Weihnachtsgeld und Kfz-Versicherung

Fristen 2020: Was Sie bis zum Jahresende geregelt haben sollten

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch. Sie hält ein Handy und einen Stift in der Hand. Auf dem Schreibtisch liegen ein aufgeklappter Laptop und Hefte.
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An welche Fristen Sie vor dem Jahreswechsel denken sollten. (Symbolbild)

Das chaotische Corona-Jahr 2020 endet bald. Vor dem Jahreswechsel sollten Sie einiges nicht unerledigt lassen.

  • Fristen für das Jahr 2020 enden bald.
  • Arbeitnehmer haben in bestimmten Fällen einen Anspruch auf Weihachtsgeld.
  • Weitere Tipps zur Kfz-Versicherung und Urlaubsansprüchen.

Kassel - Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und leitet allmählich das Jahresende ein. Und damit verfallen viele Fristen. Ob Versicherungen, Boni oder Urlaub - einige wichtige Dinge sollten in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel noch geregelt werden.

1. Weihnachtsgeld beanspruchen

Die weltweite Corona-Krise hat Unternehmen das Wirtschaften schwer bis unmöglich gemacht. Firmen auf der ganzen Welt bangten um ihre Existenz oder gingen pleite. Auch aus diesem Grund haben viele Chefs das Weihnachtsgeld ihrer Mitarbeiter gestrichen.

Einen generellen Anspruch auf den Jahresendbonus gibt es nicht. Rechtlich stellt es eine Sonderzuwendung des Arbeitgebers dar. Diese kann der Arbeitnehmer nur verlangen, wenn der Arbeitsvertrag dies ausdrücklich vorsieht oder ein Tarifvertrag die Zahlung vorgibt.

Fristen: Arbeitnehmer haben in manchen Fällen einen Anspruch auf Weihnachtsgeld

Doch es gibt eine Ausnahmeregelung ohne schriftliche Vereinbarung: Hat der Arbeitgeber drei Jahre hintereinander Weihnachtsgeld gezahlt, kann hieraus ein arbeitnehmerseitiger Rechtsanspruch entstehen. Zahlt das Unternehmen also freiwillig in den Jahren 2017, 2018 und 2019 ein Weihnachtsgeld, muss es das auch 2020 wieder tun.

2. Zahnarztbonus

Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Erst recht nicht einfach so, ohne Schmerzen. Und die Corona-Pandemie ist für viele Patienten eine zusätzliche Ausrede. Doch das kann sich rächen. Denn der Bonus für Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen geht so verloren. Wer das zehn Jahre hintereinander einhält, zahlt weniger beim Zahnersatz.

  • Erwachsene sollten einmal im Jahr ihre Zähne checken lassen.
  • Kinder und Jugendliche sollten den Zahnarzt halbjährlich besuchen.

3. Auto-Kilometer runter stufen

2020 wird wegen der Corona-Krise wohl als das Stubenhocker-Jahr in die Geschichte eingehen. Viele fuhren nicht in den Urlaub. Private Treffen waren wegen der strengen Kontaktbeschränkungen nicht immer erlaubt. Und viele arbeiteten von zu Hause aus. Die Folge: Das Auto stand lange geparkt in der Garage oder am Straßenrand. Das könnte sich nun auszahlen.

Frist für Auto-Besitzer: Weniger gefahrene Kilometer bei Kfz-Versicherung melden

Auto-Besitzer sollten die weniger gefahrenen Kilometer bei ihrer Kfz-Versicherung melden. Viele Versicherer passen die tatsächlich gefahrenen Kilometer rückwirkend an die Beiträge an - und erstatten das zu viel gezahlte Geld.

4. Schulden eintreiben

Zum Jahreswechsel kann auch die Verjährung von Ansprüchen gegen Schuldner drohen. Grundsätzlich gilt für Ansprüche eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Die Frist beginnt grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Für Ansprüche aus 2017 droht also die Verjährung zum 31.12.2020.

5. Urlaubscheck

Im chaotischen Corona-Jahr kann man schnell den Durchblick verlieren - auch über den genommen Jahresurlaub. Checken Sie lieber, ob Sie noch Urlaubsanspruch für 2020 haben.

Arbeitnehmer sollten an Urlaubsfristen denken

In zwei Fällen dürfen Sie die übrigen Tage bis zum 31. März 2021 in Anspruch nehmen: Wenn Sie die restlichen Urlaubstage ins neue Jahr mitnehmen dürfen oder Ihr Chef Sie nicht gebeten hat, jetzt noch Urlaub zu nehmen.

6. Bildungsfreistellung

Wenn Sie ihren Bildungsurlaub im Jahr 2020 noch nicht genommen haben, können Sie diesen auf 2021 übertragen. Dazu genügt ein formloses Schreiben an den Chef. Allerdings können Sie nicht den Anspruch aus 2019 mit nach 2020 nehmen.

7. Checken Sie Ihre Arzt- und Apothekenquittungen

Sind die Zuzahlungen für Medikamente und Ärzte höher als die Belastungsgrenze von zwei Prozent Ihres Bruttogehalts, können Sie das Geld von Ihrer Krankenkasse zurückholen. Für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent. Auch für Zahnersatz gibt es Zuschüsse der Krankenkasse bei Geringverdienern. (Jan Wendt)

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