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Kreis Uelzen: „Der Joint gehört für viele dazu“

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Von: Lars Lohmann

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Ein Mann pustet in Alkoholmessgerät.
Die Zahl der Fällen von Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss hat im Landkreis noch einmal zugenommen. Jeden Tag gab es theoretisch mindestens einen Fall. © dpa/Uli Deck

Die Zahl von Fahrten unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol oder Medikamenten bereitet der Polizei zunehmend Sorgen. Und führt dazu, dass dieses Jahr schwerpunktmäßig in diesem Bereich Kontrollen durchgeführt werden.

Das betonten Delia Giering, die Leiterin des Streifendienstes im Polizeikommissariat Uelzen, sowie Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. „Der Joint gehört für viele mittlerweile dazu“, sagte Delia Giering. Wobei bei den Kontrollen häufig Wiederholungstäter unter Drogen hinter dem Steuer entdeckt werden. Es komme durchaus vor, dass Personen innerhalb von ein paar Wochen mehrmals erwischt werden. Es sei ein Problem, dass es manche Leute einfach nicht mehr interessiere. „Vielen fehlt einfach die Einsicht, dass sie sich falsch verhalten haben“, sagt Delia Giering. Doch nicht nur mehr Fahrten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss mit dem Auto sind im Fokus, sondern auch die mit E-Scootern. Auch dort werde man verstärkt kontrollieren, kündigt Delia Giering an.

Dass sich vermehrte Kontrollen auszahlen, betont Dobslaw. So sei die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss im Kreisgebiet 2021 zwar minimal gesunken. Gleichzeitig habe es aber eine deutliche Zunahme der Fälle von Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss ohne Unfall gegeben. Waren es 2019 noch 118 Fälle im Kreisgebiet, stiegen sie 2020 bereits auf 152 und haben im vergangenen Jahr nochmals um 75 Prozent auf jetzt 266 Fälle zugenommen. Zusammengenommen mit den Fahrten unter Alkoholeinfluss ohne Unfall in Höhe von 172 Fällen, erwischt die Polizei statistisch jeden Tag mindestens eine Person unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln. „Wir haben da ein Hauptaugenmerk drauf, diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen“, sagt Dobslaw.

Parallel soll die am 1. April gestartete landesweiter Kampagne „Fahrklar“ auf die Problematik von Alkohol und Drogen aufmerksam machen. Niedersachsenweit gab es 2021 mehr als 3700 Verkehrsunfälle mit der Hauptunfallursache Alkohol oder anderer berauschender Mittel. Im Bereich der hiesigen Polizeiinspektion waren es 569. Mehr als 19 000 Personen wurden in Niedersachsen mit Alkohol oder Drogen hinterm Steuer erwischt.

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