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Zu gut für die Tonne: Uelzener „Lebensmittelretter“ gründen Verein

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Von: Theresa Brand

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Mandy Nitsche und Sabrina Hansl (von links) haben den Verein Lebensmittelrettung Uelzen gegründet.
Mandy Nitsche und Sabrina Hansl (von links) haben den Verein Lebensmittelrettung Uelzen gegründet. © Privat

Zum Verkauf nicht mehr geeignet, zum Wegwerfen zu schade: Die Initiative Lebensmittelrettung Uelzen hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau solche Lebensmittel vor dem Container zu bewahren. Nun hat die Gruppe einen Verein gegründet – und auch sonst tut sich eine Menge.

Uelzen – „Am Anfang haben uns viele für eine Eintagsfliege gehalten“, sagt Sabrina Hansl. „Und jetzt gibt es uns schon eineinhalb Jahre.“ In dieser Zeit hat sich bei der Initiative zur Lebensmittelrettung in Uelzen viel getan:

Ist Sabrina Hansl anfangs alleine in den kleinen Edeka in Rosche marschiert, um dort Lebensmittel zu „retten“, sind nun rund 50 Helfer im Einsatz und fahren nach einem festen Plan insgesamt 15 Geschäfte im ganzen Landkreis an. Mittlerweile kommen pro Woche fast 100 Kilogramm Lebensmittel zusammen, die andernfalls im Müll gelandet wären.

Gemeinsam mit Mandy Nitsche hat die 30-Jährige nun einen Verein gegründet. „Das ist zum einen wichtig, um etwas Festeres zu haben, das bringt die Menschen enger zusammen“, erklärt Sabrina Hansl. „Außerdem hat man so ganz andere Rechte und Pflichten.“ Auch bei den Geschäften kommt die Vereinsgründung gut an: „Am Anfang brauchten wir Läden, die an uns glauben – dadurch haben wir uns was aufgebaut. Und jetzt kommen auch die anderen aus ihren Schneckenhäusern“, sagt die erste Vorsitzende.

Ein altes Bushäuschen wird zum Verteiler

Seit einigen Wochen haben die Lebensmittelretter neben dem Verteiler an der Kirche in Suhlendorf auch einen zweiten öffentlichen Verteiler: Ein ausrangiertes umgebautes Bushäuschen in Emmendorf, an der Brückenstraße 1, in dem sich die Menschen Lebensmittel abholen können – oder selbst welche zur Verfügung stellen.

Wichtig war den Vereinsmitgliedern, dass etwas genutzt wird, das bereits da ist, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Hier geben Sabrina Hansl und Mandy Nitsche auch zum ersten Mal die Betreuung an eine „Patin“ ab, denn mittlerweile sind die beiden mit Organisation, Abholungen, Verteilung und Kommunikation ziemlich eingespannt.

Neben den beiden öffentlichen Verteilern beliefert der Verein montags bis mittwochs über 20 Kitas, Kindergärten und Initiativen mit Obst und Gemüsekisten. „So kriegen die Kinder ein gesundes Frühstück mit frischen Sachen“, erklärt Sabrina Hansl, die hauptberuflich als Ökotrophologin arbeitet. „Die haben total Spaß daran zu schnippeln und zu helfen.“

Wert und Herkunft von Lebensmitteln vermitteln

Die Kinder lernen außerdem, dass nicht immer alle Sorten Saison haben. Um noch mehr Menschen und vor allem Kinder zu erreichen, plant Sabrina Hansl schon weitere Projekte mit dem Verein, die den Wert und die Herkunft von Lebensmitteln in den Blick nehmen.

Die öffentliche Ausgabe, die zurzeit noch freitags um 16.30 Uhr im Schlemmershop stattfindet, wird ab dem 4. Februar sonnabends um 13.30 Uhr in der Scharnhorststraße 1 sein.

Die Helfer versuchen immer, weitere Geschäfte ins Boot zu holen und Freiwillige zu motivieren. „Wir freuen uns über jeden“, sagt die Vorsitzende. Möglichkeiten sich einzubringen gibt es viele – ob Lebensmittel vom Supermarkt abholen, Kisten zum Verteiler bringen, bei der Ausgabe oder beim Sortieren helfen. Kontakt ist möglich via Facebook oder direkt bei Sabrina Hansl unter (01 60) 91 10 16 09 oder den Mailverteiler lebenmittelrettunguelzen@gmx.de.

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