Zu viel Plastik in der Biotonne

Kreis Uelzen: Diese Aufkleber werden jetzt an Bioabfallbehälter angebracht

Diese Aufkleber werden bei der Leerung der Bioabfallbehälter im Landkreis jetzt angebracht.
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Diese Aufkleber werden bei der Leerung der Bioabfallbehälter im Landkreis jetzt angebracht.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Uelzen/Landkreis (pm) - Immer wieder landet Plastikmüll in der Biotonne. Der Landkreis Uelzen beteiligt sich jetzt an einem bundesweiten Projekt zur besseren Mülltrennung.

Seit einigen Tagen werden die Bioabfallbehälter des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) des Landkreises Uelzen bei der Leerung mit einem Aufkleber versehen. Dieser dient als Hinweis, dort keine Plastiktüten oder biologisch abbaubares Plastik zu entsorgen.

Ziel der Kampagne #wirfuerbio, an der bundesweit Abfallwirtschaftsbetriebe teilnehmen, ist es, Störstoffe – insbesondere Plastik – im Bioabfall zu vermeiden. Anlass sei ein aktuell auffällig erhöhtes Aufkommen an Fehlwürfen bei den Bioabfällen. Die Trennung der Bioabfälle von Störstoffen sei bei der Herstellung von Fertigkompost sehr aufwendig.

Die Frage, warum biologisch abbaubare Plastiktüten nicht in den Bioabfallbehälter gehören, ist laut Mitteilung des Landkreises Uelzen einfach zu beantworten: Sie verrotten in der Regel nicht in der kurzen Zeit des Kompostierungsprozesses – in der Kompostierungsanlage Borg beträgt diese rund sechs Wochen – und beeinträchtigen die Kompostqualität.

Die meisten Bio-Kunststoffe zerfallen nicht in wertvollen Humus, sondern lediglich zu Wasser und Kohlenstoffdioxid. Zudem bestehen diese Tüten auch aus Erdöl. Dies zwar zu einem geringeren Anteil als bei herkömmlichen Plastiktüten, aber eben vorhanden und messbar. Tenor: „Erdöl hat in Kompost nichts zu suchen.“

Hinzu komme, dass sich die biologisch abbaubaren Tüten kaum von normalen Plastiktüten unterscheiden ließen. Die Empfehlung des Umweltbundesamtes sei, biologisch abbaubare Plastiktüten nicht zu kompostieren (auch nicht auf dem Kompost im Garten), sondern diese im Restmüll zu entsorgen.

Andreas Harnisch, Abfallberater des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Uelzen, empfiehlt in diesem Zusammenhang, wenn überhaupt ausschließlich Tüten aus Recycling-Papier zu verwenden. Alternativ könnten Bioabfälle in Zeitungspapier eingewickelt werden. „Ressourcenschonender ist auf jeden Fall ein Metallbehälter oder Plastikeimer, über den man die Bioabfälle gut sammeln und dann einfach lose in den Bioabfallbehälter geben kann“, so Harnisch. Zeitungspapier am Boden helfe beim Sauberhalten.

Harnisch: „Machen Sie sich also keine Gedanken, wenn an Ihrer Bioabfalltonne bald dieser bunte Aufkleber einen Platz einnimmt. Dadurch soll nicht Ihr aktuelles Leerungsverhalten bewertet, sondern vielmehr Ihr Bewusstsein für eine saubere Trennung in Ihrem Bioabfallbehälter geschärft werden. Machen Sie mit! Trennen Sie richtig!“

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