Nach Gegenwind: Naturgruppe legt Vorhaben enttäuscht auf Eis

Zoff um Schutzhütten-Bau in Lüder

Um die geplante Überdachung dieser hölzernen Sitzgruppe, die die Arbeitsgruppe Natur im Jahr 2019 an der Hauptstraße in Lüder aufgestellt hatte, gab es jetzt Streit im Gemeinderat.
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Um die geplante Überdachung dieser hölzernen Sitzgruppe, die die Arbeitsgruppe Natur im Jahr 2019 an der Hauptstraße in Lüder aufgestellt hatte, gab es jetzt Streit im Gemeinderat.

Lüder – Es war als gute Tat für die Gemeinschaft in Lüder gedacht, doch es entwickelte sich zum Bumerang.

Die Arbeitsgruppe Natur wollte für zwei hölzerne Sitzgruppen im Ort, die sie 2019 gespendet hatte, nun Überdachungen schaffen und sie damit zu Schutzhütten umgestalten.

Der Gemeinde hätte das keinen Cent gekostet. Doch nach Unstimmigkeiten hinter den Kulissen der Lüderaner Politik zog die Naturgruppe ihr Angebot jetzt enttäuscht zurück. Garniert wurde das Ganze durch einen Streit im Gemeinderat.

Dabei machte Wolfgang Schulze, SPD-Ratsherr und Sprecher der Naturgruppe, seinem Unmut Luft. Die Verwaltung habe für den Bau der Schutzhütten auf einer Grünfläche an der Hauptstraße und auf dem alten Mühlenteich an der Röhrser Straße bereits grünes Licht gegeben, sagte er. Dafür seien sogar schon Bäume gefällt worden.

Doch plötzlich habe Gemeindedirektor Michael Müller angerufen und mitgeteilt, dass Teile der CDU-Fraktion gegen die Schutzhütten seien. „Wir hätten jetzt schon zwei überdachte Sitzgruppen, wenn nicht bei der CDU zwei Angsthasen dagegen angegangen wären“, schimpfte Wolfgang Schulze. Zum Standort Mühlenteich habe es keine Bedenken gegeben, wohl aber zur Hauptstraße. Als Alternative habe Müller der Naturgruppe vorgeschlagen, eine Schutzhütte am Spielplatz im Neubaugebiet zu errichten. Das habe die Gruppe aber abgelehnt und ihren Antrag zurückgezogen.

Die Vorbehalte gegenüber den Schutzhütten beruhten aber nicht auf parteipolitischen Erwägungen, betonte Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU). „Das Problem ist: Die Fläche an der Hauptstraße gehört gar nicht der Gemeinde, sondern dem Landkreis“, sagte er. Das bestreitet die Naturgruppe jedoch.

Michael Müller versuchte, die Wogen im Rat zu glätten. Angesichts der andauernden Kontroverse um die Frage, ob die Seitenräume der Ortsdurchfahrt in Lüder bepflanzt werden sollen, habe er Wolfgang Schulze vorsorglich kontaktiert. „Ich habe das ausgelotet, damit hier im Rat nicht die Fetzen fliegen“, erläuterte Müller. „Bevor ich als Gemeindedirektor etwas in die Wege leite und es noch mehr Stress gibt, habe ich das Gespräch mit der Naturgruppe gesucht.“ Zudem betonte Müller, dass sich die CDU mit dem Antrag der Naturgruppe noch gar nicht befasst habe.

Wolfgang Schulze war über die Reaktionen auf das Schutzhüttenprojekt ernüchtert. „Das ist völlig in die Hose gegangen“, kritisierte er. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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