Zusammengesunken...

. . . saß er auf der roten Lederbank und starrte griesgrämig vor sich hin. Als Herr Uhlenköper sich zu ihm setzte, sah er nur kurz auf, rückte seine Jacke zurecht und stierte weiter vor sich hin.

Es war unübersehbar: Dieser Mann hatte so gar keine Lust, hier zu sein, sondern er musste. Denn die rote Lederbank stand in einem Modehaus, und der muffelige Mann auf ihr wartete. Und zwar auf seine Frau. Offensichtlich auch schon seit einer längeren Weile, denn als Frau Uhlenköper um die Ecke kam und ihren Mann aus seiner Wartezeit „erlöste“, sah der Fremde neidisch auf: „Na“, meinte er zu Herrn Uhlenköper, „wie lange mussten Sie jetzt auf Ihre Frau warten?“ Uhlenköper antwortete entspannt, denn seine Liebste ist eine Schnell-Shopperin. „Fünf Minuten vielleicht“, sagte unser Mann. Der Griesgram blickte noch neidischer drein. „Sie haben es gut“, seufzte er – was Frau Uhlenköper als Kompliment an sich auffasste und ihrer besseren Hälfte einen triumphierenden „Siehste!“-Blick zuwarf. Der Fremde weinte sich weiter aus: „Ich warte ja gern“, sagte er, „aber meine Frau guckt stundenlang herum, und dann kommt sie am Ende doch nur mit einem Teil an. . . “ In diesem Moment wusste er, was er an seiner Dame hat, die genau weiß, was sie will – und was nicht! – der schmunzelnde Herr.

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