Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg

Kinderpornografische Fotos: Wriedeler soll versucht haben, an Kinder heranzukommen

Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg
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Der 56-jährige Wriedeler soll Chatpartner aufgefordert haben, ihre Töchter zur Verfügung zu stellen.
  • Gerhard Sternitzke
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Vor dem Landgericht Lüneburg hat gestern der Prozess gegen einen Wriedeler begonnen, der nicht nur hunderte kinderpornografische Fotos gesammelt haben, sondern laut Staatsanwaltschaft auch mehrfach versucht haben soll, einen Missbrauch von unter 14-jährigen Mädchen anzubahnen (AZ berichtete).

Lüneburg/Wriedel – Laut Oberstaatsanwalt Kolja Christoph lud der 56-Jährige in den Jahren 2019 und 2020 in 14 Fällen kinderpornografisches Material zunächst auf ein Smartphone, später auf einen Laptop. Die Bildchen sollen Kinder leicht oder unbekleidet und in eindeutigen Posen gezeigt haben. Einige Dateien, die teilweise aus dem Darknet stammten, zeigten schweren sexuellen Missbrauch der Minderjährigen durch Erwachsene. In einem Fall soll es sich bei dem gezeigten Opfer um einen Säugling gehandelt haben.

Skype-Kontakt mit zehnjährigem Mädchen

In zwei Fällen soll der Arbeiter andere Männer in Chats per Skype aufgefordert haben, ihm ihre unter 14-jährigen Töchter für sexuelle Handlungen zur Verfügung zu stellen. Einer der beiden Gesprächspartner soll gar keine Tochter haben. In einem anderen Fall soll der Wriedeler einem zehnjährigen Mädchen in einem Skype-Videotelefonat gesagt haben, dass er es gerne ausziehen würde.

Paypal-Zahlungen brachten Ermittler auf die Spur

Auch nach einer ersten Hausdurchsuchung soll der Angeklagte die Straftaten fortgesetzt haben. Die Polizei kam durch die Missbrauchsserie von Lügde auf die Spur des Mannes. Es habe verdächtige Zahlungen von 50- oder 100-Euro-Beträgen per Paypal gegeben, berichtete ein Beamter.

Der Angeklagte machte am ersten Prozesstag keine Aussage. Das Verfahren wird am Mittwoch nächster Woche fortgesetzt. Unter anderem sollen ein psychiatrischer Gutachter, weitere Polizeibeamte und einer der Chatpartner gehört werden. Dem 56-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe.

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