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Landkreis Uelzen: Immer mehr Pedelec- und E-Scooter-Fahrer verunglücken im Verkehr

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Von: Lars Lohmann, Theresa Brand

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Ein Mann ist auf einem Pedelec unterwegs
Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Pedelecs und E-Scootern wird in den kommenden Jahren noch zunehmen, sagt Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizei. © DPA

Bei allen positiven Aspekten der Verkehrswende hin zu Fahrrad, Pedelec und E-Scooter bergen auch diese Fahrzeuge im Straßenverkehr enorme Risiken. Laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik ist die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Fahrrädern, Pedelecs, E-Bikes und E-Scootern im Jahr 2021 kreisweit noch einmal deutlich gestiegen. 

Landkreis Uelzen - Durch die zunehmenden Verkaufszahlen bei Pedelecs und E-Scootern erwartet Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, vor allem dort eine weitere Zunahme der Unfälle. „Bei den Pedelecs haben wir eine kontinuierliche Entwicklung. Der Trend wird so weitergehen“, sagt Dobslaw. 2019 seien es noch 16 Unfälle unter deren Beteiligung gewesen, 2021 schon 27. Diese Zahl werde auch zunehmen, weil immer mehr Menschen mit Pedelecs unterwegs seien und damit ihre Beteiligung an Verkehrsunfällen wahrscheinlicher werde.

Hinzu kommen Gefahren, die häufig unterschätzt werden. Gerade die höhere Geschwindigkeit werde von Pedelec-Fahrern, aber auch anderen Verkehrsteilnehmern oft falsch eingeschätzt, was zu Unfällen führen könne. Daher empfiehlt der Experte, an Fahrsicherheitstrainings für Pedelecs teilzunehmen. Außerdem sollte ein Helm und für die Sichtbarkeit am besten auch eine Warnweste getragen werden. „Erkennbarkeit rettet Leben“, sagt Delia Giering, Leiterin des Streifendienstes der Polizei Uelzen. Denn bei einem Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Zweirades knallt der Radfahrer fast immer mit dem Kopf auf die Motorhaube oder die Straße.

Der Helm-Appell gilt auch für E-Scooter-Fahrer. Dieses Fortbewegungsmittel bereitet Dobslaw zunehmend Sorgen. Zwar ist die kreisweite Zahl der Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern mit sechs 2021 noch vergleichsweise gering. Aber er geht davon aus, dass die Zahlen in Zukunft zweistellig werden. „2019 waren sie noch kein Problem, jetzt kriegen wir in dem Bereich langsam eines“, sagt Dobslaw. Die Probleme reichen von unzureichender Beleuchtung über fehlenden Versicherungsschutz und Fahren auf dem Fußweg bis zu Touren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Deshalb wird die Uelzener Polizei E-Scooter in diesem Jahr vermehrt kontrollieren.

Auch bei Fahrrad, Pedelec und E-Bike stellten diese Fahrten ein Problem dar. Daher sei man aus polizeilicher Sicht nicht unglücklich, dass es vorerst keinen E-Scooter-Verleih in Uelzen geben werde. Dobslaw rechnet aber damit, dass sich das noch ändern wird, denn der Markt in den größeren Städten sei inzwischen abgedeckt.

Positiv zu verzeichnen ist, dass es im vergangenen Jahr kreisweit zu keinem tödlichen Unfall unter Beteiligung von Fahrrädern, Pedelecs, E-Bikes und E-Scootern kam.

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