Zurück oder vorwärts: Wohin geht es?

Liebe Leser, die Frage in der Überschrift – das ist wohl immer wieder einmal die Frage bei vielen unserer Entscheidungen. Auch die drei Frauen, die Jesus zum Kreuz und Grab begleiten, stehen in dieser Frage: Vor oder zurück?

Gekommen waren sie eigentlich, um sich zu erinnern – Rückschau zu halten und dem Herrn die „letzte Ehre zu erweisen“, – wohl auch, um zu trauern um IHN, und wohl auch um das, was bisher gewesen ist und nun vorbei – so denken sie jedenfalls.

Doch mitten hinein in ihr „rückwarts“ und die Pflege des Bisherigen stellt Gott ihnen seinen Boten in den Weg, der sie und uns in seine Frage und seine Weisung mit hinein nimmt: „Was sucht ihr? Etwa den Lebendigen bei den Toten. Er ist auferstanden: Was er es immer verheißen hat, ist auch eingetroffen. Vertraut auf die Wege nach vorn, die ER euch voran geht!“

Was für ein hilfreiches Nachfragen dieses Boten Gottes. Kein Vorwurf und kein Bruch mit dem was gewesen ist, jedoch eine deutlich neue Ausrichtung. Vertrauen auf das, was der Herr ihnen und uns verheißt. D.h. doch in unserem Tod und Todeserfahrungen – neues und ewiges Leben; mitten in der Not – Vergewisserung und Trost; in der Sackgasse – Hoffnung und neue Wege, manchmal anders und doch gut, weil Gott sie weiß: nicht Asche bewahren, sondern sie als Dünger gebrauchen, damit Leben neu wächst.

Die drei Frauen damals gehen hin und sagen es weiter, was sie erlebt haben, bis heute. Denn der auferstandene Christus zeigt sich Ihnen wieder neu und doch vertraut und schickt sie in die weite Welt – vorwärts – diese gewisse Verheißung, den Sieg über Tod und Not weiterzusagen. Was sucht ihr? Mit Jesus, den Christus, lässt sich diese Lebensfrage für alle beantworten.

Der Dank gilt so dem lebendigen Herrn, der sich mit seinen Boten auch bei uns im Leben quer stellt, um uns neu seinen Weg zu weisen. So können wir fröhlich einstimmen in diesen Osterruf, mit dem die Frauen vom Grab weg ins Leben gegangen sind: „ER ist wahrhaftig auferstanden!“ Jeder von uns, mit Familie und der ganzen Kirche möge so in Bewegung nach vorn, auf den Herrn hin, leben – SEINEN Frieden und seine Liebe in die Welt tragen, Schöpfung bewahren, und mit offenen Händen und Herzen Not lindern, Opfern bestehen und neues Leben möglich machen – in SEINEM Namen.

Eine gesegnete Karwoche und ein fröhliches Osterfest.

Robert Mogwitz ist Pastor der Selbständig Evangelisch-Lutherische Kirche, Christusgemeinden Uelzen und Molzen.

Von Robert Mogwitz

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