke im Meer.

München/Australien - Experten schätzen, dass Australien vor Zehntausenden Jahren noch deutlich größer war als heute. Ungefähr ein Fünftel der Landmasse des Kontinents soll nach der letzten Eiszeit, als es einen Anstieg des Meeresspiegels um etwa 80 Meter gab, vom Meer überschwemmt worden sein. Bereits damals lebten in Australien die Aborigines, die Ureinwohner. Ein großer Teil der archäologischen Überreste liegt heute auf dem Meeresgrund. Deshalb begab sich ein Team von Wissenschaftlern mit Tauchflaschen auf die Suche und machte erstaunliche Funde. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt Plos One veröffentlicht.

Australien: Forscher machen erstaunliche Entdeckungen auf dem Meeresgrund

„Wir haben nun endlich den ersten Beweis dafür, dass zumindest einige der archäologischen Zeugnisse den Anstieg überlebt haben“, freute sich Jonathan Benjamin, Professor für maritime Archäologie und einer der Leiter der Forschungsgruppe. Die Suche des Teams aus Archäologen, Geomorphologen, Geologen, Piloten und Tauchern rund um den Dampier-Archipel dauerte vier Jahre an. An zwei Orten fanden sie, wonach sie suchten. 

Australien: Forschungsteam entdeckt uraltes Aborigines-Werkzeug und Überreste eines Brunnnens

Im Bereich um Cape Bruguieres entdeckte das Forschungsteam über 260 Artefakte in einer Tiefe von etwas mehr als zwei Metern. Darunter befanden sich viele Werkzeuge, mit denen die Aborigines damals ihr Handwerk verrichteten. Der Großteil der Fundstücke wurde direkt auf dem Meeresgrund untersucht, einige wenige wurden in ein Labor mitgenommen. Durch Radiokarbon-Analysen konnte ermittelt werden, dass die Artefakte mindestens 7.000 Jahre alt sind. 

Die zweite Fundstelle war die Flying Foam Passage. Dort entdeckten die Forscher in 14 Metern Tiefe die Überreste eines Süßwasserbrunnens. Dieser soll schätzungsweise mindestens 8.500 Jahre alt sein. Die Archäologen betonten, dass es sich bei den Altersschätzungen um Mindestwerte handelt. Die Fundstücke könnten noch deutlich älter sein.

Australien: Bislang suchten die Forscher nur in Küstennähe, es werden noch mehr Fundstücke im Meer vermutet

Die Suche der Wissenschaftler beschränkte sich auf Tauchgänge in Küstennähe. „Es ist aber wahrscheinlich, dass sich noch mehr Fundstücke weiter draußen im Meer verbergen“, merkte Chelsea Wiseman an, die ebenfalls zum Forschungsteam gehörte. An manchen Stellen des heutigen Archipels soll das Festland bis zu 160 Kilometer weit in den Ozean gereicht haben. Geht es nach den Wissenschaftlern, sollten die Stellen prähistorischer Funde unter besonderen Schutz gestellt werden.

Australien: Die Vorbereitungen auf den ersten Tauchgang dauerten drei Jahre

Drei Jahre dauerte es, bis die Forscher zum ersten Mal auf Tauchgang gehen konnten. Zuvor suchten sie den Dampier-Archipel, der bekannt für seine archäologischen Fundorte an Land ist, aus der Luft ab. Mit kleinen Propellermaschinen und Drohnen überflogen die Wissenschaftler den Ozean und kartierten den Meeresgrund. So entstand ein detailliertes Bild der damaligen Landschaft. Das Forschungsteam tauchte schließlich an den Stellen, an denen sie häufige Aufenthaltsorte der Aborigines vermuteten, also in ehemaligen Flusstälern und Seebetten.

„Als wir dann endlich rausfuhren und ins Wasser stiegen, waren wir optimistisch, aber keinesfalls siegesgewiss. Es gab keine Garantie, auch nur irgendetwas zu finden“, berichtete Benjamin. Für ihn lag die Besonderheit an den Entdeckungen im Austausch mit den Aborigines vor Ort. „Die Funde haben für die Menschen in der Gegend - anders als etwa in Europa - eine starke gegenwärtige, soziale Bedeutung“, erklärte der Wissenschaftler. Sie fühlen sich stark mit ihren Vorfahren verbunden. 

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Rubriklistenbild: © Handout/Flinders University/AFP

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